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Größtes Solarstromkraftwerk in Bamberg in Betrieb genommen

Umweltfreundlicher Strom vom E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium

30.07.2002

Heute am 30. Juli 2002 ging die mit einer Maximalleistung von 32,24 Kilowatt größte Solarstromanlage Bambergs auf dem Dach des Erweiterungsbaues am E.T.A. Hoffmann-Gymnasium in Betrieb.


Privat finanzierte Anlage

25 Privatpersonen: Lehrer, Eltern und Freunde des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums haben die Finanzierung bereitgestellt. Die in Rekordzeit errichtete Anlage wird jährlich ca. 27.000 Kilowattstunden Strom ins Bamberger Stromnetz liefern (was etwa dem Stromverbrauch von 27 Haushalten mit moderner Stromspartechnik entspricht). Die rund 160.000 Euro teure Anlage wird zu zwei Dritteln von der Kreditanstalt für Wiederaufbau vorfinanziert, auch die Stadt Bamberg und die Sparkasse Bamberg zeigten sich bei der Vorbereitung sehr entgegenkommend.

Das Projekt ist eine Initiative des Elternbeirats am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium. Mitte Mai fand die erste Informationsveranstaltung im Gymnasium statt, bei der um Mitstreiter und Finanziers geworben wurde. Der Zuspruch war so groß, dass noch rechtzeitig vor Ende dieses Schuljahres die Anlage in Betrieb genommen werden konnte.


Nutzen für Umwelt und Schule

Oberstudiendirektor Werner Oppelt verspricht sich von dieser Anlage nicht nur einen großen Beitrag zur umweltfreundlichen Stromerzeugung, sondern für künftige Schüler interessante Experimentier- und Forschungsmöglichkeiten mit dieser Zukunftstechnik.

Peter Gack, Einzelunternehmer und Geschäftsführer der privat finanzierten Anlage hob hervor, dass der Solarstrom einen beachtlichen Anteil unserer Stromversorgung leisten müsse, wenn in einigen Jahrzehnten die alten Energieträger Uran, Öl und Gas erschöpft sind. Die Solarfirma Ebitsch hat die Anlage in erstaunlich kurzer Zeit auf dem Flachdach montiert und ans Stromnetz angeschlossen.

Wie Dr. Ludwig Trautmann-Popp, Elternbeirat des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums und Initiator der Anlage hervorhob, zieht diese Erfolgsgeschichte bereits weitere Kreise: Auch auf der Hallstadter Hans-Schüller-Schule ist eine große Solarstromanlage im Entstehen, die Gaustadter Grundschule und weitere Kindergärten und Schulen in Bamberg haben sich bereits beim Bund Naturschutz gemeldet.


Bürgersolardächer

Auf zigtausenden von deutschen Einfamilienhäusern wird mittlerweile Solarstrom produziert. Bürger, die kein eigenes oder ein für die Solarnutzung ungeeignetes Dach besitzen, nehmen an der Markteinführung dieser Zukunftstechnik durch finanzielle Beteiligung an sog. Bürgersolardächern teil. An die 100 solcher Dächer gibt es in Bayern, meist auf Schulen, Kirchen und öffentlichen Gebäuden.

Unter allen Arten Strom zu erzeugen, ist der Solarstrom am wenigsten technisch anfällig: Keine beweglichen Teile werden benötigt, kein Dampf, kein Lärm, keine Abgase werden frei, keine radioaktiven Abfälle entstehen.


Deutschland Vize-Weltmeister

Die Bundesregierung fördert mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) die Markteinführung der Solarstromtechnik und lässt - wie bei jeder anderen Kraftwerkstechnik auch - die erhöhten Anlaufkosten dieser neuen Technik auf alle Stromkunden umlegen. Da diese Kosten weit unter einem halben Cent pro Kilowattstunde liegen, fallen sie kaum ins Gewicht.

Ungeachtet dessen hat das EEG zu einem Boom an Solarstromanlagen in Deutschland geführt. Im vergangenen Jahr hat Deutschland bei der Solarkraft die USA überholt, nur noch Japan liegt (derzeit allerdings uneinholbar) vor uns.

Der Bund Naturschutz unterstützt alle Bürgersolardach-Projekte in Bayern mit Know-how und Unterlagen.


gez.
Dr. Ludwig Trautmann-Popp
Energiereferent des Bundes Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 0951/5 19 06 09
Fax 0951/ 5 19 06 10