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Kammmolch (Triturus cristatus): Steckbrief

Die größte heimische Molchart könnte mit ihrem gezackten Rückenkamm einem Märchen entsprungen sein. Die Art ist in Bayern stark gefährdet.

Kammmolchmännchen mit gezacktem Kamm
Der gezackte Kamm des Kammmolchmännchens im Hochzeitskleid erinnert an Dinosaurier. (Foto: Wolfgang Willner)

Kammmolch-Männchen wirken im Hochzeitskleid mit ihrem gezackten Rückenkamm wie Abkömmlinge urzeitlicher Drachen. Die Männchen wedeln mit kraftvollen Bewegungen Duftstoffe zu interessierten Weibchen. Wenn sie der Balztanz beeindruckt hat, nehmen sie das vom Männchen abgesetzte Samenpaket auf, so dass die 200-400 Eier befruchtet werden können. Wie bei allen heimischen Molchen auch, werden die Eier in Wasserpflanzenblätter gewickelt einzeln abgelegt. Der Kammmolch ist mit einer Länge von bis zu 18 cm die größte einheimische Molchart. An Land sind sie dennoch manchmal fast mit großen Bergmolchen zu verwechseln – Kammmolche haben aber eine stark gemusterte, individuelle Bauchfärbung.

Ursprünglich waren Kammmolche vor allem in tieferen Tümpeln der Flussauen zu finden, die fischfrei und langfristig wasserführend sind. Durch Begradigung der Flüsse, bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen und intensive Ufernutzung gibt es diese Gewässer in Bayern jedoch nicht mehr. Auch heute noch halten sich erwachsene Kammmolche und ihre Larven besonders in strukturreichen Weihern und Tümpeln auf. Dort nutzen sie auch gerne tiefere Wasserzonen. Sie sind daher besonders durch Fressfeinde wie Fische gefährdet. Populationen können in Fischteichen nur überleben, wenn diese reichlich Unterwasservegetation oder strukturreiche, flache, gut bewachsene Uferbereiche aufweisen, in denen sich die Molche verstecken können.

Erst im Sommer verlassen die metamorphosierten Jungmolche und die Erwachsenen das Wasser. Als Landlebensraum nutzen sie strukturreiche Bereiche, die sich in wenigen hundert Metern um das Laichgewässer befinden.

Der Kammmolch ist in Bayern besonders bedroht (Rote Liste „stark gefährdet“, Status 2). Er genießt auch europaweit einen besonderen Schutzstatus (FFH-Art).

Merkmale des Kammmolchs (Triturus cristatus)

Dieser strukturreiche Tümpel mit Flach- und tieferen Wasserzonen, dichter und weniger dichter Vegetation ist ein möglicher Lebensraum für den Kammmolch.
Kammmolche bevorzugen strukturreiche Weiher und Tümpel. (Foto: BN-Archiv)
  • Rücken: grau-schwarz mit dunklen Flecken
  • Bauch: gelb-orange, mit großen, scharf begrenzten schwarzen Flecken
  • Männchen: im Wasser mit gezacktem, auffallendem Rückenkamm
  • Wissenschaftlicher Name: Triturus cristatus

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Gattung: Europäische Wassermolche (Triturus)
Art: Kammmolch (Triturus cristatus)