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Wir helfen bei der Amphibienwanderung!

Eine feuchte, frostfreie Frühjahrsnacht, blinkende Taschenlampen, schemenhafte Bewegungen am Straßenrand, Eimer voller Kröten, Molche und Frösche: Während der sogenannten „Krötenwanderung“ sind natürlich nicht nur Kröten, sondern auch unzählige Frösche und Molche unterwegs. Ehrenamtliche vom BUND Naturschutz retten allein in Bayern jährlich etwa eine halbe Million Amphibien vor dem Straßentod. Es ist die größte Artenschutzaktion im Freistaat.

Sie möchten aktiv werden? Unsere Karte zeigt Ihnen, welche Gruppen noch Unterstützung suchen und wie Sie sie kontaktieren können. Wir freuen uns auf dich! Es werden immer Helfer für die sogenannte „Krötenwanderung“ gesucht.

Außerdem können Sie uns helfen, die Datenbank zu den Amphibien-Wanderwegen aktuell zu halten.

Wenn Sie bereits einen Wanderweg betreuen, geben Sie die aktuellen Zahlen in unsere Online-Datenbank ein – eine kurze Anmeldung genügt. In der Datenbank können Sie auch selbst auf Suche gehen und etwa erfahren, wie sich die Wanderwege und die Amphibienpopulationen in ihrem Landkreis oder an Ihrer Wanderstrecke entwickeln.

Wenn Sie Interesse daran haben, selbst eine Rettungsaktion für Amphibien an Straßen durchzuführen und mit dem BUND Naturschutz vor Ort zusammenarbeiten möchten, helfen Ihnen die Informationen am Ende dieser Seite, eine Aktion gezielt und wirksam zu planen.

Wie kommt es zur Amphibienwanderung?

Mit Ausnahme des Alpensalamanders wandern alle unsere heimischen Lurcharten im Frühjahr oft mehrere Kilometer zu geeigneten Gewässern, um sich dort fortzupflanzen – die Amphibienwanderung.

Wann es so weit ist, verrät ihnen eine Art innere Uhr. Hormone versetzen sie dann in Wanderbereitschaft. Wenn die Bodenfröste nachlassen, die Nachttemperaturen über fünf Grad Celsius liegen und es draußen feucht ist, sind die Bedingungen am besten und die Tiere machen sich von den Winterquartieren auf zu ihren Fortpflanzungsgewässern. Jahr für Jahr kommt es deshalb im Frühling zu Massenwanderungen von Amphibien, meist in der Dämmerung. Dabei wandern die verschiedenen Arten zu unterschiedlichen Zeiten.

Während z. B. Grasfrosch und Erdkröte sehr früh im Jahr unterwegs sind, machen sich z. B. Teich- und Seefrosch erst später auf den Weg. Auch die Dauer einer Wanderung variiert von Art zu Art und kann von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten dauern.

Besonders auffällig sind die Wanderungen der Erdkröte: Die Tiere tauchen im zeitigen Frühjahr meist in großer Anzahl und häufig konzentriert auf wenigen Metern Straße auf. Die männlichen Erdkröten begeben sich bei der „Krötenwanderung“ zuerst auf die Reise, die Weibchen folgen wenig später. Nach dem Ablaichen wandern die Weibchen gleich ins Sommerquartier, dadurch überschneiden sich Zu- und Abwanderung an den Gewässern oft. Die Männchen bleiben etwas länger, bis sie sicher sind, dass keine weiteren Weibchen kommen werden. Durch Frost oder Trockenheit kann die Wanderung mehrmals unterbrochen werden.

Die immer höhere Straßendichte führt dazu, dass die meisten Tiere bei ihrer Wanderschaft Fahrbahnen überqueren müssen. Gerade im direkten Umfeld von Laichgewässern kann die Anzahl an überfahrenen Tieren so groß werden, dass die Existenz der ganzen Population auf dem Spiel steht. Das Risiko auszusterben wird bei den sowieso schon seltenen Arten extrem erhöht.

Was machen die "Krötenretter"?

Wenn sich die Lurche im „Hochzeitsfieber“ auf die Straße zubewegen, schlägt die Stunde der Krötenretter. Die freiwilligen Helfer des BUND Naturschutz (BN) sind zur Zeit der Krötenwanderung an rund 450 Straßenabschnitten im Einsatz – eine der größten Artenschutzaktionen Bayerns. Überall in Bayern haben sie bereits im Februar und März entlang von Straßen Amphibienzäune aufbauen lassen oder sie selbst aufgebaut. Diese hindern die Tiere daran, auf die Straße zu hüpfen oder kriechen. Die Amphibien suchen entlang der Zäune einen Durchschlupf und landen schließlich in Eimern, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt wurden. Auch zahlreiche andere Kleintiere wie Laufkäfer werden hierdurch gerettet.

Die Retter befreien die Amphibien dann aus ihrer misslichen Lage und bringen sie wohlbehalten über die Straße. Das rettet jährlich etwa einer halben Million Amphibien das Leben!

„Wir wissen heute, dass ohne dieses Engagement viele Amphibienpopulationen ausgestorben wären. Unser Dank gilt daher besonders den Menschen, die sich nicht selten über viele Jahre hinweg bei der Krötenwanderung engagieren!“, sagt Kai Frobel, Artenschutzreferent des BUND Naturschutz. Mit rund 6.000 Helfern handelt es sich um die größte ehrenamtliche Artenschutzaktion in Bayern.

Auf was sollten Helfer achten?

Vorab eine Bitte: Wenn Sie bei der Amphibienwanderung helfen wollen, vergessen Sie Ihre eigene Sicherheit nicht! Sammeln Sie nicht spontan bei Nacht und Regen Tiere von der Straße! Gerade beim Amphibienschutz muss an die eigene Sicherheit gedacht werden.

Der BN sucht immer Unterstützung für bestehende oder sich gründende Helfergruppen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nur Freude an der Natur, eine gewisse Wetterfestigkeit und geeignete Kleidung sind nötig, denn Amphibien wandern am liebsten bei Regen und Nachttemperaturen von über fünf Grad. Folgende Maßnahmen werden von BN-Gruppen ergriffen, um die freiwilligen Helfer bei der Krötenwanderung zu schützen:

  • Abstimmung der Maßnahmen mit den Baulastträgern (den Verantwortlichen für die Straße) und den Naturschutzbehörden
  • Sicherung des Straßenabschnitts mit Warnschildern,
  • Schulung in das was zu tun ist,
  • Ausstattung der Helfer mit Erhebungsbogen, Warnwesten, etc.,
  • ggf. Aufwandsentschädigung für Benzin, Taschenlampen und Batterien
  • ggf. Information zu Schulungen und Tagungen rund um den Amphibienschutz.

Amphibienhelfer sollten immer so wenig wie möglich auf der Straße laufen! An Wanderstrecken sollten immer einseitig oder beidseits der Straße Amphibien-Schutzzäune installiert werden, sodass die Helfer die Betreuung neben der Straße durchführen können. Bei besonders gefährlichem Verkehrsaufkommen empfiehlt sich zusätzlich die abwechselnd halbseitige Verkehrssperrung mittels einer Ampelanlage.
Die Mithilfe von Kindern muss gut bedacht werden: Einerseits ermöglicht die Mitarbeit Kindern unvergessliche Naturerlebnisse. Andererseits ist die Arbeit an einer Straße immer gefährlich und kann nur unter Aufsicht erfolgen. Vor allem traditionell betreute Wanderwege werden gerne von Schulklassen besucht. Hier sollten die Organisatoren (z.B. die Kreisgruppe) überlegen, ob sie nicht Warnwesten kaufen, um in diesen Fällen alle Kinder entsprechend sichern zu können.

In vielen Landkreisen werden die Amphibienschutz-Aktivitäten auf Kreisebene durch den BN oder auch über andere Verbände wie z.B. den Landschaftspflegeverband koordiniert. Dies erleichtert das Organisieren der Schutzaktionen, jährliche Treffen auf Landkreisebene ermöglichen einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch, bei dem schöne Erlebnisse, Probleme und Verbesserungsvorschläge in gemütlichem Rahmen diskutiert werden können.

Wie arbeitet man mit saisonalen Amphibienzäunen?

Ein mobiler, saisonaler Amphibienzaun ist eine vergleichsweise kostengünstige Lösung für den Amphibienschutz an Straßen, die aber mit einem großen und jährlichen Organisationsaufwand verbunden ist: Amphibienwanderungen erstrecken sich in der Regel über sechs Wochen. Gerade bei individuenstarken Wanderwegen muss eine größere Helfertruppe gefunden und organisiert werden. Hierfür stellen wir Ihnen ein Excel-Formular bereit, das jedes Jahr angepasst werden kann und die Organisation der Helfer untereinander, aber auch die Abrechnung (es können Entschädigungsgelder beantragt werden – dies kann bei der Unteren Naturschutzbehörde erfragt werden) erleichtert.

Die Organisation des Zaunmaterials, der Auf- und Abbau sowie die Einlagerung erfolgt an vielen Straßen inzwischen durch den Baulastträger (Behörde, die für den Unterhalt der Straße zuständig ist). Die örtlichen Betreuer geben dann lediglich das Startzeichen zum Auf- und Abbau und betreuen die Amphibien-Schutzzäune.

Es gibt fertige Amphibien-Schutzzäune von verschiedenen Händlern, die sich zumindest bei Erdkröten und Grasfröschen gut bewährt haben. Wichtig ist der Einbau am Boden, denn Amphibien, vor allem Molche, finden jede kleine Lücke durch die sie sich drücken können. In der Regel kommt man um das Eingraben des Zaunfußes in den Boden nicht herum. Der Zaun sollte auf jeden Fall oben gegen die Wanderrichtung umgebogen sein, denn alle Amphibien, vor allem aber Molche und Laubfrösche, können sehr gut auch an glatten Wänden klettern. Sollte der Zaun oben nicht straff umgebogen bleiben, werden die Tiere eine Lücke finden! Jeder Kontrollgang auf der Suche nach Amphibien muss also auch dazu genutzt werden, den Zaun zu kontrollieren und nachzubessern!

Auf was ist bei der Arbeit mit Zäunen zu achten?

„Zum Handwerk gehört das Klappern“: Wanderwege, die im Umfeld frequentierter Wege oder Straßen liegen, sollten mit einer Hinweistafel versehen werden, die Passanten über die (BUND-)Maßnahme informieren.

Alle Betreuer sollten funktionierende Taschenlampen, Erhebungsbögen, ein Smartphone oder einen Fotoapparat sowie Werkzeug zum Nachbessern des Zaunes bei sich tragen. Es kann sinnvoll sein, einen Bauwagen oder ähnliches an der Wanderstrecke während der Aktion aufzustellen, um alle Dinge hier zu lagern.

Bei den Sammelaktionen bitte immer die Amphibienarten bestimmen und zählen! Nur das Sammeln und das Eintragen dieser Daten in die Amphibien-Datenbank des BUND Naturschutz machen es möglich, einen Überblick über die Bestandsentwicklung vor Ort und bayernweit zu erhalten oder auch die Notwendigkeit des Baus einer stationären Schutzanlage zu erkennen.

Um die Lurche leichter fangen zu können und so den Arbeitsaufwand am Zaun etwas einzuschränken, sollte mit Fangeimern gearbeitet werden. Die Eimer (10 Liter Eimer mit geradem Rand oder mit Deckel, wobei die Deckel so ausgeschnitten werden, dass nur ein Überkletterrand bleibt) müssen so eingegraben werden, dass die Amphibien hineinfallen, wenn sie den Zaun entlanglaufen. Die Lage der Eimer sollte durch Speichern der GPS-Daten festgehalten werden – so findet man im nächsten Jahr die alten Löcher schneller wieder und man kann die Wanderschwerpunkte der Arten leichter in einer Karte darstellen. Nach Absprache mit dem Baulastträger können die Eimer auch ganzjährig eingegraben werden, wenn sie über einen dicht schließenden Deckel verfügen und die Vegetation darüber gemäht werden kann. Die Kreisgruppe Rosenheim etwa hat Röhren aus weichmacherfreiem Kunststoff fest in die Straßenböschung eingebaut, in die im Frühjahr die Fangeimer eingehängt werden. Die Röhren werden nach der Fangaktion mit einem Deckel fest verschlossen. Wichtig ist, dass die Röhren inklusive Deckel so tief in die Böschung eingegraben sind, dass sie bei Mäharbeiten nicht stören! Auch das jährliche Einmessen der Eimer mittels GPS kann so entfallen.

Die Kreisgruppe Rottal Inn hat eine Aufrollhilfe für Amphibienschutzzäune entwickelt, die die mühsame Arbeit des Einrollens erleichtert. Nähere Infos, ein Demo-Videoclip und eine Bauanleitung können bei der Kreisgruppe erfragt werden.

Vorsicht: Beim Einsatz von Fangeimern besteht die Gefahr, dass Amphibien vertrocknen beziehungsweise erfrieren. In die Eimer sollte daher während der Betreuungszeit eine Handvoll Laub gegeben werden, unter dem sich die Tiere verstecken können. Natürlich verpflichtet der Einsatz von Fangeimern zur täglichen Kontrolle, bei großer Trockenheit oder Frost morgens und abends! Häufig finden sich in den Eimern auch andere Tiere. Ein dünner Stock, der vom Boden zum Eimerrand führt, hat sich als Kletterhilfe gerade für Käfer bewährt. Dennoch sterben gerade Mäuse häufig in den Fangeimern. Diese Tiere sollten bestimmt werden. Handelt es sich um seltene Mausarten, ist die Methode für diesen Ort ungeeignet.

Provisorische, nur im Frühjahr aufgebaute Zäune haben methodisch Grenzen: An ihnen wird in der Regel nur die Zuwanderung von Erdkröten, in selteneren Fällen auch die Rückwanderung der Erdkröten betreut. Die Abwanderung der Jungtiere, die Frühjahrswanderungen anderer, später und zeitlich weniger konzentriert wandernder Arten sowie die Herbstwanderung von Erdkröten werden dagegen nicht erfasst. Die ganzjährige Installation eines Amphibienzaunes würde zwar zu einem weitgehend ganzjährigen Schutz der Amphibien führen, sie würde aber auch zahlreiche weitere Tierarten (Kleinsäuger, Eidechsen, Spinnen, Käfer) auf ihren Wanderwegen ganzjährig stark beeinträchtigen. Zudem ist die Betreuung solcher Zäune sehr arbeits- und zeitintensiv.

Sind Straßensperrungen eine Option?

Eine Straßensperrung wird nur dann von Autofahrern akzeptiert, wenn sie über fest montierte Sperrplanken erfolgt, die nicht umfahren werden können. Eine Straßensperre kann nur durch den Baulastträger organisiert werden. Auf die Straßensperrung muss ausreichend und großräumig über Umleitungsschilder und in Pressemitteilungen hingewiesen werden. Die Sperrung einer Straße nur in den „heißen Amphibiennächten“ erfordert die Präsenz eines amphibienkundigen Fachmannes, der in der gesamten Wandersaison (in der Regel sechs Wochen pro Jahr) täglich beurteilt, wie sich das Wanderaufkommen entwickeln wird und witterungsabhängig entsprechende Maßnahmen veranlasst – es ist somit eine sehr zeitintensive Methode. Eine nächtliche Straßensperrung während der gesamten Wandersaison der Amphibien wird in der Bevölkerung eher akzeptiert, da man sich auf die Sperrung einstellen kann. Der Erfolg von Straßensperrungen ist stark abhängig von der Dauer, vom Verkehrsaufkommen sowie von der Einsicht der Bevölkerung. Straßensperrungen werden in der Regel nur die Zuwanderung von Erdkröten sichern, in selteneren Fällen auch deren Rückwanderung. Die Abwanderung der Jungtiere, die Frühjahrswanderungen anderer, später und zeitlich weniger konzentriert wandernder Arten und die Herbstwanderung von Erdkröten werden dagegen nicht erfasst.

Wann sind dauerhafte Schutzanlage und Amphibientunnel sinnvoll?

Von einem dauerhaften Amphibien-Leitsystem spricht man, wenn Amphibien durch fest an einer Straße installierten Barrieren am Überqueren gehindert werden. Sie müssen also notgedrungen an den Leitbarrieren entlangwandern und gelangen so zu einem Amphibientunnel (Amphibien-Durchlass). In diesem können sie gefahrlos die Straße unterqueren.

Ein dauerhaft installiertes Amphibien-Leitsystem hat folgende Vorteile:

 

  • Es ist die derzeit effektivste bekannte Amphibien-Schutzmaßnahme, die mit einem normalen Betrieb der Straße einhergeht, da sie einen ganzjährigen Schutz für Amphibien – auch der abwandernden Jungamphibien – bietet. Fotofallen haben gezeigt, dass große Tunnel auch von Hasen, Reptilien, Fledermäusen, Schmetterlingen und anderen genutzt werden. Zur Zeit werden beispielsweise immer wieder Biber gemeldet, die auf dem Weg zwischen Teich und Futterplätzen Amphibientunnel wählen.
  • Der ehrenamtliche Betreuungsaufwand wird auf ein Minimum reduziert.
  • Es führt zu keiner oder zu einer vernachlässigbaren Beeinträchtigung des Straßenverkehrs. Der Nachteil liegt einzig in den vergleichsweise hohen Kosten. Dauerhafte Amphibien-Schutzanlagen sollten daher nur gebaut werden, wenn davon auszugehen ist, dass sich der Landlebensraum und das Laichgewässer in absehbarer Zeit nicht amphibienfeindlich verändern werden. Stationäre Amphibien-Schutzanlagen müssen als Sonderbauwerk unter Berücksichtigung der vor Ort gegebenen ökologischen und technischen Rahmenbedingungen geplant und gebaut werden. Sowohl bei Leitsystemen als auch bei Durchlässen (Tunnel) stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung – heute wissen wir, dass alle speziell zu diesem Zweck hergestellten Materialien funktionieren, sofern sie fachgerecht eingesetzt werden. Stationäre Schutzanlagen müssen von Fachleuten geplant und umgesetzt werden, die sowohl genaue Kenntnis von Amphibien als auch von der Technik haben! Ehrenamtliche Arbeit sollte sich in diesem Zusammenhang darauf beschränken:
  • den Anstoß zur Voruntersuchung der Notwendigkeit einer stationären Schutzanlage zu geben,
  • die Erfahrungen zum Wanderverhalten der Tiere an diesem speziellen Wanderweg darzustellen (Sammeldaten, möglichst Eimer-bezogen von mit GPS eingemessenen Fangeimern),
  • gegebenenfalls eine Amphibien-Sonderuntersuchung zu unterstützen,
  • Unterstützung bei der Akzeptanzkontrolle, die die Effizienz einer Anlage immer nach zwei beziehungsweise fünf Jahren überprüfen sollte,
  • den Erfolg einer Schutzanlage durch Beobachtungen zu überprüfen und gegebenenfalls auf Mängel hinzuweisen (zum Beispiel Müll in den Durchlässen, hohes Gras an den Leitwänden).

Darüber hinausgehende ehrenamtliche Arbeit im Zusammenhang mit der Planung und der Bauausführung sollte schon allein aus Haftungsgründen vermieden werden. Laien planen ja auch keine Straßenbrücken!

Wer ist für Amphibienschutz an Straßen zuständig?

Egal, welche dieser Schutzmaßnahmen Sie durchführen möchten: Es ist immer wichtig und meist auch notwendig, rechtzeitig (spätestens im Januar) mit Amphibienschutz-Experten und betroffenen Behörden über geplante Schutzaktionen zu sprechen. Ansprechpartner vor Ort können sein:

  • Untere Naturschutzbehörde,
  • Kreis- oder Ortsgruppe des BN,
  • Landesbund für Vogelschutz (LBV),
  • Landschaftspflegeverband,
  • Baulastträger (Behörden, die zuständig für den Unterhalt der Straßen sind). Je nach Straße ergeben sich folgende Zuständigkeiten:
  • Gemeinde, Stadt (Ortsverbindungsstraßen oder Straßen innerorts),
  • Landkreis (Kreisstraßen),
  • Straßenbauamt (Staatsstraßen, Bundesstraßen),
  • Autobahndirektion (Autobahnen).

Bei diesen Stellen erhalten Sie Informationen zu Schutzmaßnahmen, Unterstützung beim Beschaffen von notwendigen Materialien, Genehmigungen für Beschilderungen und vieles mehr.

Was tun bei Kabelkanälen an Bahntrassen?

Überall entlang von Bahnstrecken sind Kabelschächte zu sehen. Sind sie aufgeständert oder flach in den Boden eingegraben sind sie für kleinere Tiere wie Amphibien ohne ökologische Bedeutung. Haben sie jedoch die Höhe von Bordsteinen oder sind noch höher, so sind sie ernst zu nehmende Wanderhindernisse. In Bad Kissingen gibt es einen Amphibienwanderweg, der eine Bahntrasse an der Stelle kreuzt, an dem die Kabeltrasse zusätzlich über eine Betonwand abgesichert werden musste. Damit die Tiere dennoch wandern können, wurde ein flexibles Element entwickelt, das vor Ort einfach befestigt werden kann. Es kann den variablen Höhen der Hangsicherung und der Kabelschächte angepasst werden, sein Konzept lehnt sich an die Ausstiegshilfen aus Gullies an. Leider konnte die Funktionsfähigkeit bisher an keinem individuen- und artenstarken Wanderweg getestet werden.

 

In der Schweiz wurden Untersuchungen mit über die Kabelschächte führende Betonrampen durchgeführt, deren Ergebnisse hier nachlesbar sind.