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BUND Naturschutz sucht Mitmachende bei der Gartenschläfer-Suche

Der BUND Naturschutz startet anlässlich des „Tages des Artenschutzes“ am 3. März ein Artenschutzprojekt im bayerischen Alpenraum. Bisher kaum beachtet schrumpfen die Bestände des Gartenschläfers in Bayern ebenso wie bundesweit. Einer der letzten Rückzugsräume der kleinen Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“ in Bayern befindet sich im bayerischen Alpenraum. Hier lassen vereinzelte Funde der letzten Jahre darauf hoffen, dass im Allgäu und Werdenfelser Land vielleicht noch mehr Tiere zu finden sind. Und darauf, dass mit geeigneten Hilfsmaßnahmen der Gartenschläfer hier vor dem Aussterben gerettet werden kann. Um dies herauszufinden, ist der BUND Naturschutz (BN) auf der Suche nach Freiwilligen, die bei der Gartenschläfersuche dieses Jahr aktiv werden wollen. Er lädt dafür zur Online-Informationsveranstaltung am 19. März 2021 von 17:00–19:00 Uhr ein.

02.03.2021

Der kleine Verwandte des Siebenschläfers ist in vielen Regionen fast unbe­merkt sehr selten geworden oder gar ganz verschwunden. Die Gründe hier­für werden aktuell in dem sechsjährigen Projekt „Spurensuche Gartenschlä­fer“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt untersucht. Die Spurensuche im Allgäu und Werdenfelser Land ist wichtiger Teil der Forschungsstrategie des bundesweiten Projektes, das in Bayern vom BUND Naturschutz in Zu­sammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft koordiniert wird. „Mit diesem Projekt wollen wir helfen, den dramatischen Rückgang der Gartenschläfer zu stoppen“, so Uwe Friedel, BN-Projektleiter Gartenschläfer. „Dafür müssen wir zunächst wie bei einem Puzzle so viele Daten wie möglich sammeln. Auch im Allgäu und Werdenfelser Land wollen wir wertvolle Puzzlestücke zusammen­tragen, um das Rätsel des Rückgangs zu lösen. Dafür sind wir auf ehrenamt­liche Helferinnen und Helfer angewiesen.“

Der BUND Naturschutz veranstaltet am 19. März 2021 von 17:00–19:00 Uhr eine Online-Informationsveranstaltungen. Interessenten wenden sich bitte an die jeweilige BN-Kreisgruppe oder die Landesfachgeschäftsstelle München (fa@bund-naturschutz.de). Ein Anmeldelink für die Veranstaltung wird dann einige Tage vor dem Termin herumgeschickt.

Die zu den Nagetieren zählenden nachtaktiven Gartenschläfer sind Schlaf­mäuse beziehungsweise Bilche und leben ausschließlich in Europa. Noch be­finden sie sich im Winterschlaf, doch im April, spätestens Mai wachen die Tiere auf. Ihre Gesichtszeichnung, die an Zorros Maske erinnert, macht sie unverwechselbar. Seit Jahrzehnten werden starke Rückgänge der Bestände verzeichnet. Es ist höchste Zeit, die Ursachen dafür zu erforschen und die richtigen Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Im ersten Projektschritt wird nun untersucht, wo genau es überhaupt noch wie viele Gartenschläfer gibt. Erste Hinweise auf das Vorkommen der nachtaktiven Bilche können bei­spielsweise Nester oder Haare in Vogelbrutkästen liefern. Eine gezielte Su­che kann mit auf Futterköder ausgerichteten Wildtierkameras oder mit Spurtunneln erfolgen. Mit Hilfe von Haar- oder Kotanalysen z. B. aus Nist­kästen können weitergehende wissenschaftliche Fragestellungen beantwor­tet werden. Darüber hinaus können Bürger/innen, die einen Gartenschläfer gesehen oder gar fotografiert haben, dies auch im Internet direkt bei der Gartenschläfer-Meldestelle (www.gartenschlaefer.de) melden.

Mit Hilfe der Daten werden durch die Senckenberg Gesellschaft und Schlaf­maus-Experten der Universität Gießen mögliche Ursachen des Rückgangs untersucht: von einer genetischen Verarmung bis zu Krankheiten und Para­siten oder Einflüssen der Klimaveränderung. Aus den Ergebnissen sollen dann Schutzmaßnahmen entwickelt werden. Das Projekt wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie durch den Bayerischen Naturschutzfond.

Mehr zum Projekt:
https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/gartenschlaefer

Online-Meldestelle für Gartenschläfer-Sichtungen:
www.gartenschlaefer.de