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Kommunalwahl 2026 in Bayern: Naturschutz und Umweltschutz

Am 8. März 2026 finden überall in Bayern die Kommunalwahlen statt. Diese Wahlen haben unmittelbaren Einfluss auf die Menschen und die Natur vor Ort. Der BUND Naturschutz ruft die Wähler*innen in Bayern dazu auf, ihre Stimme für eine besseren Natur- und Klimaschutz in der Kommune abzugeben. Jede Stimme zählt, das gilt besonders für die Kommunalpolitik.

Die Bürger*innen sind gefragt: Am 8. März 2026 werden in Bayern wieder in den meisten Kommunen Stadt- und Gemeinderäte sowie Landkreistage gewählt, dazu (Ober-)Bürgermeister*innen und Landrät*innen. Rund 39.500 kommunale Mandate werden vergeben. 


Welche Bedeutung die Kommunalwahlen haben

Bei keiner Wahl sind die Wähler*innen so nah an den Kandidat*innen wie bei dieser Wahl, oft leben sie Tür an Tür. Und bei keiner Wahl werden Themen und Konflikte so unmittelbar verhandelt wie bei dieser. 

In den Kommunen wird ganz konkret ausgestaltet, was etwa auf Landes- oder Bundesebene eher allgemein beschlossen wird. Auch wenn die Arbeit der Kommunal-Politiker*innen durch rechtliche und finanzielle Vorgaben begrenzt ist, haben sie doch direkten Einfluss auf die konkrete Umsetzung vieler Projekte vor Ort.

Der Schutz von Umwelt, Natur und Klima entscheidet sich vor Ort: Umweltschutz besteht nicht nur aus internationalen Konferenzen und großen Beschlüssen. Er besteht vor allem aus ganz vielen konkreten Entscheidungen und Handlungen vor Ort – in den Kommunen. 

Die Kommunen haben eine hohe Entscheidungs- und Gestaltungsmacht vor Ort. Die Mandatsträger*innen stellen Weichen für zukunftsfähige Kommunen. 

Wie stehen die Politiker*innen bei Ihnen vor Ort zum Schutz von Natur und Umwelt? Wieviel Engagement zeigen dabei, konkret Natur zu schützen?


Was Kommunalpolitiker*innen entscheiden können

Energie und Klimaschutz

  • Energiewende durchsetzen: Kommunalpolitik sichert mit den Wärmeplänen eine klimafreundliche Versorgung und kann die geordnete Stilllegung der fossilen Gasnetze vorbereiten. Damit kann sie Planungssicherheit und faire Lösungen für alle schaffen und die Energiewende vor Ort voranbringen.
  • Vor Folgen der Klimakrise schützen: Sie kann für den Schutz vor Hitze und Überschwemmungen sorgen und so die Lebensqualität von morgen sichern. Denn die Klimakrise trifft unsere Städte und Dörfer ganz direkt – hier muss auch der Schutz von Mensch und Natur umgesetzt werden.
  • An Klimawandel anpassen: Die Kommunalpolitker*innen können sicherstellen, dass sich Kommunen und Städte bestmöglich an die Erderhitzung anpassen und innerörtliche Plätze und Wohnquartiere auch in heißen Sommern nicht zu stark aufheizen.

Schutz von Natur und Landschaft

  • Landschaft ökologisch pflegen: Die gewählten Politiker können zum Beispiel entscheiden, ob kommunale Flächen und Wälder ökologisch und ohne Pestizide gepflegt werden, und ob Moore renaturiert werden.
  • Gewässer schützen: Sie haben es in der Hand, die Bedeutung von naturnahen Bächen, Feuchtgebieten und Mooren für die Speicherung von Wasser für Hitzeperioden und bei Starkregen zu berücksichtigen.
  • Gewässer renaturieren: Ihnen obliegt es, die Renaturierung der kommunalen Gewässer voranbringen und die dafür verfügbaren Mittel aus dem Landes- und Bundeshaushalt zu nutzen.
  • Artenvielfalt fördern: Die Politiker*innen vor Ort  können die Artenvielfalt fördern, indem sie den Biotopverbund umsetzen und kommunale Flächen pestizidfrei halten.
  • Bäume pflanzen und bewahren: Kommunalpolitiker*innen sind diejenigen, die eine Baumschutzverordnung und Durchgrünungskonzepte erlassen können, um das Lokalklima, Lebensqualität und Artenschutz im besiedelten Raum zu verbessern.

Gehen Sie wählen!

Die Kommunalwahlen entscheiden darüber, ob Natur und Umwelt vor Ort auch wirklich geschützt werden.

Sie haben es in der Hand, wer die nächsten sechs Jahre bei Ihnen vor Ort regiert. Prüfen Sie die Aussagen der Politiker*innen und die Programme der Parteien: In wieweit werden sie dem Schutz von Natur und Umwelt gerecht? Nehmen Sie Einfluss, machen Sie Gebrauch von Ihrer Stimme!

Flächenschutz und Verkehr

  • Flächenfraß eindämmen: Die Politiker*innen in den Kommunen haben die Mittel, die weitere Versiegelung von Böden zu bremsen - im Idealfall bis zur „Netto-Null-Versiegelung“.
  • Grün in der Stadt fördern: Sie können dafür sorgen, dass Bebauungspläne weiterhin dazu verpflichten, Bäume zu pflanzen und Grünflächen zu schaffen, so dass auch über gesetzliche Vorgaben hinaus mehr Grün in die Orte kommt. Das erhöht die Lebensqualität und ist eine wichtige Stellschraube, um die Folgen der Erderhitzung abzumildern.
  • Natur bewahren: An den Kommunalpolitiker*innen ist es, sicherzustellen, dass der „Bauturbo“ zu einem echten „Umbauturbo“ in Städten und Gemeinden wird und hilft, wertvolle Ackerflächen und Natur zu erhalten.
  • Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV stärken: Sie haben es in der Hand, integrierte Verkehrsentwicklungspläne mit Vorrang für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen zu schaffen - unterstützt durch einen Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) mit einer Mobilitätsgarantie mindestens von 5 bis 24 Uhr
  • Straßen sicherer machen: Die Politiker*innen können Tempo 30 einführen – wo immer möglich, für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität.
  • Lebensqualität priorisieren: Sie sind in der Lage, kurze Wege im Ort, autofreies Wohnen und weniger Parkplätze zu schaffen - zugunsten von mehr Spiel- und Erholungsfläche.

Gemeinwohl und gesunde Ernährung

  • Am Gemeinwohl orientieren: Kommunen können eine Bilanz der Gemeinwohlökonomie führen und daran stetig ihren Beitrag zum Gemeinwohl verbessern.
  • Ökologisch sinnvoll investieren: Die Kommunen können sich entscheiden, kommunale Gelder in ökologisch und sozial sinnvolle Geldanlagen und Förderprojekte zu investieren.
  • Bio-Lebensmittel fördern: Sie können in öffentlichen Einrichtungen mindestens 50 Prozent ökologische Lebensmittel aus möglichst regionaler und saisonal Produktion durchsetzen.
  • Öko-Landbau stärken: Die Kommunen legen die Kriterien des ökologischen Landbaus für die Bewirtschaftung eigener und verpachteter kommunaler Landwirtschaftsflächen fest.