Jahresbericht 2025: Themen, Erfolge, Finanzen
Was unternimmt der BUND Naturschutz für Bayerns Natur? Welche Erfolge hat er erzielt? Wie finanziert er seine Arbeit? Antworten finden Sie im Jahresbericht.

Ein emotional bewegendes Jahr liegt hinter uns. Unser Vorsitzender Richard Mergner konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder zur Wahl antreten. Wir wünschen ihm alles Gute und sind sehr dankbar für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Bayerns Natur und den Verband. Viele große Erfolge wie der Atomausstieg oder das gewonnene Volksbegehren »Rettet die Bienen« fallen in die Zeit seines Wirkens.
Der neue Landesvorstand mit Martin Geilhufe an der Spitze hat mit viel Elan die Arbeit aufgenommen, begleitet von einem großen Medieninteresse an der neuen Verbandsspitze. Vielen Verbänden, Institutionen und Ministerien stattete der neue Vorsitzende mit Mitgliedern des Landesvorstands einen Antrittsbesuch ab. Trotz zahlreicher Angriffe auf Naturschutzstandards, auf Beteiligungsmöglichkeiten und das Ehrenamt hat der BUND Naturschutz auch 2025 Erfolge verbuchen können.
So fielen die Gelder für Maßnahmen im Rahmen der Landschafts- und Naturpark-Richtlinien (LNPR) nach massiven Protesten nicht dem Rotstift zum Opfer, sondern konnten gerettet werden. Eine Aufnahme vieler gefährdeter Arten ins bayerische Jagdgesetz konnte verhindert werden. Auch vor Gericht hat der BN die Interessen der Natur vertreten – meist mit Erfolg. Gesetzliche Standards im Umwelt bereich drohen unter die Räder zu geraten. Mit Sorge sehen wir auch Angriffe auf die Zivilgesellschaft und das Ehrenamt. Der BN wird sich weiterhin vehement gegen die Deregulierung auf allen Ebenen stellen. Der BN wird sich wehren dagegen, dass sogenannte Modernisierungsgesetze in Bayern Verbändebeteiligung einschränken, auf Bundesebene durch ein so genanntes Infrastrukturzukunftsgesetz die Belange des Naturschutzes nicht mehr gehört werden oder auf EU-Ebene ein massiver Angriff auf bewährte Naturschutzgesetzgebungen begonnen hat.
2025 stand im Zeichen des BN Schwerpunktthemas Wasser. Statt Wasser zu gefährden, müssen wir es besser schützen als jemals zuvor, denn die Klimakrise führt auch in Bayern zu sinkenden Grundwasserständen und langen Trockenperioden wie in diesem Sommer. Und wenn es regnet, wird dies immer häufiger in Form von Starkregen sein, der Hochwassergefahr mit sich bringt. Die beste Maßnahme dafür ist, den Wasserhaushalt der Natur zu unterstützen, zum Beispiel durch die Wiedervernässung von Mooren oder die Renaturierung von Bächen und Flüssen. Hier leistet das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur der Europäischen Union wertvolle Dienste. Bei vielen solcher Renaturierungsprojekte ist der BUND Naturschutz Akteur oder Partner. Es macht uns Mut und Hoffnung, dass der BUND Naturschutz auch in herausfordernden Zeiten weiter gewachsen ist. Mit rund 270 000 Mit gliedern und Förderern*innen ist ein neuer Rekord erreicht.
Mut macht uns auch, dass viele Menschen weiterhin dem BN als Anwalt*Anwältin der Natur Vertrauen entgegenbringen. Der BN wird sich weiter für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen stark machen – und das überall in Bayern, denn als einziger Umweltverband sind wir in allen bayerischen Landkreisen mit einer Kreisgruppe vor Ort aktiv.
Themen und Erfolge für Bayerns Natur im Jahr 2025
Tiere, Pflanzen, Pilze: Sie alle spielen für unser Überleben eine zentrale Rolle. Natur und Umwelt können sich aber nicht alleine schützen, sie brauchen unsere Hilfe. Der BUND Naturschutz setzt sich deshalb dafür ein, die natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten.
2025 setzte sich der BN wieder erfolgreich für den Schutz von Tieren, Pflanzen und deren Lebensräumen ein. Der Verband arbeitete an der Weiterentwicklung des Grünen Bandes und band die Öffentlichkeit mit Mitmachprojekten in den Artenschutz ein. In den Alpen ging es darum, weitere Ausbaupläne zu verhindern.

Der BN klagte 2025 erfolgreich für die Wiederherstellung eines Frauenschuhbestandes, der illegal mit Glyphosat abgetötet worden war. In einem anderen Fall hob das Verwaltungsgericht Augsburg nach einer Klage des BN eine Erlaubnis zum pauschalen, anlasslosen Abschuss von Bibern im Landkreis Oberallgäu auf. Erfolgreich war der BN auch, was die Landschaftspflege und Naturpark-Richtlinie (LNPR) angeht. Gemeinsam mit vielen Partnern konnte dargestellt werden, warum Natur, Landwirt*innen und Bevölkerung von den LNPR-Geldern profitieren. Die befürchteten massiven Kürzungen der Mittel wurden abgewehrt. Außerdem führten die BN-Arten- und -Naturschutz-Expert*innen zu verschiedenen Themen gut besuchte Tagungen durch, etwa zu Amphibien, zum Biber, zur Donau oder zum Gewässerschutz.
Das Grüne Band könnte die erste deutsche Welterbestätte für Natur und Kultur werden. Um seine Relevanz zu verdeutlichen, erforschten die BN-Artenschützer*innen die dortigen Insektenvorkommen. Erste Analysen haben rund 7 000 Arten, davon etwa 350 Rote-Liste-Arten an flugfähigen Insekten ergeben. Gut vorangekommen sind die BN-Fachleute auch mit dem Ziel, das Grüne Band von der Linie zum Netz zu entwickeln. Es gelang, in Bayern knapp 110 Hektar wertvolle Biotopflächen langfristig zu sichern und mehr als zehn Kilometer verbindende Achsen zum Grünen Band zu schaffen.
Die Alpenspezialist*innen des BN haben sich 2025 erfolgreich gegen die Förderung von Kunstschneeanlagen über die Seilbahn-Richtlinie stark gemacht. Beschäftigt hat sie auch eine der schlimmsten Naturzerstörungen der letzten Jahre: die Verwüstung des Rappenalpbaches. Der Verband verhandelte intensiv mit den Behörden zu weiteren Sanierungsmaßnahmen. Erfolgreich war der BN, was den Neubau der Bobbahn in Berchtesgaden angeht. Der geplante 23 Meter hohe Startturm wird nicht gebaut, sodass der Verband seine Klage zurückziehen konnte. Besonders intensiv beschäftigte die Alpenfachleute die Klage gegen den geplanten überdimensionierten Neubau der Kampenwandseilbahn. Sie fordern ökologische Leitplanken für die touristische Entwicklung.
Stark aufgestellt war der BN auch im Bereich Mitmachprojekte und Citizen Science. Insgesamt 10.400 Teilnehmende der Hummel-Challenge fotografierten mit einer entsprechenden App 46.500 Hummeln. Die Mein Baum-App ermöglicht die digitale Erfassung von Stadt- und Straßenbäumen. Ziel ist es, Datenlücken zu schließen, den Schutz urbaner Bäume zu stärken und Bürger*innen aktiv in den kommunalen Naturschutz einzubinden. Weitere erfolgreiche Mitmachprojekte des BN sind das Eichhörnchen-in-Bayern-Projekt sowie die Igel-Challenge.

2025 hat der BUND Naturschutz den Ausstieg aus klimazerstörenden, fossilen Energieträgern in den Fokus genommen. Daneben wurde der Ausbau von erneuerbaren Energien kritisch und konstruktiv begleitet.
Den Widerstand gegen neue Gasbohrungen zwischen Lech und Ammersee hat der BN 2025 zusammen mit vielen Verbündeten entschieden fortgesetzt. Höhepunkte waren zwei große Demonstrationen an der Bohrstelle. Mit Flyern, Veranstaltungen vor Ort und Pressearbeit wurde die Öffentlichkeit über das Thema informiert.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war der Ausstieg aus fossiler Wärme. Gemeinsam mit dem BUND zeigten die BN-Fachleute Möglichkeiten auf, wie die Wärmewende vor Ort vorangebracht werden kann. Mit der Landeszentrale für politische Bildung gab es zwei Fortbildungen für Multiplikator*innen zum Thema. In der Öffentlichkeit trat der BN unter anderem mit der Kritik am Ausbau der Gasnetze auf. Der Windkraft kommt in Bayern eine wichtige Rolle zu, weil erneuerbarer Strom hier aktuell vor allem aus Solarenergie stammt und diese im Winter nicht genug liefern kann. Zugleich stößt ihr Ausbau vielerorts auf Probleme. Hier setzte sich der BN für einen naturverträglichen Ausbau ein.
Angesichts der Herausforderungen der Energiewende bauen einige Akteure aus Politik und Wirtschaft auf eine Renaissance der Atomkraft oder die Verpressung von CO2 im Boden (CCS). Solchen vermeintlichen Lösungen tritt der BN entschieden entgegen. Das Team des BN erarbeitete Hintergrundinfos und Aktionsmaterial zu möglichen CO2-Pipelines und zum Thema CCS. Gemeinsam mit einem Bündnis demonstrierte der BN zudem gegen einen Weiterbetrieb des Forschungsreaktors in Garching mit hochangereichertem Uran.
Angriffe auf Umwelt-, Natur- und Klimaschutz prägten das politische Jahr: Ob Modernisierungsgesetze, Einschränkungen bei Klagerechten und Bürgerbeteiligung oder Diffamierung von Umweltverbänden – der BN hat auf vielen Ebenen gegengesteuert.

Die ersten Monate des Jahres 2025 standen im Zeichen der Bundestagswahl. Der BN informierte Mitglieder, Öffentlichkeit und Presse zu Themen wie Flächen- und Ressourcenschutz, Klimakrise oder geplanter Ausbau der A8 und machte sich für eine nachhaltige Politik stark. Außerdem organisierten die BN-Fachleute Kundgebungen vor Wahlkampfauftritten von Markus Söder und Hubert Aiwanger. Die Koalitionsverhandlungen begleiteten sie aktiv: Schreiben gingen etwa an Alexander Dobrindt und Anja Weisgerber, unter anderem zur drohenden Zusammenlegung von Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium sowie zur Aufweichung der Klimapolitik. Im Rahmen des »Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende« wurden Bürger*innen bundesweit zum Deutschland-Ticket befragt, um dessen Wichtigkeit zu verdeutlichen. Gegen die bayerischen Modernisierungsgesetze, die Naturschutz, Landesplanung und Beteiligungsrechte massiv beschneiden, stellte sich der BN mit kritischen Stellungnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Hintergrundgesprächen und Beiträgen zu einer inoffiziellen Anhörung im Landtag.
Im Bündnis mit LBV, Alpenvereinen und weiteren Partnern gab es zwei Kundgebungen und eine Online-Petition mit über 46.000 Unterschriften. In zahlreichen Interviews wurden die Auswirkungen auf die Bergwelt und die Bauordnung thematisiert. Beim Runden Tisch Bürgerbegehren, den die Staatsregierung einberief, um dieses Mittel der direkten Demokratie einzuschränken, konnte der BN gemeinsam mit Verbündeten das Ergebnis mitprägen: Eine Pressekonferenz machte eindrucks- voll deutlich, dass die geplanten Eingriffe abgelehnt werden.
Überdimensionierte Straßenbauprojekte beanspruchen nach wie vor enorm viel Fläche in Bayern. Die BN-Verkehrsfachleute engagierten sich für einen geringeren Flächenverbrauch und eine ökologisch verantwortungsvolle Mobilität.

2025 hat sich der BN für ein preisstabiles Deutschlandticket eingesetzt und die neue Bundesregierung aufgefordert, die geplanten 500 Milliarden Euro Sondervermögen für Verkehrsinfrastruktur vorrangig in den Ausbau der Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs zu investieren. Auch gegen unsinnige Verkehrsprojekte hat sich der Verband wieder stark gemacht. So forderte er mit einer Fotoaktion, die Planungen für eine Direktverbindung zwischen dem Nürnberger Flughafen und der Autobahn A3 durch den Reichswald einzustellen. Ein Dauerbrenner ist der Frankenschnellweg in Nürnberg. Die zuletzt geschätzten Kosten für das Projekt belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Es droht der Verlust von 80.000 Quadratmetern bewachsener Fläche, Biotopen und großen Bäumen mitten in der Stadt.
2025 unterstützte der BN ein Bürgerbegehren, das Anfang 2026 erfolgreich endete. Der Bürgerentscheid findet am 28. Juni statt. Seine Erfahrungen mit Verfahren nach dem Umweltschadensgesetz gab der BN bei einem Fachworkshop des Bundesumweltministeriums weiter. Vor einigen Jahren hatte er unter anderem erfolgreich für eine Sanierung der Umweltschäden durch den Kramertunnel bei Garmisch-Partenkirchen geklagt – ein bundesweiter Präzedenzfall.
Erfolgreich war der BN auch im Streit um die Erweiterung des Industrie Center Obernburg (ICO) in Erlenbach im Landkreis Miltenberg. Es gelang, die Erweiterungsfläche von 40 auf 28 Hektar zu reduzieren und die Spall-Seen mit ihrer Erdkrötenpopulation zu erhalten. Gegen die Bebauung der Schlämmteiche der ehemaligen Zuckerfabrik in Regensburg hat ein Bündnis aus Umweltverbänden nahezu 4.000 Unterschriften gesammelt. Ein Eilantrag gegen den Bebauungsplan war erfolgreich, dem im April 2026 auch der Erfolg bei der Klage folgte.
Besorgnis löste der sogenannte Bauturbo aus. Mit der Novelle des Baugesetzbuchs will die Bundesregierung den Wohnungsbau beschleunigen. Die BN-Expert*innen sehen hierin einen Rückschritt im Natur- und Klimaschutz und warnten vor einem noch höheren Flächenverbrauch.
Neben dem Bundestagswahlkampf beschäftigten sich die BN-Landwirtschaftsexpert*innen 2025 mit den Themen Wasser in der Landwirtschaft, »Entbürokratisierungs«-Vorhaben der neuen Bundesregierung und der neuen Gentechnik.

In den Bundestagswahlkampf brachten sich die BN-Landwirtschafts-Expert*innen über den Forderungskatalog des BUND ein. Im Hinblick auf den Koalitionsvertrag betonte der Verband die Gefahr, dass sich hinter vermeintlicher »Entbürokratisierung« das Aufweichen von ökologischen Rahmensetzungen und die Reduzierung von Förderprogrammen verbergen. Bei der Anhörung zur Zukunft der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik im Bayerischen Landtag vertrat der BN das Agrarbündnis Bayern und trug seine Forderungen vor. Außerdem machte er zu verschiedenen Anlässen seine Position zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen klar. Ziel ist es, Wasser dezentral in der Fläche zurückzuhalten. Zur Studie »Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversität« der Sachverständigengruppe der Bischofskonferenz führte der BN mehrere Hintergrundgespräche.
Beim Thema Gentechnik standen 2025 vor allem die EU-Verhandlungen zur Deregulierung von Pflanzen im Mittelpunkt, die mithilfe neuer gentechnischer Verfahren verändert wurden. Der BN kritisierte, dass zentrale Schutzstandards fehlten und forderte unter anderem die Kennzeichnung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ein ordentliches Zulassungsverfahren. Besonders wichtig war die politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit der BN-Gentechnik-Expert*innen. Dazu gehörte die Übergabe von Unterschriften aus der Aktion »Kein Freiflug für Gentechnik« an den Europaabgeordneten Manfred Weber sowie Aktionswochen zur Aufklärung über die neue Gentechnik. Auf politischer Ebene droht, dass weder die Patentierung noch die Kennzeichnung von Organismen geregelt wird, die mithilfe der neuen Gentechnik verändert wurden. Deshalb prüfte der BN mit mehreren Akteuren Klageansätze gegen die geplante Gesetzgebung.
Die BN-Waldexpert*innen setzen sich weiterhin für eine waldfreundliche und artenschutzkonforme Jagd, eine naturnahe Waldwirtschaft und einen Nationalpark Steigerwald ein. Zur Wiederbewaldung des Frankenwaldes startete der BN einen Praxisversuch.

2025 konnte der BUND Naturschutz Pläne verhindern, dass streng geschützte Arten in die Zuständigkeit des Jagdrechts und damit des Wirtschaftsministeriums übertragen werden. Gegen die teilweise Abschaffung der behördlichen Abschussplanung protestierten die BN-Waldfachleute vehement, weil sie eine massive Verschlechterung für die bayerischen Wälder darstellt.
Nach 20 Jahren Bayerische Staatsforsten forderte der BN einen besseren Schutz vor Rodungen, eine waldfreundlichere Jagd und mehr Forstpersonal. Außerdem soll der Vorrang des Gemeinwohls im Waldgesetz verankert werden. Kritisiert wurde außerdem, dass seit 2018 in Bayern mehr Wald gerodet als neu aufgeforstet wird. Im Mai 2025 legte der BN im Frankenwald, wo durch den Klimawandel riesige Waldflächen abgestorben sind, zehn Versuchsflächen an. Es wurden verschiedene Baumarten gepflanzt, um herauszufinden, welche sich am besten zur Wiederbewaldung eignen.
Mit einem Nationalparktag in Ebrach machte der BN gemeinsam mit Pro-Nationalpark-Verbänden im Juli auf den längst überfälligen Schutz der staatlichen Buchenwälder im Steigerwald aufmerksam. Sie machten klar, dass es auch große, nutzungsfreie Wälder braucht, um die biologische Vielfalt und die natürlichen Prozesse zu schützen. Wie notwendig ein Nationalpark Steigerwald ist, zeigte sich erneut im Dezember 2025, als in der Waldabteilung »Steinkreuz« wieder zahlreiche dicke Bäume der Säge zum Opfer fielen. Der BN protestierte gegen dieses Vorgehen und forderte einen strengen Schutz für einen der letzten großen Buchenwälder Deutschlands.
2025 war Wasser einer der thematischen Schwerpunkte der BN-Arbeit. Die Wasserfachleute engagierten sich in der politischen Interessenvertretung und setzten konkrete Projekte um. Bayernweit fanden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Wasser statt.

Ein wichtiges Thema war 2025 die Arbeit für einen naturnahen Landschaftswasserhaushalt. Der BN brachte seine Vorschläge und Forderungen vor Ort und in bayernweite staatliche Arbeitsgruppen ein. Außerdem positionierte er sich klar für ein ökologisches Wasserentnahme-Management und einen Wassercent. Die Wasserexpert*innen brachten einen Gesetzentwurf zum Wassercent ein, der im Beschluss in zentralen Punkten nicht berücksichtigt wurde.
Im Projekt »Fluss.Frei.Raum« engagierte sich der BN für frei fließende Flüsse. Schwerpunkt war der Aufbau eines Ehrenamtlichen- Netzwerks, wofür Vernetzungstreffen und Schulungen unter anderem zum Thema Rückbau veranstaltet wurden. Eine Studie zu den Auswirkungen von Rückbaumaßnahmen auf Auen wurde angestoßen. Im Rahmen des FLOW-Projektes wurden zwei Schulungen für Gruppenleiter*innen angeboten und Gewässerdaten gesammelt.
Außerdem überreichten die Wasserexpert*innen dem bayerischen Umweltministerium knapp 17.000 Unterschriften für eine frei fließende Salzach ohne Wasserkraftwerke und stellten das Zukunftskonzept für den Lech vor. Ein Hauptaugenmerk legten die BN- Wasserfachleute auf den Bereich Trinkwasserschutz und -versorgung. Hier ging es beispielsweise darum, ein Bergwerk im Wasserschutzgebiet zu verhindern oder die Verschmutzung von Trinkwasser mit der »Ewigkeitschemikalie« PFAS zu thematisieren. Die Öffentlichkeit informierte der BN zum Beispiel zum Thema Wassersparen sowie zur Teichwirtschaft.
Nur wer die Chancen und Risiken unserer Lebensweise kennt und um Handlungsalternativen weiß, kann einen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung unserer Zukunft leisten. Deshalb bietet der BUND Naturschutz ein vielfältiges Bildungsangebot für Kinder und Erwachsene an. Damit ist der Verband einer der größten außerschulischen Umweltbildungsträger in Bayern. Von klimafreundlicher Ernährung über die Bedeutung von Stadtbäumen bis hin zur Ressource Wasser – die Umweltbildungsarbeit des BUND Naturschutz griff auch im vergangenen Jahr vielfältige Zukunftsthemen auf.

Menschen für Natur und Umwelt zu begeistern und nachhaltiges Handeln zu fördern, ist ein zentrales Anliegen der BN-Bildungsarbeit. Mit vielfältigen Formaten erreichte der BN auch 2025 Menschen aller Altersgruppen – in den Kreis- und Ortsgruppen, im BN-Bildungswerk, den Umweltstationen in Wartaweil, Würzburg und Ingolstadt oder im Naturerlebniszentrum Allgäu und im Wasserschloss Mitwitz. Mit einer Online-Vortragsreihe setzte das Bildungswerk 2025 das Projekt »Zukunftskocher« fort. Im Fokus standen nachhaltige Ernährung, ökologische Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und die Bedeutung gesunder Böden für hochwertige Lebensmittel. Dabei wurden konkrete und alltagstaugliche Handlungsmöglichkeiten zum Thema Ernährung aufgezeigt. Parallel entstand ein ausleihbarer Materialrucksack mit Stationslauf zum Thema nachhaltige Ernährung, der ab Herbst 2026 verfügbar sein wird.
In mehreren Formaten wurde die wichtige Rolle von Stadtbäumen vermittelt. Der Workshop »Stadtbäume & BNE« bot einen kompakten Einstieg in das Thema. Es wurden Methoden, Spiele und Materialien vorgestellt sowie der Einsatz der BN-App »Mein Baum« erläutert. Auch hier entstanden Materialien für den Verleih. Das BN-Bildungswerk vertritt den BUND Naturschutz beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz im Kernteam des Qualitätsnetzwerks »Bildung für nachhaltig Entwicklung« (BNE) in Bayern, am Runden Tisch Ehrenamt des Ministeriums für Arbeit und Soziales sowie in der Initiative des DGB für ein Bildungsfreistellungsgesetz.
Der Quervernetzung dient die Vertretung im Pakt für BNE, im Beirat des bayerischen Landesverbands Jugendherbergswerk, dem Netzwerk der Bildungsakteure des Bio-Sektors sowie die Teilnahme und Organisation am Runden Tisch Umweltbildung/Oberpfalz. Unter dem Jahresthema »Klimawandeln – Komm ins Handeln« mit dem Schwerpunkt Wasser entwickelte das Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil neue Bildungsangebote für Schulklassen, etwa »Pitschnass oder Staubtrocken – Wasser in Zeiten des Klimawandels« und ergänzte diese durch Ausstellungen, Filmabende und die Diskussionsveranstaltung »Lebendige Bäche in Bayern«.
Insgesamt wurden in Wartaweil 200 Bildungsangebote für rund 4.200 Kinder durchgeführt. Hinzu kamen zwei Ferienprogramme, Veranstaltungen mit der VHS, Seminare für Bundesfreiwilligendienstleistende sowie ein Kommunikations- und ein Hornissenberater*innen-Seminar. Wartaweil verzeichnete rund 4.000 Übernachtungen. Mit über 1.300 Veranstaltungen erreichte die Bildungsarbeit des BUND Naturschutz 35.810 Erwachsene und Familien in ganz Bayern. Vielfältige Projekte und Mitmachaktionen – etwa die naturkundliche Radtour zum Tag der Deutschen Einheit am Grünen Band der Kreisgruppe Coburg, der UmweltTALK um fünf in Gröbenzell oder die Waldgarten-Aktionswoche in Bad Kissingen – zeigten, wie Umweltbildung vor Ort Menschen zusammenbringt und nachhaltiges Engagement fördert.
Finanzen des BUND Naturschutz im Jahr 2025

In Zeiten, in denen Kriege und globale Krisen Naturschutzanliegen oft in den Hintergrund drängen, kann der BUND Naturschutz stabile Haushaltszahlen vorweisen – vor allem dank seiner anhaltend hohen Zahl von Mitgliedern und Förder*innen. Die Aufgaben des BN werden ständig mehr: Die Sicherung der Energiewende, das Engagement für Klimaschutz, die Bereitstellung von digitalen Angeboten sowie die Unterstützung unserer Basisgruppen erfordern große Anstrengungen. Diese konnten nur bewältigt werden, weil sich viele Menschen für eine Mitgliedschaft im BN entschieden haben oder dem Verband seit Jahren und Jahrzehnten die Treue halten. Der BUND Naturschutz lässt seinen Jahresabschluss – über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus – von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer unter die Lupe nehmen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Küffner & Partner prüfte die Zahlen im Frühjahr 2026 und bestätigte sie uneingeschränkt.
Steigende Mitgliederzahlen und Spendeneinnahmen sichern die finanzielle Unabhängigkeit des BUND Naturschutz. Der BUND Naturschutz konnte erneut seine Einnahmen gegenüber dem Vorjahr steigern – auch dank seiner wachsenden Zahl von Mitgliedern und Förderern, die dem Verband über viele Jahre treu sind.

Der BUND Naturschutz lässt seinen Jahresabschluss – über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus – von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer unter die Lupe nehmen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Küffner & Partner prüfte die Zahlen im Frühjahr 2025 und bestätigte sie uneingeschränkt.
Ohne Mitglieder und Förder*innen wäre die wichtige Arbeit des BUND Naturschutz nicht möglich. Deshalb war es auch 2025 eines der zentralen Anliegen des BN, weitere Menschen von einer Mitgliedschaft zu überzeugen. Mit Erfolg!

Zum 31. Dezember 2025 hatte der BUND Naturschutz fast 270.000 Mitglieder und Förder*innen. Das ist ein leichtes Wachstum und umso erfreulicher in Krisenzeiten, in denen zu befürchten war, dass die Menschen andere Prioritäten setzen. Die mittlerweile deutlich spürbare Klimakrise und die ökonomischen Folgen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sind nur einige Hürden, die als Gesellschaft zu bewältigen sind. Trotz vieler Versuche mancher Politikkreise, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz als nachrangig einzustufen, erkennt ein Großteil der Bevölkerung die Relevanz von Umwelt- und Naturschutz und ist offen und großzügig.
Über die Internetseite des BN sowie über die zahlreichen Aktionen und Aktivitäten des Landesverbands und der Kreisgruppen konnte der BN wieder viele neue Mitglieder willkommen heißen. Gute Dienste bei der Information von Interessenten leistete das Faltblatt »Erfolge«. Beliebtester Zugang war mit Ab- stand das Beitrittsformular auf der BN-Webseite. Die BUND Naturschutz Marketing GmbH gewann rund 6.200 neue Mitglieder. Über unseren langjährigen Partner HSP kamen rund 2.600 Menschen als Mitglieder und Förder*innen zum BN.
Als größter Natur- und Umweltschutzverband Bayerns kann der BUND Naturschutz auf seine Mitglieder und Förderer zählen. Auch 2024 zeigten sich die Unterstützerinnen und Unterstützer wieder großzügig. Die Haus- und Straßensammlung bleibt ein wichtiges finanzielles Standbein.

Die Haus- und Straßensammlung, bei der Mitglieder und Schüler*innen eine Woche lang an der Haustür oder in den Innenstädten freundlich nach einer Spende für Bayerns Natur fragen, ist ein wichtiges Standbein der Einnahmen für den Verband, vor allem für die Kreisgruppen des BUND Naturschutz. Insgesamt konnte der BUND Naturschutz 2025 rund 3,16 Millionen Euro an Spenden sammeln. Damit blieben die allgemeinen sowie die zweckgebundenen Spenden weiterhin auf einem erfreulichen Niveau. Die Einkünfte aus Geldauflagen sind 2025 auf einem niedrigen Level geblieben.
Die Richter*innen lassen Einnahmen aus Geldauflagen eher bundesweit tätigen Verbänden zukommen. Eine gute und intensive Betreuung seiner Spender*innen liegt dem BUND Naturschutz besonders am Herzen. Die kompetente und freundliche Telefonkommunikation sowie die schnelle Bearbeitung der schriftlichen Anfragen rund um das Thema Spenden bilden das Herzstück des umfangreichen Service in der Landesgeschäftsstelle. Allen Spender*innen sagt der BUND Naturschutz ein herzliches »Vergelt's Gott«
Mit der BUND Naturschutz Service GmbH (BNS) hat der BUND Naturschutz seit nunmehr über 25 Jahren einen starken Service-Partner an seiner Seite. Als Tochtergesellschaft des BN übernimmt sie viele Aufgaben jenseits der praktischen Naturschutzarbeit und unterstützt den gesamten Verband mit einem breit gefächerten Dienstleistungs-Portfolio.
Für die BN-Geschäftsstellen und die BN-Gruppen war das breite Dienstleistungsangebot der BN Service GmbH auch 2025 wieder eine wertvolle Unterstützung. Ob beim Druck von Info- und Aktionsmaterialien, bei der individuellen Geschäftsausstattung oder bei Versandaktionen: Die BNS stand dem Verband als verlässlicher und professioneller Partner zur Seite. Ein Highlight des Jahres war die Entwicklung und Einführung neuer Textilien – ein Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband entstand. Die neuen Stücke ermöglichen eine stilvolle und hochwertige Repräsentation des BUND Naturschutz, ob bei Aktionen, Veranstaltungen oder im Vereinsalltag. Die erfreulich hohe Nachfrage bestätigte, dass das Angebot einen echten Bedarf trifft. Flankiert wurde dies durch einen umfassenden Relaunch des BN-Onlineshops, der diesen moderner und zukunftsfähiger macht und das Sortiment noch besser in Szene setzt. Neu aufgenommen wurde zudem ein Igelhaus als praktischer Holzbausatz aus Upcycling-Paletten.
Nicht wegzudenken aus der Verbandskommunikation ist das BNS- eigene Telefonkampagnenteam, das 2025 im Rahmen verschiedener Kampagnen wieder erfolgreich für den BN im Einsatz war. Mit großem Dank verabschiedete die BNS ihren langjährigen Geschäftsführer Peter Rottner in den wohlverdienten Ruhestand. Mit Nicole Wirl und Lucas Schäfer übernimmt eine engagierte neue Doppelspitze.
Die BUND Naturschutz Stiftung ermöglicht es, sich als ideeller Mäzen für die Natur einzusetzen. Die Teilhaber*innen der Stiftung leisten einen dauerhaften und bedeutenden Beitrag für die Arbeit des BN. Damit schaffen sie die finanzielle Grundlage für viele Naturschutzprojekte

Unser Einsatz für den Schutz von Natur und Artenvielfalt wird meist ehrenamtlich geleistet. Tausende Aktive in allen Teilen Bayerns bringen sich täglich intensiv in den Naturschutz ein, damit wir alle in einer möglichst intakten Umwelt gut und zufrieden leben können. Viele verantwortungsbewusste Menschen unterstützen dieses Engagement des BUND Naturschutz und seiner Aktiven finanziell. Die BUND Naturschutz Stiftung dient der langfristigen Förderung der Aufgaben des BN. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen vor weiterer Zerstörung zu bewahren, wieder herzustellen und das Aussterben bedrohter Arten zu verhindern.
In diesem Sinne setzt sich die Stiftung in Politik und Gesellschaft für einen umfassenden und nachhaltigen Natur- und Umweltschutz ein. Durch ihre Bildungsarbeit fördert sie die Sensibilisierung gegenüber umweltrelevanten Themen und trägt dazu bei, dass ökologische Probleme und Zusammenhänge richtig verstanden werden. Damit schafft sie die Voraussetzung für ein verantwortungsbewusstes Handeln im Interesse der nachkommenden Generationen. Das besondere an Stiftungen ist: Sie sind auf ewig angelegt. Das bedeutet, dass das Stiftungskapital auf Dauer erhalten bleibt. Ge- arbeitet wird mit den regelmäßigen Erträgen (zum Beispiel Zinsen), die das Stiftungsvermögen erwirtschaftet. Darüber hinaus verwaltet eine Stiftung das eingebrachte Kapital sicher. Kapitalgeber*innen profitieren von steuerlichen Vorteilen.




