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Der Braunbär  

Der Braunbär (Ursus arctos) ist ein Säugetier aus der Familie der Bären (Ursidae). Er kommt in mehreren Unterarten – darunter Europäischer Braunbär (U. a. arctos), Grizzlybär (U. a. horribilis) und Kodiakbär (U. a. middendorffi) – in Eurasien und Nordamerika vor.

Als eines der größten an Land lebenden Raubtiere der Erde spielt er in zahlreichen Mythen und Sagen eine wichtige Rolle.

Als zumindest vermeintlicher Nahrungskonkurrent und potenzielle Gefahr wurde der Braunbär im letzten Jahrhundert vielerorts dezimiert bis hin zu seiner Ausrottung in vielen Ländern. So gibt es in West- und Mitteleuropa nur noch wenige Bären. Innerhalb des deutschen Sprachraums leben nur in den österreichischen Alpen zwei getrennte Populationen (ca. 15-20 Individuen), weitere Populationen leben in den angrenzenen Alpenländern (v.a. Italien, Slowenien). In Deutschland leben derzeit keine Braunbären mehr. Europaweit leben noch etwa 6.000 bis 10.000 dieser stark gefährdeten Tiere.

Wildtier des Jahres 2005: Der Braunbär

Vor ungefähr 170 Jahren in Deutschland ausgerottet, ist der Braunbär von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres 2005 gewählt worden. Die Schutzgemeinschaft hofft, dass diese Bärenart bald wieder in Deutschland heimisch wird, konnten doch durch Projekte in Österreich und der Schweiz Braunbären wieder ausgewildert werden. Außerdem ist eine Zuwanderung der Bären aus dem Süden und Osten in die Alpen beobachtet worden, was auf eine Neuansiedlung auch hierzulande hoffen lässt. Das Umherstreifen des jungen männlichen Braunbären "Bruno" (JJ1), der im Somer 2006 vom Trentino bis in die bayerischen Alpen gewandert ist, läßt auch für die bayerischen Alpen hoffen, dass diese früher hier heimische Tierart auch in Deutschland wieder Lebensraum findet. Umso bedauerlicher war es, dass dieser Jungbär Ende Juni 2006 abgeschossen wurde. Hintergründe und eine Zusammenfassung dieser Geschehnisse finden Sie zusammen mit den Forderungen des Bund Naturschutz im "BN aktuell: Bärenland Bayern ? " (download). Bär Bruno hat uns gezeigt, dass der Lebensraum der bayerisch-österreichischen Alpen geeignet wäre für die Rückkehrer, dass die überwiegende Zahl der Menschen die Rückkehrer freudig und herzlich begrüßt und als Bereicherung ansieht, dass aber andererseits die Verwaltung auf den Umgang mit den Rückkehrern nicht vorbereitet war. In bayern wurde nach dem Abschuss des Bären Bruno ein erster managementplan für den Umgang mit Braunbären in Bayern erarbeitet (www.stmug.bayern.de).

Der BN setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass früher hier heimische Wildtiere wieder Lebensraum finden (hier mehr Informationen).

 

Merkmale:

Die Europäische Unterart des Braunbären ist g oß und gedrungen, mit einer Kopf-Rumpf-Länge von ca. 170-250 cm,  Schwanzlänge: 6-14 cm,  Schulterhöhe: 90-110 cm, und einem Gewicht von ca. 120-250 kg

Braunbären sind vorwiegend d ämmerungs- und nachtaktiv und l eben u.a. in großräumigen Waldgebieten und Gebirgswäldern. Die  Reviergröße variiert sehr stark, von ca. 10-1600 qkm. Die weiblichen Jungtiere bleiben gewöhnlich in der Nähe ihres Heimatreviers. Die weit umherstreifende Bären sind fast immer junge Männchen.

In der nahrungsarmen Zeit des Winters halten Braunbären unregelmäßige Winterruhe. 

Paarungszeit ist von April bis August. Nach einer Tragezeit von 7 bis 9 Monaten kommen im Winterlager meist 2 bis 3 sehr kleine Junge, nackt und blind zur Welt. Die Jungtiere werden rund 4 Monate gesäugt, bleiben aber etwa zwei Jahre bei der Mutter. Danach gehen sie eigene Wege, geschlechtsreif werden sie mit 4-5 Jahren.

Ernährung:

Die Allesfresser ernähren sich hauptsächlich von vegetarischer Nahrung. Im Sommer und Herbst größtenteils von Beeren, Eicheln, Bucheckern und Kastanien. Neben Gräsern, Kräutern und Blüten stehen Nüsse und Pilze auf ihrem Speiseplan. An fleischlicher nahrung nehmen sie unter anderem Insekten und deren Larven, Vögel und deren Eier sowie kleinere Nagetiere zu sich, wobei Braunbären in der Regel nur kranke und schwache Individuen erbeuten können. Auch frisches Aas verschmäht der Bär nicht, früher hat er beispielsweise Wölfen ihre Beute streitig gemacht. Wölfe gibt es heute kaum mehr, dafür umso mehr „leichte Beute“, nämlich die Schafe und andere Haustiere in der Kulturlandschaft. Im Normalfall reißt der Bär jedoch nur selten Schafe, in Österreich beispielsweise durchschnittlich nur 2 Schafe/ Bär im Jahr.

Braunbär

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