Hands Off Nature: Verliert die Natur, verlieren wir alle.
Atemluft, Trinkwasser, Lebensmittel, intakte Natur – all das hängt von strengen Schutzgesetzen ab. Dennoch gibt es derzeit auf EU-Ebene Versuche, die Gesetze zum Schutz von Natur und Umwelt aufzuweichen. Die Natur würde damit zu einer Ressource degradiert, die es auszubeuten gilt. Doch wenn die Natur verliert, verlieren wir alle. Erfahren Sie hier, was hinter diesen Plänen steckt und was auf dem Spiel steht.

- document.getElementById('c260416').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">1 Was gerade passiert
- document.getElementById('c260417').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Was auf dem Spiel steht
- document.getElementById('c260418').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Welche Bereiche das im Einzelnen betrifft
- document.getElementById('c260419').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 Faktencheck: Was wirklich Sache ist
- document.getElementById('c260621').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">5 Hands off nature: unsere Forderungen an die EU
- document.getElementById('c260420').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">6 Was ich tun kann
Was gerade passiert
Weniger Umweltschutz unter dem Etikett „Vereinfachung“
Mehrere EU-Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – drängen die Europäische Union derzeit dazu, bestehende Natur- und Umweltschutzgesetze abzuschwächen. Begründet wird das mit Begriffen wie „Entbürokratisierung“ und „Vereinfachung“.
Doch tatsächlich geht es dabei oft nicht um schlankere Verfahren, sondern um weniger Auflagen – auf Kosten von Umwelt, Gesundheit und Gemeinwohl.
Statt Bürokratie werden Schutzrechte abgebaut
Der BUND Naturschutz ist nicht gegen Modernisierung oder effizientere Abläufe. Im Gegenteil: Auch Umweltverbände fordern seit Jahren, Genehmigungsverfahren schneller und transparenter zu machen.
Der entscheidende Punkt ist jedoch: Beschleunigen sollte man Verfahren – nicht den Abbau von Schutzrechten. Es geht um einen klaren Unterschied:
- Unser Ziel: Schutz von Natur, Klima und Gesundheit als Güter für alle.
- Das Ziel der “Vereinfacher”: Weniger Regeln für einzelne wirtschaftliche Interessen.
Europas Natur ist in Gefahr
Es hat Jahrzehnte gebraucht, um unsere Schutzgesetze zu erkämpfen. Lassen wir nicht zu, dass sie still und leise abgeschafft werden. Helfen Sie mit, unsere Natur zu verteidigen. Sagen Sie mit uns gemeinsam: Hands off nature - Hände weg vom Naturschutz!
Die politische Stimmung kippt
In vielen Teilen Europas geraten Natur- und Umweltschutz zunehmend unter Druck. Politische Kräfte stellen Gesetze infrage, die über Jahrzehnte erkämpft wurden und die Grundlage für saubere Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensräume bilden.
Was für viele Bürgerinnen und Bürger ein Schutzschild für Umwelt und Zukunft ist, gilt anderen als Hindernis für ihre eigenen Interessen.
Das Risiko: ein Dammbruch
Mehrere zentrale Naturschutzgesetze sollen nun in kurzer Zeit neu aufgerollt werden. Das würde bedeuten, dass sie erneut den gesamten Gesetzgebungsprozess in Rat und Parlament der EU durchlaufen müssten.
Damit wäre die Tür weit geöffnet für Änderungsanträge, die bestehende Schutzstandards für Tiere, Ökosysteme und Menschen schrittweise abschwächen.
Kurz gesagt: Unter dem Schlagwort „Vereinfachung“ droht ein Abbau von Umwelt- und Naturschutz – mit langfristigen Folgen für uns alle.
Was auf dem Spiel steht
„Absenkung von Schutzstandards“ klingt technisch und harmlos. In Wirklichkeit hat es sehr konkrete Folgen: Arten verschwinden, Ökosysteme zerbrechen, Böden und Gewässer werden stärker belastet – und die Klimakrise verschärft sich weiter.

Mehr Schadstoffe in Wasser und Lebensmitteln
Wenn Umweltauflagen gelockert und Kontrollen reduziert werden, können wieder mehr Schadstoffe aus Industrie und Landwirtschaft in Flüsse, Seen und ins Grundwasser gelangen.
Über Trinkwasser und Lebensmittel kommen die Schadstoffe letztlich bei uns an. Die Folge: steigende Risiken für unsere Gesundheit.
Mehr Luftverschmutzung
Werden Wälder leichter zur Abholzung freigegeben oder Grenzwerte für Chemikalien und Abgase gesenkt, nimmt die Belastung der Luft zu. Mehr Smog, mehr Feinstaub, mehr giftige Stoffe.
Lockerere Regeln mögen einzelnen Unternehmen kurzfristig höhere Gewinne ermöglichen. Für die Bevölkerung bedeuten sie jedoch ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko.
Zerstörte Natur
Naturnahe Wälder, frei fließende Flüsse und unverbaute Landschaften sind in Europa selten geworden. Dass es sie noch gibt, liegt vor allem an ihrem gesetzlichen Schutz.
Wird dieser Schutz geschwächt, breiten sich Flächenverbrauch und Raubbau weiter aus – mit dauerhaften Schäden für Tiere, Pflanzen und ganze Lebensräume.



Verschärfte Klimakrise
Wälder und Feuchtgebiete sind natürliche CO₂-Speicher. Gleichzeitig schützen sie uns vor Überschwemmungen, Hitzewellen und Stürmen.
Wenn diese Ökosysteme geschwächt oder zerstört werden, verlieren wir wichtige Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise – und ihre Folgen treffen uns noch härter.
Die Kosten tragen wir alle
Umweltschäden und Klimafolgen verursachen enorme wirtschaftliche Belastungen. Wenn Verursacher nicht verpflichtet sind, für die Beseitigung ihrer Schäden aufzukommen, zahlt am Ende die Allgemeinheit.
Nach Angaben des Umweltbundesamt beliefen sich allein im Jahr 2022 die gesellschaftlichen Kosten durch Umweltschäden in den Bereichen Straßenverkehr sowie Strom- und Wärmeerzeugung auf mindestens 301 Milliarden Euro.
Schon heute sind die Kosten des Nicht-Handelns beim Klimaschutz deutlich höher als die Investitionen in wirksamen Klimaschutz. Wer den Klimaschutz jetzt abschwächt, verschiebt die Rechnung nur in die Zukunft – und macht sie noch teurer.
Welche Bereiche das im Einzelnen betrifft
Die Angriffe richten sich gegen mehrere wichtige Gesetze. Betroffen sind die folgenden Bereiche.
Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist das zentrale Gesetz zum Schutz der Gewässer in Europa. Sie bildet das Fundament des europäischen Wasserschutzes.
Was sie leistet:
- Sie schützt Flüsse, Seen und Grundwasser – und damit auch unser Trinkwasser.
- Sie schreibt vor, dass sich der Zustand eines Gewässers nicht verschlechtern darf.
- Ihr Ziel ist ein „guter Zustand“ aller Gewässer: durch weniger Verschmutzung und die Wiederherstellung geschädigter Flüsse und Seen.
Warum sie so wichtig ist:
Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Wer die WRRL abschwächt, greift das Herzstück des europäischen Wasserschutzes an.
Eine Aushöhlung der Richtlinie hätte konkrete Folgen:
- Mehr Lebensräume im und am Wasser würden verschmutzt oder zerstört.
- Der Verlust von Tier- und Pflanzenarten würde sich weiter beschleunigen.
- Sauberes Trinkwasser würde knapper und aufwendiger zu sichern.
- Gesundheitsrisiken nähmen zu.
- Die Kosten für medizinische Behandlungen und für die Sanierung verschmutzter Gewässer würden steigen.
- Gewässer könnten ihre wichtige Schutzfunktion bei Überschwemmungen und Dürren schlechter erfüllen.
Kurz gesagt: Wird die Wasserrahmenrichtlinie geschwächt, zahlen Natur, Gesundheit und Gesellschaft den Preis.
Die EU-Waldschutzverordnung (EUDR) soll die weltweite Entwaldung bremsen. Ihr Ziel ist klar: Wälder schützen, indem der Handel mit Produkten aus zerstörten Waldflächen unterbunden wird.
Konkret bedeutet das:
- Produkte, für deren Herstellung Wälder gerodet wurden, dürfen nicht in die EU importiert oder hier verkauft werden.
- Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Lieferketten frei von Entwaldung sind.
Der aktuelle Stand:
- Das Gesetz wurde 2023 beschlossen, ist aber bis heute nicht in Kraft.
- Es wurde bereits zweimal um jeweils zwölf Monate verschoben. Ende 2025 wurde es zudem auf Druck der Industrie deutlich abgeschwächt. Für April 2026 sind weitere Lockerungen geplant.
- Gleichzeitig erreicht der weltweite Verlust von Wäldern ein Rekordniveau.
Derzeit werden zusätzliche Änderungen diskutiert:
- Sie würden das Gesetz faktisch entkernen und wirkungslos machen.
- Internationale Bemühungen gegen die globale Entwaldung würden massiv geschwächt.
- Die weitere Abholzung wertvoller Wälder – etwa für Plantagen oder Viehweiden – würde noch leichter möglich.
Kurz gesagt: Wenn die EUDR weiter verwässert wird, verliert Europa ein zentrales Instrument im Kampf gegen die weltweite Waldzerstörung.
Was die beiden Richtlinien bedeuten:
- Die Vogelschutzrichtlinie der EU schützt alle wildlebenden Vogelarten – besonders bedrohte und ziehende Arten. Sie verbietet schädliche Eingriffe und verpflichtet die Mitgliedstaaten, geeignete Schutzgebiete auszuweisen.
- Die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) geht noch weiter: Sie schützt über 1.000 Tier- und Pflanzenarten sowie 230 wertvolle Lebensräume. Wirtschaftliche Vorhaben dürfen diese Arten und Lebensräume nicht gefährden – sie werden streng geprüft und gegebenenfalls begrenzt.
Sie sind das Fundament des europäischen Naturschutzes:
- Gemeinsam sind diese beiden Richtlinien die ältesten und wichtigsten Naturschutzgesetze der Europäische Union.
- Arten wie Seeadler, Biber und große Beutegreifer konnten sich dank ihres Schutzes erholen.
- Das Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ umfasst heute mehr als 18 Prozent der Landfläche und rund zehn Prozent der Meeresgebiete in der EU.
- Die Erfahrung zeigt: Verbindliche Regeln und verlässliche Finanzierung helfender Natur.
Was eine Abschwächung bedeuten würde
- Mehr Arten könnten dauerhaft verschwinden.
- Ökosystemleistungen im Wert von rund 238 Milliarden Euro pro Jahr gingen verloren.
- Jahrzehntelange Fortschritte im Naturschutz würden zunichtegemacht.
- Auch die Klimaziele der EU gerieten unter Druck, denn viele geschützte Lebensräume speichern CO₂ und wirken wie natürliche Schutzschilde gegen Überschwemmungen und Waldbrände.
Kurz gesagt: Diese Richtlinien schützen nicht nur einzelne Arten – sie sichern die natürlichen Grundlagen unseres Lebens.
Was die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) macht:
- Die Umweltverträglichkeitsprüfung – kurz UVP – stellt sicher, dass große Bau- und Infrastrukturprojekte erst dann genehmigt werden, wenn ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit gründlich geprüft wurden.
- Sie sorgt dafür, dass nicht erst gebaut und dann über Schäden gesprochen wird – sondern vorher genau hingeschaut wird.
- Die UVP stärkt Transparenz und die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie wissenschaftlich fundierte und nachvollziehbare Entscheidungen.
- Sie gewährleistet den Schutz von Artenvielfalt, Wasser, Luft, Boden, Klima, kulturellem Erbe und menschlicher Gesundheit.
Was passiert, wenn die UVP geschwächt wird:
Wird ihr Anwendungsbereich eingeschränkt, die Beteiligung der Öffentlichkeit begrenzt oder die Prüfungstiefe reduziert, bleiben Folgen nicht aus:
- Lebensräume gehen schneller verloren.
- Ökosysteme werden anfälliger für die Auswirkungen des Klimawandels.
- Risiken durch Umweltverschmutzung, Überschwemmungen, Lärm und giftige Abfälle steigen.
- Die demokratische Kontrolle leidet: Es wird deutlich schwerer, schädliche Projekte rechtlich anzufechten.
Kurz gesagt: Ohne eine starke UVP sinkt die Qualität von Entscheidungen – und die Umwelt zahlt den Preis.
Chemikalien: Weniger Schutz durch neue Gesetzespläne
Ein geplantes „Chemikalien-Omnibusgesetz“ würde zentrale Schutzregeln im Umgang mit gefährlichen Stoffen abschwächen.
Vorgesehen ist unter anderem:
- die Abschaffung der Meldepflicht für gefährliche Stoffe in Alltagsprodukten wie Spielzeug, Möbeln oder Elektrogeräten;
- die Abschaffung der SCIP-Datenbank, die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Abfallentsorger darüber informiert, wo problematische Chemikalien enthalten sind;
- niedrigere Sicherheitsstandards für Kosmetika – etwa durch Ausnahmen für Stoffe, die mit Krebs oder Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden, sowie durch geringere Anforderungen an gut lesbare Warnhinweise auf Verpackungen.
Weitere Risiken durch die Überarbeitung von REACH
Auch die geplante Überarbeitung der EU-Chemikalienverordnung REACH-Verordnung birgt Risiken. Unter dem Schlagwort „Vereinfachung“ könnte Sicherheit in den Hintergrund rücken – und damit die Kontrolle gefährlicher Chemikalien geschwächt werden.
Die möglichen Folgen
Sollten diese Vorhaben umgesetzt werden,
- steigt die Menge gefährlicher Chemikalien, denen wir im Alltag ausgesetzt sind;
- nimmt die Transparenz ab, weil wichtige Sicherheitsinformationen schwerer zugänglich sind;
- wird die staatliche Kontrolle problematischer Stoffe geschwächt – mit direkten Risiken für Umwelt und Gesundheit.
Kurz gesagt: Weniger Regulierung bei Chemikalien bedeutet mehr Belastung für Mensch und Natur.
Pestizide
Nach aktuellen Plänen sollen Pestizide – also Mittel gegen „Unkräuter“ und „Schädlinge“ – künftig zeitlich unbegrenzt zugelassen werden.
Das hätte weitreichende Folgen:
- Eine regelmäßige Überprüfung der Risiken würde entfallen.
- Neue wissenschaftliche Erkenntnisse würden nicht mehr automatisch berücksichtigt.
- Verkaufs- und Anwendungsfristen für bereits verbotene Wirkstoffe würden verlängert – problematische Stoffe blieben länger im Umlauf und auf den Feldern.
Dabei sind die Risiken bekannt:
- Pestizide können das Artensterben beschleunigen, Böden und Grundwasser belasten und Rückstände in Lebensmitteln hinterlassen.
- Was auf dem Acker ausgebracht wird, landet am Ende auch in unserer Umwelt – und teilweise auf unseren Tellern.
Nitrate
Nitrate stammen vor allem aus Düngemitteln und Gülle. Durch die landwirtschaftliche Nutzung gelangen sie in Böden und Gewässer.
Die EU-weit geltende Nitratrichtlinie soll genau das verhindern. Sie schreibt unter anderem eine Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr vor. Diese Grenze schützt Flüsse, Seen und Grundwasser vor Überdüngung und Verschmutzung.
Nun schlägt die Europäische Kommission vor, diese Obergrenze anzuheben.
Die möglichen Folgen:
- Die Qualität des Trinkwassers würde leiden – Gesundheitsrisiken und Kosten für die Wasseraufbereitung würden steigen.
- Gewässer würden stärker überdüngt (Eutrophierung). Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasser verlören weiter an ökologischer Stabilität.
Kurz gesagt: Lockerere Regeln für Pestizide und Nitrate bedeuten mehr Belastung für Natur, Wasser und letztlich für uns alle.

Faktencheck: Was wirklich Sache ist
Behauptung: Genehmigungsverfahren dauern zu lange, weil Umweltprüfungen sie ausbremsen. Kürzere Fristen und weniger Prüfungen würden alles schneller machen.
Fakt ist: Lange Verfahrenszeiten haben viele Ursachen. Auch Projekte ohne besonders aufwändige Umweltprüfungen ziehen sich über Jahre – etwa die zweite Stammstrecke der U-Bahn in München.
Die tatsächlichen Gründe für lange Verfahren
- Unzureichende Beteiligung der Öffentlichkeit: Wenn Betroffene zu spät oder nur unvollständig eingebunden werden und Alternativen nicht ernsthaft geprüft werden, kommt es später zu Einwänden, Klagen und Verzögerungen.
- Überlastete Behörden und Personalmangel: Zu wenig Personal bedeutet längere Bearbeitungszeiten.
- Mangelhafte Planung: Fehlerhafte oder unvollständige Unterlagen führen zu Nachbesserungen und neuen Prüfungen.
- Fehlende Digitalisierung und unzureichende Daten: Analoge Abläufe und schwer zugängliche Informationen kosten Zeit.
- Vorgaben im Vergaberecht: Komplexe Ausschreibungsverfahren können Projekte zusätzlich verzögern.
Was Verfahren wirklich beschleunigt
Umweltverbände wie der BUND schlagen seit Jahren konkrete Maßnahmen vor, die Tempo bringen – ohne Umweltstandards zu senken:
- Öffentlichkeit frühzeitig und wirksam beteiligen.
- Verfahrens- und Prüfschritte besser koordinieren.
- Mehr Personal in Behörden, Planungsbüros und Gerichten – vor allem für klima- und umweltpolitisch wichtige Projekte.
- Planungen für Vorhaben vereinfachen, die Klima- und Naturschutz stärken.
- Projekte transparent und nachvollziehbar anhand einer ökologischen Kosten-Nutzen-Analyse priorisieren.
Kurz gesagt: Schnellere Verfahren erreicht man durch bessere Organisation und ausreichende Ressourcen – nicht durch den Abbau von Umweltstandards.
Behauptung: Umweltverbände verzögern oder verhindern ständig Projekte durch Klagen.
Fakt: Zwischen 2021 und 2023 gab es bundesweit nur 208 Klagen von Umweltverbänden – bei tausenden von Projekten. Klagen sind also die Ausnahme, nicht die Regel.
Warum Umweltverbände klagen
- Recht und Gesetz durchsetzen: Die Klagen stellen sicher, dass bestehende Umwelt- und Naturschutzvorschriften eingehalten werden.
- Erfolg und Wirkung: Die meisten Klagen führen zu Nachbesserungen der Projekte, zu umweltverträglicheren Varianten und damit zu mehr Gemeinwohl, Arten- und Klimaschutz sowie Lebensqualität für alle.
Einschränkung der Verbandsklage – keine Lösung
- Wer die Möglichkeit der Verbandsklage begrenzen oder abschaffen will, löst damit keine Projektprobleme.
- Im Gegenteil: Ohne Kontrolle würden geltendes Recht und Umweltstandards häufiger missachtet – mit Nachteilen für Natur, Klima und Gesellschaft.
Kurz gesagt: Klagen sind ein Instrument für mehr Rechtssicherheit und Schutz, nicht für Verzögerungen.
Behauptung: Weniger Umweltvorschriften sparen jährlich 15 Milliarden Euro an Verwaltungskosten und stärken den Wettbewerb.
Fakt: Diese Rechnung berücksichtigt nicht die Folgekosten einer Deregulierung. Sie setzt voraus, dass alle Gesetze automatisch eingehalten werden – was in der Praxis oft nicht der Fall ist.
- Eine Studie der Europäische Kommission zeigt: Die unzureichende Umsetzung von Umweltgesetzen kostet Europa jedes Jahr rund 180 Milliarden Euro – allein für Schäden an Gesundheit und Natur.
- Werden Kontrollen abgeschwächt, steigt die Wahrscheinlichkeit von Gesetzesverstößen – und damit die Kosten noch weiter.
Investitionen lohnen sich: Jeder Euro, der in die Wiederherstellung und den Schutz der Natur gesteckt wird, bringt laut EU-Kommission 38 Euro Rendite zurück – für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
Fazit: Weniger Regeln und Kontrollen mögen kurzfristig Geld sparen, führen aber langfristig zu mehr Schäden, höheren Kosten und schwächerem Wettbewerb.
Kurz gesagt: Wer Umwelt konsequent schützt, spart Geld und sichert zugleich wirtschaftliche Stabilität.
Behauptung: Weniger Umweltprüfungen und geringere Schutzvorschriften für Gemeingüter verschaffen europäischen Unternehmen Wettbewerbsvorteile.
Fakt: Dafür gibt es keinen Beweis. Im Gegenteil: Intakte Natur, funktionierende Ökosysteme, sauberes Wasser, reine Luft und fruchtbare Böden sichern die Zukunft und sparen langfristig viel Geld.
- Zunehmende Naturkatastrophen, Artenverlust und der Rückgang wichtiger Ökosystemleistungen kosten die Wirtschaft enorme Summen. Laut dem World Economic Forum im Global Risks Report 2026 zählen sie zu den größten langfristigen Gefahren für Unternehmen und Volkswirtschaften.
- Bereits im Juli 2025 betonte die Europäische Kommission, dass Umweltpolitik entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der EU ist. Umweltrecht und Umweltpolitik tragen zu Wohlstand, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung bei – sie sind also kein Hindernis, sondern ein Vorteil.
Zukunftsmärkte setzen auf Nachhaltigkeit: Der GreenTech-Sektor wächst rasant (vgl. Umweltbundesamt, GreenTech made in Germany 2025). Viele Unternehmen investieren in umwelt-, klima- und naturverträgliche Technologien – gerade weil sie darin einen echten Wettbewerbsvorteil sehen.
Fazit: Wer die Umwelt schützt, stärkt langfristig die Wirtschaft. Weniger Vorschriften bringen kurzfristig keinen Vorteil – im Gegenteil: intakte Natur ist der Schlüssel zu nachhaltigem Wettbewerb.
Hands off nature: unsere Forderungen an die EU
Behalten Sie die Umweltschutzmaßnahmen bei.
Die bestehenden Naturschutzgesetze zeigen klare Erfolge. Sie müssen nicht geändert, sondern konsequent umgesetzt werden.
Lehnen Sie Versuche ab, den Umweltschutz zu schwächen.
Diese Gesetze schützen unsere Ökosysteme, Gesundheit und Zukunft. Jede Lockerung gefährdet uns alle.
Respektieren Sie Wissenschaft und Bürgermeinung.
Umweltgesetze basieren auf jahrelanger Forschung und demokratischer Willensbildung. Die Bürger*innen fordern stärkeren Naturschutz und keine weiteren Risiken.
Was ich tun kann
Schließen Sie sich der europaweiten Aktion “Hands Off Nature an”. Dass wir um jahrzehntelang erkämpfte Schutzgesetze bangen müssen, betrifft jede Bürgerin und jeden Bürger Europas. Denn wenn die Natur verliert, verlieren wir alle.
Geben Sie der Natur eine Stimme: Politiker*innen bewegen sich umso eher, je mehr Druck sie von uns Bürger*innen kommen. Auf diese Weise konnten wir in der Vergangenheit schon viel erreichen. Jede Stimme zählt.
Unterstützen Sie unseren Appell an die europäischen Politiker*innen, die bestehenden Naturschutzgesetze zu verteidigen, statt sie auszuhöhlen. Setzen Sie ein Zeichen und unterschreiben Sie bei der internationalen Aktion “Hands Off Nature”!





