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Natur im Frühling: Junge Biber kommen zur Welt

Von April bis Juni bringt das größte europäische Nagetier seine Jungen zur Welt. Biber leben monogam, das Weibchen bekommt einmal im Jahr zwei bis drei Junge. Die Tiere leisten Enormes für den Arten- und Hochwasserschutz.

Junger Biber: Dieser „Ökosystemmanager“ ist noch in Ausbildung. (Foto: Wolfgang Willner).

Bibermutter mit ihrem Jungen. Pro Jahr bringt ein Biberweibchen nur zwei bis drei Junge zur Welt (Foto: Wolfgang Willner).

Keine Übervermehrung: Junge Biber müssen sich später sein eigenes Revier erkämpfen (Foto: Wolfgang Willner).

03.04.2018

Lange Zeit wurde der Biber gejagt. Noch immer steht er in Deutschland auf der Roten Liste und ist somit vom Aussterben bedroht. Vor 50 Jahren hat der BUND Naturschutz (BN) den Biber zurück nach Bayern geholt. Wo der Biber lebt, steigt auch die Artenvielfalt: Die Fischdichte erhöht sich, die Fische werden größer und die Fischarten mehr.

Biber renaturieren Flüsse und Bäche, sie bauen Dämme und Burgen, in denen verschiedene Tiere neue Lebensräume finden. Auch in Wohnhöhlen in der Uferböschung, den sogenannten "Biberröhren", fühlt sich der Biber wohl. Die Eingänge der Biberburgen oder -röhren liegen immer unter Wasser.

Die neu entstehenden flachen Uferzonen bieten Laubfröschen und kleinen Fischen ein Zuhause. An den tiefen Stellen am Biberdamm warten größere Fische auf Nahrung. Und auch die von Bibern gefällten Bäume dienen der Flussökologie: Sie wirbeln das Wasser auf und sorgen somit für einen höheren Sauerstoffgehalt.

Biber sind reine Vegetarier: Im Winter ernähren sie sich von den Baumresten. Der Nager knabbert Rinden und Zweige von vielen Bäumen und Sträuchern ab. Im Sommer essen Biber vor allem Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen.

Die Tiere haben feste Reviere, die sie vehement gegen andere Biber verteidigen – was auch mit einem Kampf auf Leben und Tod enden kann. Das Reviersystem sorgt dafür, dass die Bestände stagnieren, wo der Biber schon lange lebt. Jungtiere müssen in neue Gebiete abwandern oder werden von den anderen Bibern „verbissen“. Überbevölkerung ist somit biologisch unmöglich. In guten Revieren reichen zwei Kilometer Uferlänge für eine Biberfamilie.