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Bürgerverein Freising beginnt mit Ultrafeinstaub-Messungen am Flughafen München

Flughafen München GmbH (FMG) verweigert Messungen von gesundheitsschädlichem Ultrafeinstaub auf dem Flughafengelände. BV Freising beginnt mit eigenen Messungen auf BN-Grundstück unmittelbar in der Nähe des Rollfeldes. Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung sind technisch möglich. BN, AufgeMUCkt und der BV Freising fordern zudem Reduzierung des Luftverkehrs und endgültigen Verzicht auf die 3. Startbahn.

11.01.2024

Leider weigert sich die FMG seit fast 4 Jahren beharrlich, am Flughafen Ultrafeinstaub (UFP)-Messungen durchzuführen, obwohl dies für die dort Beschäftigten, die Kindertagesstätte Airport Hopser und die Anrainer von größtem Interesse ist. Denn hohe Luftschadstoffkonzentrationen schaden der Gesundheit.
„Mit ihrer Verweigerungshaltung, am Flughafen die eigentlich schädlichen Ultrafeinstaub-Partikel zu messen und im Sinne der Fürsorge die weitgehend kostenneutral umsetzbaren Minderungsmaßnahmen zu veranlassen, verhindern Staatsregierung und FMG, dass Schaden abgewandt und Gesundheitsrisiken vermieden werden“, kritisieren die drei Initiatoren.

Es ist mittlerweile hinlänglich bekannt, dass durch den Flugverkehr am Boden (Landen, Rollen, Starten) überproportional große Mengen von Abgasen und Ultrafeinstaub-Partikeln entstehen, die sehr gesundheitsschädlich sind. Die Luftschadstoffe belasten die Atemluft. Das hat der BV Freising in seinem Abschlussbericht über die bisherigen UFP-Messungen um den Flughafen München dem bayerischen Umweltministerium bereits Ende 2022 mitgeteilt. Aktuelle Messungen in Attaching im Zeitraum von August bis November 2023 zeigen, dass der von der WHO als „hoch“ eingestufte Tagesmittelwert von 10.000 Partikel/cm³ an 66 % der Tage überschritten wurde (siehe Anlage).

Die FMG enthält der Bevölkerung eine wichtige Information zum Schutze ihrer Gesundheit vor, wenn sie UFP am Flughafen nicht misst, aber gleichzeitig festzustellt, dass die Feinstaubwerte PM10 und PM2,5 die gesetzlichen Normen erfüllen. Deswegen haben der BV Freising, der BN und AufgeMUCkt beschlossen, Messungen am Flughafen jetzt selbst durchzuführen: „Wir haben das nötige Knowhow und auch die notwendigen Geräte dazu. Die Messungen sind auf dem Grundstück des BN direkt neben dem Vorfeld Ost möglich, wo wir heute eine mobile Messstation nach dem bewährten Muster der bisherigen Messungen aufgestellt haben“, erklärt Wolfgang Herrmann im Namen des Bürgervereins.

Zudem verweist die FMG ständig darauf, dass anderswo in Deutschland und auch im Umfeld des Flughafens München (hier von der Uni Bayreuth) UFP-Messungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse man noch abwarten müsse, um die Gesundheitsgefährdung abschätzen zu können. „Dieser Verschleppungstaktik ist unredlich, denn die von Flughäfen ausgehenden Schadstoffmengen sind bekannt. Deswegen sind keine weiteren langdauernde Erkenntnisse mehr erforderlich, um die notwendigen Reduzierungsmaßnahmen schon heute einzuleiten“, fordert Dr. Christian Magerl für das Aktionsbündnis aufgeMUCkt.

Durch den Einsatz von schwefelarmem Kerosin könnte laut Umweltbundesamt ein beträchtlicher Teil des Ultrafeinstaubs vermieden werden. Auch würde sich der Kerosinverbrauch um ein bis zwei Prozent verringern, was wiederum einen verminderten CO2-Ausstoß zur Folge hätte. Das emissionsfreie Schleppen der Flugzeuge vom und zum Gate hätte allein in München das Potenzial, ca. 170.000 Tonnen CO2 pro Jahr zu verhindern und damit mehr als die 100.000 t CO2, welche die FMG in ihrem Net Zero Programm 2035 im Fokus hat. Dass dies alles geht, zeigen andere Flughäfen wie z.B. Wien (in Schwechat wird bereits seit Jahren schwefelarmes Kerosin vertankt) oder Neu Delhi (mit dem Einsatz von TaxiBots).

Die Reduzierung des Flugverkehrs bleibt neben dem oben Genannten nach wie vor die zentrale Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung. „Die aus Klima- und Naturschutzsicht sowieso gebotene Abkehr von der 3. Startbahn und Reduzierung der Flugbewegungen würde auch Gesundheit und Lebensqualität der Menschen in der Region unmittelbar fördern. Die Genehmigung für die 3. Start- und Landebahn muss aufgehoben werden“, fordert Dr. Christine Margraf, stellv. Landesbeauftragte des BN.

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