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Umfrage zur Mobilität: Mehrheit der Menschen in Bayern für den Erhalt statt Neubau von Autobahnen

Groß angelegte Studie im Auftrag des BUND zeigt breite Ablehnung für klima- und umweltschädliche Straßenbauprojekte. Bundesweiter Aktionstag am Wochenende.

15.06.2022

In einer für den BUND durchgeführten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitus Civey sprechen sich 62 Prozent der Befragten in Bayern dafür aus, dass Steuergelder nicht in den Neubau von Autobahnen oder Bundesstraßen gesteckt werden, sondern für deren Erhalt verwendet werden sollen. Deutschlandweit sind es 59 Prozent. Das ist die Mehrheitsmeinung in allen Altersgruppen sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Der Landesbeauftragte des BN Martin Geilhufe dazu: „Die Kosten für neue Betonschneisen gehen in die Milliarden, während marode Straßen und Schienenwege zerbröseln, weil das Geld für die Sanierung fehlt. Allein in Bayern sollen in den nächsten Jahren Fernstraßen mit einer Gesamtlänge von 1.500 Kilometer gebaut werden. Die Menschen sind weiter als große Teile der Politik. Sie erkennen, dass mehr Straßen zu mehr Verkehr führen und unsere Probleme in der Mobilität nicht lösen. Mehr Autobahnen und Bundesstraßen zerstören die Natur, verstärken das Artensterben und sind klimaschädlich.“ 

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist zudem der Meinung, dass der Natur- und Klimaschutz beim geplanten Neubau von Autobahnen/Bundesstraßen stärker als bisher berücksichtigt werden soll (Bayern: 60 Prozent, Deutschland: 55 Prozent). “Die Menschen erleben die Auswirkungen der Klimakrise und sehen das Artensterben vor ihrer Haustür. Sie verstehen, dass es so nicht weitergehen kann. Die CSU hat zwölf Jahre lang den Bundesverkehrsminister gestellt und trägt eine große Verantwortung für diese fehlgeleitete Politik“, so Geilhufe.

Auch unter dem neuen FDP-Verkehrsminister Volker Wissing ist kein Umdenken zu erkennen. Gemeinsam mit vielen Organisationen und Bewegungen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) deshalb dazu auf, am kommenden Wochenende (18./19. Juni) für eine soziale und klimagerechte Mobilitätswende auf die Straßen zu gehen. Dabei finden über Deutschland verteilt verschiedene Protestaktionen statt, Motto: Autofreie Tage selber machen – soziale und klimagerechte #MobilitätswendeJetzt! (siehe hier: https://www.bund.net/mitmachen/mobilitaetswende-jetzt/ )

 
Die anstehende Überprüfung des Bundesverkehrswegeplans gibt die Chance, gravierende Fehler der Fernstraßenplanungen zu korrigieren. Der BN fordert in diesem Zusammenhang zusammen mit dem BUND einen Stopp aller laufenden Planungen und im Bau befindlichen Projekte und eine Überprüfung dieser Projekte unter vollständiger Einbeziehung aller umwelt- und klimarelevanten Aspekte.

 „Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss der CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2030 halbiert werden. Wir benötigen dringender denn je eine echte Mobilitätswende, die mehr Platz für Menschen statt für Autos schafft“, so Geilhufe abschließend.


Hinweis zur Umfrage:


Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. vom 3. bis 6. Juni 2022 bis zu 10.000 deutsche Bundesbürger ab 18 Jahren online zur Mobilitätswende befragt. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des angegebenen statistischen Fehlers repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit.