MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Geschichte von 1980 bis 1990

1983

Der Bund Naturschutz in Bayern feiert in Ingolstadt sein 70-jähriges Jubiläum und überschreitet die Marke von 50.000 Mitgliedern. Besonders öffentlichkeitswirksam ist das Engagement des BN gegen das Waldsterben, den Rhein-Main-Donau-Kanal sowie die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Wackersdorf. Das Verhältnis zwischen BN und bayerischer Regierung verschlechtert sich dabei bis zur offenen Eskalation. Diese Themen bewirken einen Mobilisierungsschub. Bis 1988 erhöht sich die BN-Mitgliederzahl auf fast 77.000.

Seit 1981 findet eine lebhafte öffentliche Debatte um die Luftverschmutzung und ihre Auswirkungen auf Mensch und Natur statt. Der BN, insbesondere Hubert Weiger und unterstützt durch den Münchner Forstwissenschaftler Prof. Peter Schütt, beteiligt sich über Kundgebungen, Petitionen und Gutachten an der Diskussion. Eine Unterschriftenaktion des BUND erbringt 1983 über 190.000 Unterschriften. Politik und Behörden verabschieden eine Reihe umweltpolitischer Maßnahmen zur Luftreinhaltung, darunter Rauchgasentschwefelungsanlagen in Kraftwerken sowie die Einführung des Katalysators.

1986

Der spätere stellvertretende BN-Vorsitzende Sebastian Schönauer gründet die „Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung“ (IKT). Zusammen mit zahlreichen Bürgerinitiativen kämpft Schönauer für eine Erhaltung der dezentralen Trinkwasserversorgung und einen umfassenden Trink- und Grundwasserschutz.

Ausgangspunkt für die Gründung war der nach Jahrzehnten erfolgreiche Kampf gegen die im Spessart seit 1978 geplante Trinkwassertalsperre Hafenlohtal. 2008 wurden die Planungen für die Talsperre endgültig aufgegeben.

1989

Der BN feiert das Ende der geplanten WAA in Wackersdorf. Der BN befindet sich seit 1982 mit der ersten Großkundgebung gegen die WAA in Schwandorf mit den Hauptrednern Prof. Dr. Robert Jungk und Hubert Weiger in der ersten Reihe der Protestierenden. Hubert Weinzierl begeht seinen 50. Geburtstag am 3. Dezember 1985 demonstrativ auf dem geplanten Baugelände im Taxöldener Forst. Neben dem BN-Landesverband und seinem damaligen Energiereferenten, dem Atomphysiker Dr. Ludwig Trautmann-Popp, engagieren sich gemeinsam mit der hauptbetroffenen Kreisgruppe Schwandorf (Klaus Pöhler) landesweit auch viele Kreis-, Orts- und Jugendgruppen mit phantasievollen Aktionen wie symbolischen Atommüllfässertransporten, Waldspaziergängen, Konzerten, Mahnfasten oder „Die-Ins“ gegen die WAA. Von gewalttätigen Aktionsformen - bei den Großdemonstrationen zu Ostern und Pfingsten 1986 kommt es zu heftigen Konfrontationen zwischen Demonstranten und Polizei, bei denen durch den Einsatz von CS-Gas erstmals bei einer Anti-AKW-Kundgebung Tote zu beklagen sind - distanziert sich der BN dabei entschieden.

Nach Öffnung der innerdeutschen Grenze initiiert der BN auf Grundlage der Untersuchungen des BN-Artenschutzreferenten Kai Frobel am 9. Dezember in Hof mit dem „Grünen Band“, dem Schutz der Biotopkette des früheren Grenzstreifens, ein herausragendes nationales Biotopverbundprojekt. 2002 wird es  durch eine ebenfalls vom BN, Hubert Weiger, angestoßene Erweiterung  zum Grünen Band Europa und damit zu einem der weltweit größten Naturschutzprojekte.