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BUND Naturschutz warnt vor drastischen Eingriffen durch B26n

B26n greift in wertvolle Lebensräume ein

25.01.2021

Schon seit den 1970er Jahren gibt es Bestrebungen für den Bau der ehemals als Westumfahrung von Würzburg bezeichneten Trasse zwischen den Autobahnen A 70 und A 3. Als B26n wird diese nun quer durch wertvolle Natur- und Landschaftsbereiche in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg geplant. Für den ersten Bauabschnitt um Arnstein wird wohl schon im Sommer das Planfeststellungsverfahren beginnen. „Würde die B 26n tatsächlich gebaut werden, wäre dies mit unausgleichbaren Eingriffen in Natur und Umwelt verbunden“, warnt Erwin Scheiner, Vorsitzender beim BUND Naturschutz, Main-Spessart.

Zentrale Ziele, die man mit dem Bau der rund 43 Kilometer langen Mammuttrasse quer durch bisher weitgehend unzerschnittene Gebiete der Landkreise Main-Spessart und Würzburg erreichen wollte, wurden längst revidiert – so zum Beispiel eine Entlastung von Würzburg. „Nun verspricht man den Bewohnerinnen und Bewohnern im Werntal eine Entlastung vom Durchgangsverkehr, verschweigt aber, dass mit dem Festhalten an dieser archaischen Monsterplanung kleinräumige Verkehrslösungen verhindert werden und neuer Verkehr induziert wird, der sich gerade in den Raum Lohr und die Fränkische Platte ergießen wird“, beschreibt Erwin Scheiner eine Auswirkung der Planung. Dies liegt auch darin begründet, dass in vier Abschnitten geplant und gebaut wird und insbesondere der Verbindungsast zur A 3 durch den Landkreis Würzburg in weiter Ferne liegt und eine Umsetzung mehr als fraglich ist. Hier besteht gemäß Bundesverkehrswegeplan aktuell kein vordringlicher Bedarf. Der Landkreis Würzburg und die betroffenen Gemeinden lehnen die Trasse mit gutem Grund ab.

Betroffen wären durch Überbauung und Durchschneidung auch wertvolle Lebensräume geschützter Arten, wie Bechsteinfledermaus und Mittelspecht. Zahlreiche Waldflächen (rund 50 Hektar), die durch die Klimakrise ohnehin schon massiv beeinträchtigt sind, müssten gerodet werden. Eine Wiederaufforstung an anderer Stelle wird aufgrund der zunehmenden Trockenperioden kaum möglich sein. Auch zahlreiche Wasserschutzgebiete, wie das Schutzgebiet „Brunnen“ im Werntal bei Karlstadt-Stetten oder das „Zellinger Becken“, wären bei Umsetzung der Planung gefährdet. Eingriffe in das Grundwasser mit Grundwasserabsenkungen und -austritten wären mehr als wahrscheinlich. Dies wiegt in der zunehmend trockenen Region besonders schwer. Für ganz Unterfranken hat sich die Grundwasserneubildungsrate um über 26 Prozent (!) verringert, vergleicht man das langjährige Mittel der Jahre 1970 bis 2000 mit dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Auch das Landschaftsbild würde, vor allem durch gigantische Brückenbauwerke im Werntal und über den Main, erheblich leiden.

„Nicht beachtet wird auch, dass für das Erreichen der Klimaziele eine Mobilitätswende stattfinden muss. Die vorliegende Planung zementiert jedoch geradezu eine rückwärtsgerichtete Politik, ohne Rücksicht auf die Probleme der Zeit, wie die voranschreitende Klimakrise, den dramatischen Rückgang der Biodiversität und den anhaltend hohen Flächenverbrauch“, so Steffen Jodl, BN-Regionalreferent für Unterfranken.

Für Rückfragen:

Steffen Jodl
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Regionalreferent Unterfranken
E-Mail: steffen.jodl@bund-naturschutz.de
0160/5611341