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Frankenschnellweg: Verzögerungen bei der Planung liegen nicht an BN

Der BUND Naturschutz steht zu den Verhandlungen zur Beendigung des Prozesses. Die Stadt Nürnberg muss aber ihre Hausaufgaben machen und die seit Jahren versprochene Umweltverträglichkeitsstudie vorlegen. Ein neuer Frankenschnellweg darf nicht noch mehr Autos und Laster in die Stadt bringen. Ohne eine diesbezügliche Sicherheit kann ein Umweltschutzverband wie der BN keinem Vergleich zustimmen.

combustion fumes coming out of car exhaust pipe

11.01.2018

Der Verhandlungsführer des BUND Naturschutz, Landesgeschäftsführer Peter Rottner, dazu: "Wir haben ein Interesse daran, die Verhandlungen zu einem positiven Ende zu bringen, wenn wir durch das Verhandlungsergebnis erreichen können, dass der Durchgangsverkehr aus Richtung Würzburg/ Bamberg nach München/ Augsburg/ Stuttgart nicht über den Frankenschnellweg durch das Herz der Stadt läuft."

Der Landesbeauftragte des BN, Richard Mergner, ergänzt hierzu: "Zuvor muss aber die von der Stadt seit Jahren versprochene Umweltverträglichkeitsstudie vorliegen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Luft in Nürnberg besser wird und die Menschen an den Hauptstraßen nicht gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt sind. Die Europäischen Luftreinhaltevorschriften, insbesondere die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid müssen eingehalten werden. Ein neuer Frankenschnellweg darf nicht noch mehr Autos und Laster in die Stadt bringen. Ohne eine diesbezügliche Sicherheit kann ein Umweltschutzverband wie der BN keinem Vergleich zustimmen."

Die Umweltverträglichkeitsstudie wurde dem BN seit 2016 versprochen, nunmehr hat sich zu Ende des Jahres 2017 herausgestellt, dass nicht vor Sommer 2018 mit der Studie gerechnet werden kann, weil die Umleitungsverkehre in der langen Bauphase zu bewerten sind und weil das Aus für die Straßenbahn nach Kornburg Änderungen der Verkehrs- und Schadstoffprognosen nach sich ziehen kann.

Zudem ist noch nicht einmal das Änderungsverfahren für die Tieferlegung des Frankenschnellweges begonnen worden. Der geplante Tunnel muss nämlich tiefer gelegt werden, weil ein Brückenpfeiler der Bahntrasse, durch den zahlreiche Versorgungsleitungen geführt sind, nicht abgerissen werden kann, sondern unterfahren werden muss.

"Dies bedeutet, dass derzeit noch kein gültiges Baurecht für die neue Trassenführung des Frankenschnellweges vorliegt. Diese Verzögerungen hat der BN nicht zu verantworten" so Peter Rottner.

"Weiter klärungsbedürftig ist, was die Stadt Nürnberg nach dem Aus für die Straßenbahn nach Kornburg zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs tun möchte. Dies ist dringend erforderlich, um die Luftreinhaltung zu verbessern. Denkbar wäre hier eine Verlängerung von der bereits geplanten Straßenbahn nach Lichtenhof zum Südklinikum", so Dr. Otto Heimbucher, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Für Rückfragen: Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken 0911/81878-14