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Masterplan für Naturschutz an der Donau

Die Landschaften an der Donau zählen zu den vielfältigsten und artenreichsten in Bayern. Ein Masterplan des Umweltministeriums soll jetzt den Naturschutz an der Donau fördern. Der BUND Naturschutz begrüßt den Masterplan, da er erstmalig eine naturschutzfachliche Zustandsbeschreibung mit Zielen und Projekten verbindet.

Frei fließende Donau an der Mühlhamer Schleife (Foto: Wolfgang Willner)

Bei der Vorstellung des Masterplans: Siegfried Geißler von der Unteren Naturschutzbehörde, Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter, Umweltministerin Ulrike Scharf, BN-Vorsitzender Hubert Weiger, LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer (Foto: STMUV)

04.10.2017

„Mit dem Masterplan wollen wir einen zentralen Beitrag zum Erhalt und der Stärkung der biologischen Vielfalt entlang der bayerischen Donau und an ihren Auen leisten“, erklärte Umweltministerin Ulrike Scharf Ende September bei der Vorstellung des Plans. 

Flüsse und Auen sind „hot spots“ der biologischen Vielfalt in Europa. Gerade die Donau als der europäische Fluss schlechthin weist eine enorme Arten- und Lebensraumvielfalt auf. Auch wenn sehr viel von diesem Reichtum durch Flussausbau oder Ausdeichungen bereits verloren gegangen ist, gibt es gerade in Bayern noch sehr wertvolle Abschnitte der Donau, allen voran die beiden längeren frei fließenden Strecken zwischen Straubing und Vilshofen und zwischen Vohburg und Kelheim. 

Jahrzehnte der Renaturierung sollen folgen

„Es ist auch europäische Verantwortung, die Lebensader Donau zu erhalten und ökologisch weiter zu entwickeln. Auf Jahrzehnte der Flusskorrektur und Fehlentwicklungen aus ökologische Sicht müssen nun Jahrzehnte der Renaturierung folgen“, erklärte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. Der Masterplan nehme diese Verantwortung auf und beschreibe erstmals für die bayerische Donau nicht nur Zustand, Entwicklungsziele und Leitbilder, sondern auch ganz konkrete Maßnahmen und aufeinander abgestimmte und nach Dringlichkeit und Bedarf ausgewählte Projekt-Vorschläge, sogenannte Schlüsselprojekte".

Davon werden nicht nur die Natur und das Leben an der Donau profitieren, sondern auch der Mensch: Natürlicher Hochwasserschutz, Nährstoffrückhalt und faszinierende Erholungsräume sind ein Gewinn für uns alle. Wir hoffen nun, dass diese Projekte zügig umgesetzt werden können“, ergänzte Weiger.

Der Masterplan soll der bayerische Beitrag für die Donau in Europa leisten und zeigen, wie der Schwerpunkt „Biodiversität“ der europäischen Donauraum-Strategie umgesetzt werden kann. Die Entwicklung von konkreten Schlüsselprojekten und die fachlichen Zielvorstellungen sollen den Stellenwert des Schutzes der biologischen Vielfalt gegenüber anderen Schwerpunkten der Donauraumstrategie erhöhen.

Masterplan ist Meilenstein für den Naturschutz an der Donau

Auch wenn nicht alle Defizite und Maßnahmen in der von einem Naturschutzverband erwünschten Detailliertheit aufgenommen werden konnten, so ist der Masterplan auch für den BUND Naturschutz ein Meilenstein, weil er fach- und verbandsübergreifend und in enger Kooperation mit der Bayerischen Naturschutzverwaltung und dem Bayerischen Umweltministerium entstanden ist. Die Initiative hierzu ging von BUND Naturschutz, vom Auenzentrum Neuburg-Ingolstadt und vom Umweltministerium aus. Der BUND Naturschutz dankt stellvertretend für die Naturschutzverbände in der Arbeitsgruppe beim bayerischen Umweltministerium, dass es diese Arbeit ermöglicht und tatkräftig unterstützt hat.

Die Donauraumstrategie ist eine große Chance für Mensch und Natur an der Donau in ganz Europa, doch sie ist kaum bekannt. Der „Masterplan“ soll nun nicht nur in die praktische Umsetzung gehen, sondern er wird hoffentlich auch viele Menschen von der Notwenigkeit eines grenzenlosen Naturschutzes und vom Wert des gemeinsamen Naturerbes  in Europa überzeugen.

Mehr Informationen

Masterplan für den Donauraum (PDF)

Flüsse und Auen in Bayern

Frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen