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Geplanter Kiesabbau: BN setzt sich für bedrohten Wald bei Schwandorf ein

Angesichts der Pläne für einen weiteren Kiesabbau mit einer Größe von knapp 18 Hektar (entspricht ca. 25 Fußballfeldern) nördlich des Schwandorfer Stadtteils Klardorf hat sich der BUND Naturschutz beim Erörterungstermin am 7. Juli vehement für den Erhalt der mehr als 10,5 Hektar Waldbestand eingesetzt. Auch angesichts der stark klimaschädlichen Auswirkungen dieses Vorhabens hält der BN die Pläne für unverantwortlich.

13.07.2023

„Vor allem die geplante Waldrodung am Rande des bestehenden Trinkwasserschutzgebiets ist für den BN nicht akzeptabel. Diese würde auch den Klimaschutzzielen widersprechen, da nicht nur in den Bäumen, sondern auch im Humus des Waldbodens große Mengen CO2 gespeichert sind, die dadurch weitgehend freigesetzt werden. Es wäre auch ein Widerspruch zur gesetzlich vorgeschriebenen Beachtung von Klimaschutzaspekten sollte der betreffende Waldbestand zur Rodung freigegeben werden“, erklärt Reinhard Scheuerlein, BN-Regionalreferent für die Oberpfalz. „Insbesondere bei diesem Waldgebiet, wo im Regionalplan kein Vorrang-, sondern nur ein Vorbehaltsgebiet für Rohstoffabbau vorgesehen ist, müssen auch andere wichtige Aspekte wie der Klima- und Artenschutz beachtet werden.“

Klaus Pöhler, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Schwandorf ergänzt: „Durch den exzessiven Kiesabbau in der Landschaft entlang des Naabtals sind bereits in den letzten 50 Jahren etwa 100 Hektar Wald verloren gegangen. Das durch Rodung teilweise bedrohte Waldgebiet gehört zu den letzten identitätsstiftenden Landschaftsteilen in diesem Bereich. Eine solche Häufung von Kiesabbauflächen auf eng begrenztem Raum ist nicht akzeptabel. Damit würden dieser Naturraum und die dort lebenden Menschen unverhältnismäßig und überproportional belastet! Die Verpflichtung zum sparsamen Umgang mit Grund und Boden darf dort nicht weiter missachtet werden. Eine Ersatzaufforstung an anderer Stelle könnte verlorengehende Waldfunktionen vor Ort nicht ausgleichen und bräuchte viele Jahrzehnte des Wachstums, vergleichbare Aufgaben im Naturhaushalt übernehmen.“

Der BUND Naturschutz hat bei dem 6-stündigen Erörterungstermin auch bemängelt, dass die Planung keinerlei Alternativenprüfung enthält und darauf gedrängt, dass ein Abbau, der nur auf Flächen außerhalb des betreffenden Waldes durchgeführt wird, als Planungsalternative geprüft wird.