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"Bürokratieabbau" und "Modernisierung" im Natur- und Umweltschutz

Mit sogenannten Modernisierungsgesetzen untergräbt die Staatsregierung seit Anfang 2025 gezielt den Schutz von Natur und Umwelt. Sinnvolle Regeln werden Schritt für Schritt abgebaut, die Interventionsmöglichkeiten der Bevölkerung eingeschränkt. Der “Bürokratieabbau” ist nur ein Vorwand, Schutzstandards und Zivilgesellschaft zu schwächen.

Bürokratieabbau – gerne, aber richtig

Intakte Natur, sauberes Wasser, Klimaschutz – all das hängt von Gesetzen ab, die Natur und Umwelt schützen. Diese Gesetze sind das Ergebnis von teils jahrzehntelangem Einsatz engagierter Bürger*innen für den Schutz der Natur. 

Diese Regeln dienen dem Gemeinwohl – was manchen Einzelinteressen im Wege steht. Unter dem Vorwand eines Bürokratieabbaus soll sich das nun ändern: So sollen neue Skipisten, Beschneiungsanlagen und Lifte zukünftig deutlich leichter gebaut werden können. Die Antreiber dieser Entwicklung sprechen von „Vereinfachung“. Ziel der Gesetzesänderungen sind jedoch mehr Profit und weniger Rücksicht aufs Gemeinwohl. 

Ein echter Bürokratieabbau würde durch die “Modernisierungsgesetze” gar nicht erreicht. Denn es gibt mit der Umweltverträglichkeitsvorprüfung bereits ein geeignetes Instrument, um Verfahren zu beschleunigen, sollten tatsächlich keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Schutzgüter bestehen.

Wenn die Natur verliert, verlieren wir alle.

Auch auf Ebene der Europäischen Union werden derzeit wichtige Naturschutzgesetze aufgeweicht – zugunsten kurzfristiger Wirtschaftsinteressen einzelner Branchen. Wir fordern von unseren europäischen Politiker*innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen, statt sie auszuhöhlen. Bitte setzen Sie ein Zeichen und unterstützen Sie die internationale Unterschriftenaktion “Hands Off Nature”!

Hier informieren und unterschreiben

Verfahren abbauen – nicht Schutzrechte: Der BUND Naturschutz ist nicht gegen Modernisierung und auch nicht gegen eine Verschlankung der Verwaltung – sie müssen aber den Abbau von Verfahren bringen, nicht von Rechten und dem Schutz schwächerer Rechtsgüter.

Wir schlagen schon seit vielen Jahren echte Beschleunigungsmaßnahmen vor – die aber nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Hier liegt der Unterschied: Wo wir den Schutz von Gütern für die Allgemeinheit wie intakter Natur im Blick haben, geht es anderen um ihre Einzelinteressen.


Schlag auf Schlag: die Entwicklung im Überblick

Vier Modernisierungsgesetze sind seit Anfang 2025 bereits in Kraft getreten. Weitere sollen folgen. Nicht alle Änderungen richten sich gegen den Schutz von Natur und Umwelt – aber viele. Am Beispiel des Fellhorns im Allgäu wird dies besonders deutlich. Verfolgen Sie die Entwicklung mit:

Pistenbau zerstört großflächig Biotope am Allgäuer Blumenberg

Am Fellhorn bei Oberstdorf sollen auf mindestens 6,3 Hektar Fläche neue Pisten planiert werden, davon liegen 2,3 Hektar in geschützten Biotopen. Vor…

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Anhörung Wirtschaftsausschuss: Viertes Modernisierungsgesetz geht auf Kosten des Gemeinwohls

Bei der heutigen Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss hat der BUND Naturschutz deutlich gemacht: Unter dem Schlagwort „Entbürokratisierung“ plant…

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Fellhorn-Ausbau zeigt Folgen des Modernisierungsgesetzes

Vor dem Ausbau der Seilbahn hätte es früher eine Umweltprüfung gegeben. Durch neues Modernisierungsgesetz können Bauarbeiten zu Lasten der Natur…

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Bündnis „Rettet die Berge“ startet mit Protest-Aktion vor der Staatskanzlei

Das geplante „Dritte Modernisierungsgesetz“ bedeutet einen immensen Rückschritt für den Naturschutz und wird als Fortschritt („Bürokratieabbau“) an…

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3. Modernisierungsgesetz: Angeblicher Bürokratieabbau schadet dem Gemeinwohl

Beteiligungsrechte der Verbände sollen eingeschränkt werden. Stellungnahmen aus der Verbändeanhörung blieben unberücksichtigt. Änderungen an der…

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Keine Einschränkung der Umweltprüfungen für Skigebiete Umweltzerstörung unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus - ohne uns!

Unter dem Vorwand eines Bürokratieabbaus sollen neue Skipisten, Beschneiungsanlagen und Lifte zukünftig deutlich leichter gebaut werden können. Dafür…

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Staatsregierung will Umweltprüfungen für Skigebiete drastisch einschränken

Neue Skipisten, Schneekanonen und Lifte sollen zukünftig deutlich leichter realisierbar werden. Umweltbelange, die die gesamte Gesellschaft betreffen,…

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BN sieht Gefahr von mehr Schottergärten in Bayern

Schottergärten sind in vielen Städten und Gemeinden verboten – könnten aber bald wieder erlaubt sein. Der BN befürchtet gravierende Folgen für das…

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Konkrete Folgen der „Modernisierungsgesetze“

Die bisher vier bayerischen Modernisierungsgesetzen haben konkrete Folgen für Natur und Umwelt, zum Beispiel:

  • Sie erleichtern den Ausbau von Skipisten, Beschneiungsanlagen und Seilbahnen – selbst in Schutzgebieten und Biotopen.
  • Sie senken ökologische und soziale Standards im Baurecht faktisch ab.
  • Die Gesetze verhindern eine kommunale Verpackungssteuer.
  • Sie schränken kommunale Satzungen, die sogenannte Schottergärten eindämmen, stark ein.
  • Sie begünstigen den Wildverbiss im Wald, weil sie die Abschussplanung einschränken. Damit erschweren sie Waldumbau, der wegen des Klimawandels dringend nötig ist.
  • Die Gesetze schwächen die Landesplanung massiv und schränken damit Umweltprüfungen oder Bürgerbeteiligungen bei Raumordnungsplänen stark ein.
  • Sie mindern die Transparenz, indem sie zahlreiche Berichte zu Naturschutz, Klima, Forstwirtschaftsbericht und Lobbyregister abschaffen.