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AUF DER SUCHE NACH DEM GARTENSCHLÄFER

Bisher kaum beachtet schrumpfen die Bestände des Gartenschläfers in Bayern. Der BUND Naturschutz will den Rückgang stoppen. Doch dafür muss erstmal erforscht werden, wo er noch zu finden ist. Gehen Sie mit auf die Suche!

Der Gartenschläfer ist unverwechselbar: Oberseite braun, Unterseite weiß, große Augen und Ohren, schwarze Augenmaske, stark behaarter Schwanz (Bild: Rudi Leitl)

Der Gartenschläfer ist eng verwandt mit dem etwas größeren Siebenschläfer und der kleinen Haselmaus. Wie alle Bilche oder Schlafmäuse ist er nachtaktiv und hat deshalb große Augen, große Ohren und lange Schnurrhaare. Der Körper ist 10 bis 17 cm lang, das Gewicht beträgt 45 – 140, im Herbst, vor dem Winterschlaf bis zu 200 Gramm. Er ist anhand der deutlichen Gesichtsmaske gut von anderen Bilchen und Kleinsäugern zu unterscheiden. Manchmal ist auch sein Pfeifen, Keckern und Quietschen zu hören

Während die Art in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen überwiegend in warmen Weinbergslagen und in Siedlungsnähe lebt, bewohnt er in Bayern vorzugsweise Wälder in höheren Lagen. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Mittelgebirgen Ost- und Nordostbayerns im Frankenwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzer und Bayerischer Wald. Nachweise gab es bis vor einigen Jahrzehnten aber auch im Alpenraum, in Unterfranken und sehr vereinzelt auch über das restliche Bayern verteilt.

Bedrohliche Bestandsentwicklung

Viele Nachweise des Gartenschläfers sind schon mehrere Jahrzehnte alt. Aktuelle Zahlen gibt es momentan nur aus dem Naturpark Fichtelgebirge, wo seit 2013 Daten zu dem Bilch gesammelt werden. Die fehlenden Sichtungen in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes  in den letzten Jahren lassen dramatische Bestandsrückgänge befürchten. Die Gründe hierfür sind unklar. Denn obwohl Deutschland eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Gartenschläfer hat, existieren kaum aktuelle Daten zur Verbreitung der Tiere.

Hier können Sie Ihre Gartenschläfer-Beobachtungen melden: 

www.gartenschlaefer.de

AKTIV WERDEN FÜR DEN GARTENSCHLÄFER

Bilche sind gute Kletterer (Bild: Rudi Leitl)

Hier setzt der Bund Naturschutz gemeinsam mit fünf Landesverbänden des BUND, der Senckenberg Gesellschaft und der Universität Gießen in seinem Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" an: Mit Hilfe von Ehrenamtlichen und standardisierten Untersuchungen wollen wir den Bestand des Gartenschläfers erfassen und dem Ausmaß und den Ursachen des Artrückgangs auf die Spur kommen.

Für die Spurensuche nach dem scheuen Bilch mit der Zorromaske zählen wir darauf, dass sich ein ähnlich aktives und erfolgreiches »Forscher*innen-Netzwerk« herausbildet, wie es bei der Wildkatze der Fall ist. Beobachtungen (auch Altdaten) können – am besten mitsamt Foto – an die E-Mail-Adresse: gartenschlaefer@bund-naturschutz.de geschickt werden. Melden Sie sich auch gerne bei dieser E-Mail, wenn sie auf der Suche nach den Gartenschläfern helfen wollen.

Erste Hinweise auf das Vorkommen des nachtaktiven Bilchs können beispielsweise Nester oder Haare in Vogelbrutkästen liefern. Eine gezielte Suche kann mit Spurtunneln erfolgen, in denen die Tierchen Ihre Fußabdrücke hinterlassen.  Oder mit auf Futterköder ausgerichteten Wildtierkameras. Spurtunnel und Kameras können vom BUND Naturschutz zur Verfügung gestellt werden.

Aufbauend auf der Bestandsaufnahme und der Analyse der Rückgangsursachen werden schließlich erste Artenhilfsmaßnahmen durchgeführt und ein bundesweites Schutzkonzept entwickelt und umgesetzt.

Das sechsjährige Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.