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Gegen die Politik der G7 - gegen Klimakrise, Artensterben, Hunger und Ungleichheit

Etwa 6.000 Menschen haben am Samstag in München gegen die Politik der G7 demonstriert, die sich abgeschirmt von der Öffentlichkeit im Schloss Elmau treffen. Trotz brütender Hitze zogen sie von der Theresienwiese durch die Ludwigsvorstadt, um für ihre Vorstellungen einer gerechteren Welt zu werben – „Gerecht geht anders“ war deshalb auch das an die G7-Regierungschefs gerichtete Motto der Demonstration.

25.06.2022

Aufgerufen hatte ein breites Bündnis von Organisationen und Verbänden aus Umwelt- und Naturschutz, Entwicklungszusammenarbeit und anderen Bereichen der Zivilgesellschaft, darunter – neben anderen – der BUND Naturschutz, Attac, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Greenpeace und die Welthungerhilfe. Für das Bündnis ist die bunte Demonstration ein klares Zeichen dafür, wie stark der Wunsch vieler Menschen nach einer grundlegend anderen Politik der G7-Staaten ist: Sie müssen endlich entschlossen gegen den Klimawandel vorgehen, die Zerstörung der Natur beenden sowie Hunger, Armut und Ungleichheit bekämpfen. Außerdem forderten die Demonstrierenden von den G7-Ländern eine aktive Friedenspolitik. So sollen deutlich mehr Mittel für Krisenprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Vor und nach der Demonstration sprachen Vertreter*innen zahlreicher Organisationen, darunter auch Redner*innen aus Mexiko, Uganda und Argentinien. Auch der Landesbeauftragte des BUND Naturschutz, Martin Geilhufe, sprach auf der Abschlusskundgebung. Er erinnerte an den G7-Gipfel vor sieben Jahren, ebenfalls in Elmau, und die Proteste damals. 2015 sei ein Wendejahr für den Umweltschutz gewesen, „zumindest was die Absichtserklärungen anbelangt“, sagte er: „Erstmals wurde das Ziel, unter zwei Grad Temperaturanstieg zu bleiben, im Abschlussdokument formuliert.“ Darauf folgten der UN-Nachhaltigkeitsgipfel mit der Verabschiedung der 17 Sustainable Development Goals und dann das zentrale Abkommen für den Klimaschutz von Paris, in dem erstmals das 1,5-Grad-Ziel festgeschrieben wurde.

„Doch alltägliche Entscheidungen konterkarieren diese Ziele, die internationalen Absichtserklärungen“, so Geilhufe. „Und besonders schlimm ist, dass mit dem schrecklichen Krieg Russlands gegen die Ukraine wieder alte Sprechzettel aus den tiefen Schubladen einiger Politiker*innen geholt werden.“ Damit erinnerte er beispielsweise an die substanzlose Diskussion um eine verlängerte Nutzung der tödlichen Atomenergie.

Und er sprach über das Artensterben und seine katastrophalen Folgen: „Die systematische Missachtung der Umwelt und der rapide Verlust der biologischen Vielfalt haben die Welt an ihre Grenzen gebracht und gefährden die Lebensgrundlagen heutiger und künftiger Generationen. Die G7-Staaten müssen bei ihrem Treffen endlich den Grundstein dafür legen, dass noch in diesem Jahr ein weltweit verbindliches Abkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt beschlossen wird – so wie wir für den Klimaschutz das Pariser Klimaabkommen haben.“

Damit könne 2022 zum Wendejahr für den Stopp der Artenvielfaltskrise werden, so wie es 2015 das Wendejahr beim Klimaschutz war – zumindest, wenn Ankündigungen dann auch echte Taten folgen.

G7, Klimapolitik und Ukrainekrieg - Position des BUND Naturschutz zum G7-Gipfel in Elmau