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Fritz Heiser – ein Leben für den Vogelschutz

Fast vierzig Jahre lang hat Fritz Heiser die Geschicke des Mertinger Rieds begleitet. Der begeisterte Ornithologe kämpfte für den Artenschutz und den Erhalt einer einzigartigen Landschaft.

Seit den 60er-Jahren engagierte sich Fritz Heiser für den Schutz des Mertinger Rieds.

Er kann fast jeden Vogel bestimmen, er kennt Gesang, Nistplätze und Besonderheiten – so lange Fritz Heiser zurückdenken kann, war er von der Vogelkunde fasziniert. Im Jahr 1966 führte ihn sein Hobby nach Donauwörth. Nach dem Studium bewarb er sich als Referendar am dortigen Gymnasium, denn er wusste, im dünn besiedelten Donauried könnte er viele seltene Arten beobachten. Seiner Wahlheimat blieb Fritz Heiser jahrzehntelang treu und sorgte mit vielen Mitstreitern dafür, dass dort heute noch Brachvogel, Kiebitz und Pirol heimisch sind.

„Zahlreiche seltene Arten gab es da, aber viele hatten auch gelitten“, erinnert sich Heiser an seine Anfangszeit im Mertinger Ried. Bis zu seiner Pensionierung unterrichtete er die Fächer Biologie, Chemie und Geographie. In seiner Freizeit engagierte er sich im Landesbund für Vogelschutz und im Bund Naturschutz. 1976 war er Gründungsmitglied der BN-Kreisgruppe Donau-Ries, später stellte er als zweiter Vorsitzender so manche Weiche richtig.

Alles in Bewegung gesetzt

Anfang der 70er-Jahre lagen zunächst einmal die ersten Pläne für die Magnetschwebebahn-Teststrecke auf dem Tisch: „Die ursprüngliche Planung sah vor, dass eine Wendeschleife direkt um die Mertinger Höll herumführen sollte. Spätere Planungen zeigten dann immer kleinere Varianten“, erzählt Heiser. Von Anfang an hat er sich mit dem Bund Naturschutz gegen die Magnetschwebebahn und später gegen das AKW eingesetzt. „Wir waren laufend zu Vorträgen unterwegs, um den Leuten die Augen zu öffnen“, sagt Heiser.

Mit Diavorträgen, Schautafeln und Faltblättern warnten sie vor der Zerstörung der einzigartigen Landschaft. Sie organisierten große Feiern mit  Rednern wie Hubert Weinzierl oder dem Naturschützer und Filmemacher Horst Stern. Viele hörten zu und ließen sich überzeugen. „Gut war, dass wir die Landwirte auf unserer Seite hatten“, erinnert sich Heiser. Mit seiner Kreisgruppe koordinierte er Aktionen, organisierte die Öffentlichkeitsarbeit, druckte Plakate und vieles mehr: „Wir haben alles in Bewegung gesetzt, denn wir wussten, dass es bald zu spät sein kann“, erzählt Heiser.

Dass das Mertinger Ried gerettet wurde, ist auch sein Verdienst: Unermüdlich schrieb er Gutachten und Anträge und erreichte 1984 beispielsweise die Ausweisung der Mertinger Höll als Naturschutzgebiet. 2003 ist Fritz Heiser aus Donauwörth weggezogen. Immer wieder aber kommt er zurück, um zu sehen, wie sich „seine“ Landschaft, Pflanzen und Tiere entwickeln. Seine Begeisterung für das Mertinger Ried hat er übrigens  weitergegeben –  der jetzige Projektleiter Alexander Helber war einst einer seiner Schüler.