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Der Biber: ein Steckbrief

Vor 54 Jahren hat der BUND Naturschutz (BN) den Biber zurück nach Bayern geholt. Erfahren Sie hier mehr über den nützlichen Baumeister!

Der Europäische Biber (Castor fiber) ist das größte Nagetier Europas und das zweitgrößte weltweit – nach dem Südamerikanischen Wasserschwein. Ein ausgewachsenes Tier wird bis zu 1,40 Meter lang. Davon entfallen etwa 30 Zentimeter auf die „Kelle“, den typischen Schwanz des Bibers.

Mit dem Biber ist dem BUND Naturschutz die erfolgreichste Wiedereinbürgerung eines Wildtieres in Bayern gelungen. Heute sorgt der Ureinwohner für mehr Artenvielfalt und Hochwasserschutz im Freistaat.

Verbreitung und aktueller Bestand

  • In Bayern sind mittlerweile alle Naturräume und fast alle Landkreise besiedelt (ca. 6.500 Reviere mit 22.000 Exemplaren).
  • Wo der Biber bereits seit 40 bis 50 Jahren vorkommt, stagniert der Bestand. Er wird sich auch in Zukunft nicht erhöhen, da dort alle möglichen Reviere besiedelt sind und ein tödliches Reviersystem des Bibers (Verbeißen von Jungtieren) ein Anwachsen verhindert.
  • Die Bestände nehmen deshalb nur noch an den Rändern der Verbreitung durch abwandernde Jungtiere zu (z.B. Voralpenraum, Oberfranken).
  • Eine Übervermehrung des Bibers ist biologisch unmöglich.

Körperbau und Merkmale

  • Nagezähne sehr groß, ständig nachwachsend, selbstschärfend, mit dicker orangeroter Schmelzschicht versehen
  • sehr gute Taucher und Schwimmer; dichtes und wasserabstoßendes Fell schützt vor Auskühlung; wasserabweisende Wirkung wird durch Pflege mit Bibergeil (Castoreum) aufrechterhalten; Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterfüße
  • abgeplatteter, keulenförmiger Schwanz (Kelle) ist unbehaart und mit Schuppen bedeckt; dient im Wasser als Ruder aber auch zur Fettspeicherung
  • hauchdünne, transparente Haut (Nickhaut) schützt die Augen unter Wasser; Ohren und Nasenlöcher können verschlossen werden; Tauchgang bis zu 20 Minuten möglich

Gewicht

30 bis 40 Kilogramm; ein Biber kann damit schwerer als ein Reh werden

Fortpflanzung

  • Biber leben monogam
  • Geschlechtsreife im Alter von zweieinhalb bis vier Jahren
  • Tragzeit etwa drei Monate
  • zwischen April und Juni Geburt von zwei bis vier Jungen

Nahrung

  • rein vegetarisch
  • im Sommer vor allem Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen
  • im Winter Rinden und Zweige weicher Hölzer wie Pappeln oder Weiden und vieler anderer Baum- und Straucharten
  • Nahrungsbedarf etwa 2 bis 3 Kilogramm pro Tag (inkl. „Abfälle“)

Lebensraum

Gewässerreiche Landschaften und naturnahe Flussabschnitte, auch siedlungsnahe Gräben oder Fischteiche werden besiedelt

Reviergröße

In guten Revieren reichen zwei Kilometer Uferlänge für eine Biberfamilie

Lebenserwartung

durchschnittlich 10 Jahre, ausnahmsweise auch bis zu 25 Jahre

Gefährdungsursachen

  • Straßentod
  • Hochwasser (Jungtiere im Bau)
  • illegale Tötung (mutmaßlich oft aufgrund von Vorurteilen und mangelndem Wissen)
  • Ertrinken in Reusen

Gefährdungsstatus

  • Rote Liste Deutschland: gefährdet
  • Rote Liste Bayern: seit 2003 nicht mehr aufgeführt
  • Sie sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng und besonders geschützt

Schutzstatus

Europa: streng geschützte Art (FFH-Richtlinie)

Systematik

Europäischer Biber (Castor fiber)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Biberverwandte (Castorimorpha)
Familie: Biber (Castoridae)