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Pläne aus Berlin gefährden Bayerns Spitzenposition beim Solar-Ausbau

Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Förderung für private Dach-Photovoltaik zu streichen, stoßen beim BN auf scharfe Kritik. Solarenergie ist in Bayern Stromquelle Nummer eins und darf nicht abgewürgt werden. Dach-PV ist zudem die naturverträglichste Art der Stromerzeugung.

02.03.2026

Der BUND Naturschutz in Bayern warnt eindringlich davor, die Förderung für private Dach-Photovoltaikanlagen zu streichen. „Solarenergie ist die Erfolgsgeschichte der Energiewende in Bayern. Sie jetzt auszubremsen, wäre energie- und wirtschaftspolitisch eine Geisterfahrt. Die Ereignisse im Iran und die damit einhergehende Preisexplosion bei Öl und Gas unterstreichen dies ganz aktuell“, erklärt der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe. „Das gilt natürlich auch für die geplante unsägliche Reform des so genannten Heizungsgesetztes, welches unsere Abhängigkeit von diesen unsicheren Energiequellen zusätzlich verfestigen würde. Ich appelliere eindringlich an Ministerpräsident Markus Söder, auf Reiche einzuwirken und diesen Irrsinn zu stoppen – zum Wohle der Bayerischen Natur und Wirtschaft.“

Mit einem Anteil von 29 Prozent an der Stromerzeugung ist Solarenergie im Freistaat bereits die wichtigste Stromquelle – noch vor Wasserkraft und Gaskraftwerken. In den vergangenen Jahren hat der Solarausbau in Bayern massiv an Dynamik gewonnen – insbesondere seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Allein in den letzten drei Jahren wurden rund 12 Gigawatt Leistung neu installiert. Aktuell sind in Bayern etwa 32 Gigawatt Photovoltaikleistung am Netz. Nach Berechnungen des BN werden jedoch rund 67 Gigawatt benötigt, um den Freistaat vollständig mit Solarstrom zu versorgen.

Besonders kritisch sieht der BN die möglichen Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Rund 70 Prozent der installierten PV-Leistung in Bayern stammen bislang von Dachflächen. Gleichzeitig nimmt der Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik stark zu. „Freiflächenanlagen sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Aber sie beanspruchen landwirtschaftliche Flächen und greifen in Landschaftsräume ein. Die Photovoltaik auf dem Dach ist dagegen die erneuerbare Stromquelle mit dem geringsten Eingriff in Natur und Landschaft – sie nutzt bereits versiegelte Flächen und verursacht praktisch keinen zusätzlichen Flächenverbrauch“, betont Geilhufe.

Im Bereich Windenergie liegt Bayern beim Ausbau weiterhin deutlich hinter den notwendigen Zielen zurück. Gerade deshalb dürfe ausgerechnet beim Solarbereich, der sich positiv entwickelt hat, kein Rückschritt erfolgen. „Die Energiewende in Bayern braucht Tempo und Verlässlichkeit. Statt Förderungen zu streichen, müssen die richtigen Anreize gesetzt werden, damit Bürgerinnen und Bürger weiter in saubere Energie investieren“, so Geilhufe abschließend.