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BN wirbt für Landschaftserhalt beim Bürgerentscheid in Allersberg

Nein zum rießigen Industriegebiet -

Ja zum angepassten Gewerbegebiet

14.05.2020

Am kommenden Sonntag findet in Allersberg der Bürgerentscheid zum geplanten Industriepark Allersberg West statt.

Der BUND Naturschutz unterstützt die Bürgerinitiative ‚Lebenswertes Allersberg‘ in ihrem Bemühen, die Allersberger Landschaft bei Altenfelden zu retten und das mit 33 Hektar Fläche gigantische Industriegebiet zu verhindern. Die Ausweisung von acht Hektar Gewerbegebiet für die Ansiedlung kleinerer und örtlicher Betriebe stellt für den BN einen tragbaren Kompromiss dar.

„Bayern ist das Land mit dem höchsten Flächenfraß in Deutschland. Dabei ist der unversiegelte Boden das wichtigste Gut, das wir haben. Wir müssen den bayerischen Flächenverbrauch dringend begrenzen. Deswegen appelliere ich an alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger aus Allersberg, denen ihre Heimat, die Landschaft, die regionale Produktion von Nahrungsmitteln und die Natur am Herzen liegen: Bitte stimmen Sie ab, per Briefwahl oder im Wahlbüro!“, so Richard Mergner, der Landesvorsitzende des BN.

„Projekte wie die hier angedachte Ansiedlung von Amazon in Allersberg heizen den kommunalen Wettbewerb auf Kosten des Bodens und der Landschaft immer weiter an. Dabei brauchen wir künftig mehr regionale Wirtschaftskreisläufe und nicht mehr LKW-Verkehr auf den Straßen“, so Tom Konopka, Regionalreferent des BN.

„Weil die Abstimmung kompliziert ist: Bitte stimmen Sie mit NEIN-JA-JA ZUM BÜRGERENTSCHEID 2 ab. Vergessen Sie bitte nicht, die Stichfrage zu beantworten!“, so Konopka.

Der Markt Allersberg plant die Ausweisung eines insgesamt 33 Hektar großen Gewerbe- und Industriegebietes nahe der Autobahn. Das US-Versandhaus Amazon möchte auf 19 Hektar, der größeren von zwei Teilflächen, ein Logistikzentrum errichten.

In der Marktgemeinde Allersberg gibt es zwei Bürgerinitiativen. Die vom BUND Naturschutz unterstützte Bürgerinitiative „Lebenswertes Allersberg“ sammelte 1.100 Unterschriften gegen das Projekt und leitete damit das Bürgerbegehren ein.  

Die der CSU nahestehende Bürgerinitiative "Für Fortschritt und Entwicklung in Allersberg" konnte danach 1.300 BürgerInnen für Ihre Ziele gewinnen und ein zweites Bürgerbegehren einreichen. Die Befürworter wollen mit dem Verkauf der Landschaft vor allem Geld in die klamme Gemeindekasse bringen.

Laut Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung hat Allersbergs CSU-Ortschef Thomas Schönfeld mitgeteilt, dass die Industriegebietsentwicklung durch einen Investor erfolgen soll: Die Firma P3 Logistic Parks. Es ist eine Tochter der Government of Singapore Investment Corperation, dem Staatsfonds von Singapur, mit Haupt- und Verwaltungssitz in Prag und als Projektentwickler für Amazon tätig.

Der BN sieht in dem Vorhaben Industriepark Allersberg West einen Fehler, der kaum wieder gut zu machen wäre. Mit der Ausweisung als Industriegebiet kämen mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Staus. Die Flächenversiegelung wäre enorm. Mehr als 33 Hektar würden der Landschaft entzogen und technisch überprägt, der Boden irreversibel verbraucht und der Landwirtschaft genommen. Das Areal liegt direkt am Trinkwasserschutzgebiet, das 140.000 Menschen versorgt, ein Ölunfall z. B. der zahlreichen zu erwartenden LKW könnte die Trinkwasserversorgung gefährden. Es ist Lebensraum geschützter Tierarten, wie der Feldlerche, des Neuntöters, der Dorngrasmücke, der Goldammer und auch des europäisch geschützten Dunklen Ameisenbläulings, einer seltene Schmetterlingsart, die allesamt vertrieben würden.

Für Rückfragen:

Tom Konopka

Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken

Telefon 0911 81878-24, 0160 8531944

Mail: tom.konopka@bund-naturschutz.de