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BN und aufgeMUCkt fordern Grenzen des Wachstums am Flughafen München

2019 haben Umweltthemen starke gesellschaftliche Rückendeckung bekommen. Sowohl im Klima- wie im Artenschutz musste auch die bayerische Staatsregierung auf den Druck reagieren und Aktionspakete vorlegen, das Naturschutzgesetz verschärfen bzw. am Klimaschutzgesetz arbeiten. 2019 entstand „Flugscham“, die Abschaffung der Kerosinsteuerbefreiung wurde Wahlthema bis zur EU-Ebene und die Forderung nach Abschaffung des Förderprogrammes für Flugverbindungen des Flughafens München findet breite Unterstützung.

03.01.2020

"Nur am Flughafen München scheint man nach wie vor in seiner Blase des scheinbar unendlichen Wachstums zu leben, als ginge Klima- und Artenschutz den Flughafen nichts an", kritisiert Dr. Christine Margraf, stellvertretende Landesbeauftragte des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN). "Während die ganze Welt über den Klimaschutz diskutiert, plant der Flughafen München einen gigantischen Ausbau für die klimaschädlichste Fortbewegung, den Flugverkehr: Ein "4. Terminal", Ausbau Terminal 1, Vorfelderweiterung im Osten", ergänzt Prof. Dr. Christian Magerl vom BN Freising und Sprecher des Aktionsbündnisses aufgeMUCkt.

"Der weitere Ausbau des Flughafens, allen voran das "4. Terminal" muss gestoppt werden", fordern BN und aufgeMUCkt von der bayerischen Staatsregierung. Bezüglich der derzeit diskutierten Schaffung einer Fernbahnanbindung des Flughafens München haben sie erheblich Zweifel, dass sie tatsächlich zu einer Reduktion der Zubringerflüge führen würde. "Bereits jetzt bestehen erhebliche Verlagerungspotentiale von Kurzstreckenflügen auf Schiene und Bahn, die endlich umgesetzt werden müssen", so Magerl.

BN und aufgeMUCkt kritisieren, dass der Flughafen München 2019 zahlreiche Planungen vorangetrieben bzw. umgesetzt hat, die mit einem gewaltigen Flächenverbrauch im Erdinger Moos verbunden sind und die alle darauf zielen, den Flughafen immer mehr wachsen zu lassen und Passagiere, aber auch andere - völlig flughafenunabhängige - Nutzungen anzuziehen.

"Durch den Ausbau der AirSite West mit dem sogenannten LabCampus im Westen und vieles andere mehr sind die Belastungsgrenzen für die Region hinsichtlich Flächenverbrauch, Verkehr, Stickoxide, Feinstaub mehr als erreicht", so Manfred Drobny, Geschäftsführer des BUND Naturschutz Freising und Erding.

2020 werden BN und aufgeMUCkt eine Petition an den bayerischen Landtag einreichen, mit der die Subventionen am Flughafen München gestoppt werden sollen. Die FMG hat unter verschiedenen Bezeichnungen seit 1994 nachweislich mindestens 384 Mio. Euro an Subventionen an Fluggesellschaften bezahlt. Ziel war die Förderung des Luftverkehrswachstums am Flughafen München. Hierdurch konnten Billigfluglinien Flugtickets zu Dumpingpreisen anbieten. Sie wurden damit an den Flughafen München gelockt, während die FMG gleichzeitig einen vermeintlichen Bedarf für eine dritte Startbahn beschwor. "Wir erleben eine breite Zustimmung zu dieser Petition, haben bereits etwa 12.000 Unterschriften gesammelt und werden sie noch im ersten Quartal 2020 an den bayerischen Landtag einreichen", so Martin Falkenberg, Sprecher des Aktionsbündnisses aufgeMUCkt. 

Endgültig gestoppt werden muss auch die 3. Start- und Landebahn: Bei den Flugbewegungen hat sich das Wachstum 2019 deutlich abgeschwächt und wird wohl unter 1 % liegen. Zum Ende des Jahres hat sich auch das Wachstum bei den Passagierzahlen abgeschwächt, es ist zu hoffen, dass dies die dringend erforderliche Trendwende ist. Trotz einer zehnjährigen Aufschwungphase in Deutschland ist es der FMG nicht gelungen, bei den Flugbewegungen die Höchstwerte der Jahre 2007 und 2008 erneut zu erreichen. "Die Entwicklung ist damit nach wie vor weit von den Prognosen für die Begründung einer 3. Start- und Landebahn entfernt. Wir fordern die Staatsregierung zum wiederholten Male auf, endlich die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses zu beantragen", so Margraf.

Flugsubventionen am Flughafen München stoppen: Hier mitmachen!

Der Staat hat 384 Millionen Euro in die Subventionierung von Fluggesellschaften gesteckt, um so einen Bedarf an einer höchst umstrittenen dritten Startbahn am Flughafen München vorzutäuschen. Das ist ein Skandal. Zudem hätte man mit dem Geld an anderer Stelle sehr viel Sinnvolles bewirken können. Die Subventionen müssen sofort aufhören. Unterschreiben Sie hier unseren Appell!