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Frei fließende Donau und Donauausbau

An der Donau zwischen Straubing und Vilshofen ist das Leben noch im Fluss. Hier fließt Bayerns großer Strom frei, ohne Staustufen und Kanalwände. Auwälder voller Leben säumen seine Ufer. Für die Menschen am Fluss ist die Donaulandschaft unersetzliche Heimat, für die sie seit Jahrzehnten kämpfen müssen.
Sieg für die frei fließende Donau
Jahrzehntelang wollte die Staatsregierung die Donau zwischen Straubing und Vilshofen mit Staustufen kanalisieren. Erst im Februar 2013 gab sie unter dem Druck engagierter Bürger*innen nach: Der Fluss darf weiterhin frei fließen, ohne Kanalwände und Staustufen.
Bayerns Amazonas
Zwischen wilden Auwäldern und verschlungenen Wasserarmen leben viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Biolog*innen nennen die Region wegen ihrer Artenvielfalt "Arche Noah Bayerns" – ein einzigartiges Rückzugsgebiet für seltene Arten mitten in Mitteleuropa.
Bedrohte Arten auf kleinstem Raum
Auf nur 0,5 Prozent der bayerischen Landesfläche leben 32 Prozent aller bedrohten Vogelarten und 43 Prozent aller bedrohten Fischarten. Fischarten wie Zingel und Streber kommen ausschließlich im naturnahen Donaubereich vor.
Natürlicher Hochwasserschutz und Wasserfilter
Die Auwälder speichern Wasser wie ein Schwamm und schützen so wirksam vor Hochwasser. Gleichzeitig reinigen sie das Wasser besser als jede Kläranlage – eine Leistung, die künstlich nur mit Investitionen von Hunderten Millionen Euro zu ersetzen wäre.
Staustufen ohne Nutzen für die Schifffahrt
Ein Ausbau mit Staustufen würde die Steuerzahler*innen über 500 Millionen Euro kosten – viermal so viel wie der naturschonende Ausbau. Zudem bremsen Staustufen Schiffe eher, als ihnen zu nützen. Im Winter vereisen die gestauten Bereiche leicht, sodass Schifffahrt unmöglich wird.
Gemeinsam die Donau erleben
Seit 2002 feiert der BUND Naturschutz gemeinsam mit der Spielvereinigung Niederalteich und mehreren Tausend Besucher*innen jährlich an Christi Himmelfahrt das Donaufest. Hinzu kommen Exkursionen, Donauschiff- und Erlebnisfahrten sowie seit 1990 der jährliche internationale Donaukongress.
- document.getElementById('c274342').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">1 Bürger*innen erkämpfen Staustufen-Stopp
- document.getElementById('c274343').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Bayerns Amazonas: Natur an der frei fließenden Donau
- document.getElementById('c274344').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Sanfter Donauausbau für Mensch und Natur
- document.getElementById('c274345').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 Staustufen und Kanalisierung für die Bauwirtschaft?
- document.getElementById('c274347').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">5 Engagement und Erfolge für die Donau
- document.getElementById('c274348').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">6 Donau schützen, Donau erleben
- document.getElementById('c274349').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">7 Donauschützer im Portrait
Bürger*innen erkämpfen Staustufen-Stopp
Bis vor einigen Jahren setzten die bayerische Staatsregierung und eine mächtige Kanallobby alles daran, die Donau für die Schifffahrt zu kanalisieren und zu stauen. Das hätte den Fluss und seine Auwälder völlig zerstört. Der Alternative eines Natur schonenderen Ausbaus ohne Staustufen verweigerte sich die Regierung – obwohl der Bundestag bereits 2002 beschlossen hatte, es dürfe hier keine Staustufen geben, obwohl zahlreiche öffentliche Gutachten zeigten, dass der sanfte Ausbau für die Schifffahrt ausreicht und ökonomisch der einzig sinnvolle Weg ist, und obwohl die Menschen vor Ort die Kanalisierung des Flusses ablehnen.
Erst im Februar 2013 entschied sich die Regierung unter dem Druck der vielen engagierten Bürger*innen gegen eine Staustufenkanalisierung. Die Donau soll auch weiterhin frei fließen. Die Diskussion über den konkreten Ausbau und seine ökologische Optimierung geht aber weiter.
Bayerns Amazonas: Natur an der frei fließenden Donau
Die Natur an der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen ist einzigartig. Den Fluss begleiten wilde Auwälder, durchzogen von verschlungenen Wasserarmen. Auf feuchten Wiesen brütet der Große Brachvogel, Eisvögel fliegen zwischen knorrigen Weiden und zahllosen Wasserflächen umher. An den Ufern wachsen Wasserschwertlilien und Sumpfgladiolen.
Die freie Donau mit der Isarmündung lässt einen der letzten großen Auwälder Mitteleuropas wachsen. Nebenarme und Altwässer durchziehen den amazonasartigen Wald. Die fantastische Vielfalt der Pflanzen und Tiere über und unter Wasser ist in Bayern einzigartig.
Für viele Tiere und Pflanzen sind die Donau und ihre Auwälder die letzte Zuflucht. Hier leben sogar Tierarten wie die Donaukahnschnecke, die es ausschließlich in der frei fließenden Donau gibt. Biologen sprechen deshalb von der "Arche Noah Bayerns". An der niederbayerischen Donau finden sich auf einem halben Prozent der Landesfläche 32 Prozent der bedrohten Vogelarten und 43 Prozent der bedrohten Fischarten. Die Fische Zingel und Streber kommen nur im naturnahen Donaubereich vor.
32%
der bedrohten Vogelarten
43 %
der bedrohten Fischarten
Fluss und Auen sind Heimat, Erholungs- und Wirtschaftsraum gleichzeitig. Die naturnahe Wasserlandschaft bietet herrliche Erholungsgebiete von höchster Erlebnisdichte und bildet eine der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen für den Tourismus in der Region.
Der frei fließende Fluss und seine Auen reinigen das Wasser effektiver als jede Kläranlage und spenden Trinkwasser reinster Qualität. Die gleiche Wasserqualität ließe sich durch Kläranlagen nur mit Investitionen von Hunderten Millionen Euro erreichen.
Die Auwälder sind wertvoller Hochwasserschutz und Wasserspeicher. Bei Hochwasser saugen sich die Auwälder voll wie ein Schwamm. Dadurch schützen sie uns Menschen wirksamer vor Hochwasser als jede andere Maßnahme. Zudem sorgen sie so für Wasservorräte in trockeneren Zeiten. Und das alles kostenlos.
Sanfter Donauausbau für Mensch und Natur
Die Einzigartigkeit und der große Wert der Donau bestehen nur so lange, wie der Fluss frei fließen kann und mit den Auwäldern unmittelbar vernetzt ist. Jeder Ausbau stellt einen erheblichen Eingriff dar. Der Natur schonende Ausbau ist ein Kompromiss zwischen den wirklichen Ansprüchen der Schifffahrt und dem Erhalt einer intakten Heimatlandschaft.
Der sanfte, Natur schonende Ausbau ohne Staustufen bedient sich an die Natur angepasster Mittel wie Buhnen oder Leitwerke. Diese stauen das Wasser auf, ohne den Fließcharakter des Flusses zu nehmen. Zahlreiche öffentliche Gutachten zeigen, dass dieser Ausbau für die Schifffahrt vollkommen ausreicht und ökonomisch der einzig sinnvolle Weg ist. Er kostet einen Bruchteil des Staustufen-Ausbaus.
Im Gegensatz zum Staustufenausbau verbessert die sanfte Ausbauvariante die Bedingungen für die Schifffahrtschnell, wirksam und kostengünstig und erhält die Heimatlandschaft an der Donau mit ihren artenreichen Auen und den vielen Vorteilen für die Region.
Staustufen und Kanalisierung für die Bauwirtschaft?
Die Bauwirtschaft favorisiert einen Ausbau mit Staustufen, der Fluss und Aue zerstören würde. Vorgesehen wären wasserundurchlässige Kanalwände und ein Durchstich der Mühlhamer Donauschleife. Aus dem Fließgewässer würde ein Stausee, aus dem Fluss eine betonierte Wasserrinne, die Auwälder würden vollständig zerstört.
Ein Donauausbau mit Staustufen wäre fatal für die Tier- und Pflanzenwelt und die Wirtschaft. Tausende stark bedrohte Tiere und Pflanzen verlören ihren Lebensraum. Für die weltweit nur hier lebenden Arten wäre es das endgültige Aus. An Naherholung und Tourismus wäre nicht mehr zu denken: Auen und Kiesufer verschwänden, das stehende Wasser würde zur Brutstätte von Myriaden Stechmücken.
Auf die Bürger*innen an der Donau kämen Hunderte Millionen Euro Folgekosten zu: Die Wasserqualität würde deutlich absinken, die Hochwassergefahr gerade für das flussabwärts gelegene Passau drastisch ansteigen. Auch ein Bau von neuen Kläranlagen wäre nötig. Die Kanalisierung der Donau würde die Steuerzahler*innen viermal so viel wie der sanfte Ausbau kosten: über 500 Millionen Euro.
Keine Vorteile für die Schifffahrt
Bei allen Nachteilen für Natur und Mensch bringt der Staustufenausbau keine Vorteile für die Schifffahrt: Staustufen bremsen Schiffe. Von der Nordsee zum Schwarzen Meer fahren sie deshalb schneller und günstiger über das Mittelmeer als durch die kanalisierten Abschnitte von Rhein, Main und Donau. Durch den Verlust des Fließcharakters vereisen die gestauten Flussabschnitte im Winter; Schifffahrt ist dann unmöglich.
Die Staustufen bringen unsinnige Fahrrinnentiefen von 2,80 Metern. Die meisten Schiffe tauchen jedoch nur zwei Meter ein – auch zu Zeiten und auf Flussstrecken, die wesentlich größere Tiefen zulassen würden. Zudem bieten sowohl der Rhein als auch die Donau flussabwärts den Schiffen oft viel geringere Fahrrinnentiefen.
Wozu dann ein Staustufenausbau in Niederbayern?
Der wahre Interessent an einem Staustufenausbau ist die internationale Großbauindustrie und Energiewirtschaft. Die Schifffahrt braucht ihn nicht. Politiker*innen stellen sich in skandalöser Weise in den Dienst der Bau-Lobbyisten – ohne Rücksicht auf Landschaft, Tiere und Pflanzen, Bürger*innen und Kosten. Wer wirklich der Schifffahrt helfen und nicht nur Großkonzernen öffentliche Gelder für teure Bauaufträge verschaffen will, der setzt auf den sanften Donauausbau.
Rettet die Donau
Für die Donau spenden
Engagement und Erfolge für die Donau
Mit ihrem vitalen und druckvollen Einsatz haben der BUND Naturschutz und zahlreiche Initiativen wichtige Erfolge für die Donau errungen:
- Der jahrzehntelange Einsatz des BN führte erstmals in den neunziger Jahren zur politischen Diskussion über Alternativen zu Staustufen.
- Auf Druck des BN wurde die sanfte Ausbauvariante in die offiziellen Untersuchungen mit einbezogen.
- Der Oberste Rechnungshof hat klargestellt, dass ein Staustufenausbau durch nichts zu rechtfertigen ist. Einzig sinnvoll ist der Natur schonende Ausbau.
- Der Bundestag beschloss im Jahr 2002 mehrheitlich den sanften Ausbau mit Natur schonenden Mitteln.
- Auf Drängen des BN wurde der freie Donauabschnitt nach jahrelanger Blockade durch die Staatsregierung als Natura 2000-Schutzgebiet gemeldet. Jetzt sind Fluss und Auen nach EU-Recht streng geschützt.
- Dank der Hilfe vieler Spender*innen konnte der BUND Naturschutz gerade jenes Grundstück an der Donau erwerben, auf dem die Kanallobby nach wie vor ihr Stauwehr errichten will.
- Im Februar 2013 entschied sich die bayerische Staatsregierung gegen eine Staustufenkanalisierung. Die Donau soll auch weiterhin frei fließen. Vorrangige Aufgabe soll der Hochwasserschutz in der Region sein. Aus Sicht des BN ist das der erste Schritt in die richtige Richtung.
- Ziel muss die endgültige Aufgabe aller Staustufenpläne bleiben. Dafür ist der BN auch international für die Donau aktiv. Zahlreiche Naturschutzorganisationen aus dem gesamten europäischen Donaugebiet haben sich zusammengeschlossen.

Erfolge und Projekte
Die Geschichte des BUND Naturschutz (BN) ist eine des Kampfes für Flüsse und Auen in Bayern. Dass die Donau heute in einigen Abschnitten noch frei strömen darf, ist nicht zuletzt dem Engagement unserer Aktiven zu verdanken. Erfahren Sie hier mehr zu unseren Erfolgen und Projekten!
Donau schützen, Donau erleben
Ein Erlebnisprogramm rund um den Donauort Niederalteich schenkt Besucher*innen aus ganz Bayern unvergesslich schöne Eindrücke. Schließen Sie sich an!
- Die Takatuka, das Donau-Erlebnisschiff, nimmt Kinder und Erwachsene mit auf eine Donauinsel zu einem spannend-informativen Tag. Erleben Sie die Donau und ihre Auwälder hautnah! Infos und Anmeldung für die Takatuka beim BN Deggendorf
- Beim Donaufest an Christi Himmelfahrt feiern alle Donaufreund*innen gemeinsam ihren Fluss. Infostände, Führungen in die Auwälder, Kinderaktionen, Essen und Trinken, Musik und der Tanz zum Donauwalzer sorgen für ein buntes Programm.
- Exkursionen führen in die wunderbare Welt der Auenwälder und Altarme. Mit fachkundigen Führer*innen erhalten Sie einen tiefen Einblick in die Wunderwelt des freien Flusses. Schauen Sie ins Umweltbildungsprogramm des BN Deggendorf
- Die Schifffahrten des BN durch die Auenlandschaften mit Musik und Dichterlesungen im Sommer jedes Jahres bleiben unvergesslich.
- Die internationalen Donaukongresse des BN jedes Jahr Anfang Dezember bieten aktuelle und spannende Fachinformationen rund um die Donau. Sie finden seit 1990 in Niederalteich statt, seit 2023 jedes zweite Jahr an einem anderen Ort entlang der bayerischen Donau. Die Vorträge finden Sie beim BN Deggendorf.
Weitere Infos rund um die frei fließende Donau und Veranstaltungen am Fluss finden Sie auf der Website des BUND Naturschutz Deggendorf.
Donauschützer im Portrait
Der Widerstand an der Donau fußt auf einem breiten Bündnis: Dass der Fluss zwischen Straubing und Vilshofen immer noch frei fließt, ist den vielen Menschen zu verdanken, die sich schützend vor die Donau gestellt und dieses Stück bayerischer Heimat bis heute bewahrt haben. Es sind Bürgerinnen und Bürger aus allen Bevölkerungskreisen, Angler*innen, Kanut*innen, Sportler*innen, Wander*innen, Landwirt*innen und Naturschützer*innen. Beim alljährlich stattfindenden Donaufest in Niederalteich treffen sich viele von ihnen und feiern ihren Fluss. Organisiert wird das Fest von einer besonderen Allianz aus dem BUND Naturschutz und der Spielvereinigung Niederalteich.










