Tag des Artenschutzes: Naturschutzgesetze müssen mit aller Kraft verteidigt werden
Zum Tag des Artenschutzes am 3. März warnt der BUND Naturschutz vor weiteren Deregulierungen in Bayern und auf EU-Ebene, die zu Lasten der Natur gehen. „Die bayerische Staatsregierung arbeitet mit Ihren so genannten Modernisierungsgesetzen gegen Umwelt- und Naturschutz. Unter dem Deckmantel der Entbürokratisierung werden hier wichtige Errungenschaften und Regeln zum Schutz unserer bayerischen Heimat einfach abgesägt – das ist ein fatales Zeichen in Zeiten der Klima- und Biodiversitätskrise“, erklärt die BN-Artenschutzexpertin und stellvertretende Landesbeauftragte Dr. Christine Margraf.
Auch auf EU-Ebene sollen unter dem Vorwand Wettbewerbsfähigkeit europäische Umweltgesetze geschliffen werden. Zahlreiche Umweltorganisationen protestieren dagegen mit der europaweiten Kampagne „hands off nature“. Auch der BN ruft die Menschen auf, die Petition zu unterschreiben und ein klares Signal zu senden (BN-Initiative dazu siehe hier).
Im Fokus stehen etwa für den Artenschutz zentrale Regeln zum Schutz des europaweiten Biotopverbundnetzes Natura 2000. Es schützt auch in Bayern seit 1992 sowohl typische als auch gefährdete Arten und Lebensräume wie Gewässer, Auen, Moore, Wiesen und Wälder. Zusammen mit erst 2024 beschlossenen Regelungen für die Wiederherstellung gestörter Ökosysteme soll so Bayerns Naturerbe und -Kapital erhalten und verbessert werden. Margraf weiter: „Viele Arten profitieren bereits davon, aber wir haben noch keine Trendwende – dafür brauchen wir eine bessere Umsetzung und nicht weniger Regeln für den Schutz.“
Margraf abschließend: „Der Schutz unserer natürlichen Ressourcen steht auf dem Spiel. Es geht jetzt darum zu verhindern, dass unsere Lebensgrundlagen für Profit-Interessen von Konzernen bedroht und zentrale Schutzgesetze ausgehöhlt werden. Wer Wasser, Natur, Luft und Boden weniger schützt, schadet uns allen – und insbesondere auch der Wirtschaft. Vermeintlichen Kosteneinsparungen für Unternehmen stehen viel höhere Kosten für uns alle durch zerstörte Natur und Klimawandel gegenüber. Nicht ökologisches Handeln, sondern extreme Wetterereignisse, Artenverlust und zunehmende Belastungen der Ökosysteme sind Hemmnisse für die Wirtschaft, zukünftigen Wohlstand, Lebensqualität und Sicherheit auch in Bayern.“
