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Streusalz? Es gibt Alternativen!

Salz gehört in die Suppe und nicht auf den Gehweg. Denn Streusalz gegen Schnee und Eis schadet Bäumen und Tieren. Der BUND Naturschutz bittet deshalb alle Bürger, beim Privatgebrauch auf Streusalz zu verzichten, zumal es hervorragende Alternativen gibt.

Jeder Haus- und Grundstückseigentümer und viele Mieter sind dazu verpflichtet, Gehwege und Zufahrten frei von Schnee und Eis zu halten. Viele greifen dabei gerne zu Salz. Jährlich landen durchschnittlich 1,5 Millionen Tonnen Streusalz auf deutschen Straßen und Wegen. Ein Drittel davon wird durch private Haushalte ausgebracht. Was viele nicht wissen: Die ökologischen und volkswirtschaftlichen Folgen sind gravierend. Streusalz gegen Eis und Schneeglätte auszubringen ist zwar bequem, aber teuer. 

Streusalz schadet Tieren, Pflanzen, Böden, Autos und Bauwerken

Das Salz bleibt nicht auf der Straße, wo es für Verkehrssicherheit sorgt, sondern gelangt durch den Verkehr und das Schmelzwasser in die benachbarte Umgebung. Korrosionsschäden an Fahrzeugen aller Art und Brücken gehen häufig auf das Konto von Streusalz. Schuhe und Kleidung werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Das Salz schädigt außerdem Bäume am Straßenrand oder im Garten.

Das Streusalz wird im Boden angereichert und auch in regenreichen Jahren kaum ausgewaschen. So werden die Böden dauerhaft geschädigt. Auch das Grundwasser leidet. Bereits im November 2012 hatte sich zum Beispiel die Nürnberger Umweltbehörde über den hohen Chloridgehalt im Grundwasser der Stadt besorgt gezeigt und als Hauptursache den Einsatz von Streusalz kritisch gesehen. Das Salz behindert zudem die Wasseraufnahme der Bäume und verändert deren Nährstoffhaushalt. Die Blätter vertrocknen, obwohl genügend Feuchtigkeit im Boden ist. Kleine Blätter, Braunfärbung der Blattränder und frühzeitiger Laubfall sind Folgen, die man dann im Frühjahr und Sommer sieht. 

Aber auch Haustiere, die ja auch mal rausmüssen, haben mit der scharfen Salzlösung zu kämpfen.

Streusalz ist oft verboten

Wenn Straßenmeistereien Streusalz verwenden dürfen, heißt es noch lange nicht, dass der Salzeinsatz unbedenklich wäre. Zu beachten sind Streusalzverbote auf Gehsteigen.

Den vom Landesamt für Umwelt empfohlenen „differenzierten Winterdienst“, bei dem in vielen Städten nur noch wichtige Straßen und besondere Gefahrenstellen mit Streusalz behandelt werden, Nebenstraßen aber gar nicht mehr, begrüßt der BUND Naturschutz, hat dieser Verzicht doch zu einem Rückgang der Belastung beigetragen.

In einem der Großteil der Kommunen ist der private Einsatz von Streusalz zu Recht verboten. In Bayern gilt das Verbot bzw. ein stark eingeschränkter Gebrauch u.a. in folgenden Städten: Amberg, Ansbach, Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Fürth, Hof, Ingolstadt, Kaufbeuren, Kempten, Landshut, Memmingen, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Rosenheim, Schwabach, Schweinfurt, Straubing, Weiden in der Oberpfalz, Würzburg.

Alternativen zu Streusalz

Auch andere Streumittel sollten nur sparsam verwendet werden, da diese ebenfalls die Umwelt belasten. Um abstumpfende Streumittel wie Splitt oder Kies herzustellen, auszubringen und wieder einzusammeln, braucht es Energie, besonders wenn dafür Streu- und Kehrfahrzeuge eingesetzt werden. Zudem können Splitt und Granulat giftige Substanzen wie Arsen, Blei oder Quecksilber enthalten.

Bei Schneefall reicht es meist aus, Gehwege gründlich und rechtzeitig mit Schippe oder Besen zu räumen. Bei Eis und erhöhter Glättegefahr bieten sich

  • Sand,
  • Kies,
  • Sägespäne oder
  • Streumittel mit dem Umweltzeichen "Der Blaue Engel"

als Streumittel an. Gebrauchtes Streugut gehört weder in die Mülltonne noch in die Kanalisation, sondern sollte von der Stadtreinigung aufgekehrt und fachgerecht aufbereitet werden.