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Jahresbericht 2019: Themen, Erfolge, Finanzen

Was unternimmt der BUND Naturschutz für Bayerns Natur? Welche Erfolge hat er erzielt? Wie finanziert er seine Arbeit? Antworten finden Sie im Jahresbericht. 

Im Jahr 2019 ist der BUND Naturschutz auf fast 250.000 Mitglieder angewachsen. Jedes Mitglied hilft uns, Bayerns Natur noch besser zu schützen - ob beim Einsatz für den Schutz von Luchs, Wolf, Biber und Fischotter, bei unserem Engagement für eine zukunftsfähige und naturschonende Landwirtschaft, der Wiedervernässung eines Moores, oder bei unserer konkreten Arbeit für Klimaschutz und Energiewende.


Themen und Erfolge für Bayerns Natur im Jahr 2019

Bayern ist reich an Naturschönheiten. Vom wilden Hochgebirge im Berchtesgadener Land über das Murnauer Moos bis zum letzten frei fließenden Abschnitt der Donau in Niederbayern und den uralten Buchenwäldern im Steigerwald – ein Schatz, auf den wir stolz sein können und den es für uns und unsere nachfolgenden Generationen zu erhalten gilt.

Arten- und Biotopschutz

Auch im Jahr 2019 hatten die BN-Artenschutzexperten alle Hände voll zu tun. Arbeitsschwerpunkte des Artenschutzjahres im BN waren das Volksbegehren »Rettet die Bienen«, die immer wieder mit Abschussforderungen und realem Abschuss konfrontierten Arten Luchs, Wolf, Fischotter und Biber, die weitere Sicherung des Grünen Bandes sowie ein nachhaltiger Tourismus in den Alpen.

2019 stand ganz im Zeichen des Volksbegehrens »Rettet die Bienen«. Neben Argumentationshilfen für BN-Aktive, Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung vor Ort stand für die BN-Artenschutzexperten vor allem die fachliche und politische Arbeit im Vordergrund, um das Volksbegehren durch den Landtag beschließen zu lassen und um weitere Inhalte einzubringen. Letzteres bedeutete sehr zeitintensive Arbeit an Runden Tischen sowie als Moderator von Arbeitsgruppen. Dieser Einsatz wurde belohnt: Das Begleitgesetz der Staatsregierung enthält nun wichtige, vom BN angeregte Punkte.

Auch beim Amphibienschutz machten sich die Bemühungen des BN bezahlt. Unter dem Motto »Freunde der Frösche« haben rund 6000 ehrenamtliche Helfer wieder Hunderttausende Frösche, Kröten und Molche vor dem Straßentod bewahrt.

Grünes Band

Auf ein erfolgreiches Jahr schauen die BN-Artenschützer auch in puncto Grünes Band zurück. Dank intensiver Lobbyarbeit hat nun auch Sachsen-Anhalt pünktlich zum 30-jährigen Bestehen des Grünen Bandes die gesamte ehemalige Grenze als Nationales Naturmonument ausgewiesen. Damit sind nun 1100 Kilometer des 1400 Kilometer langen Grünen Bandes gesichert – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung als UNESCO-Weltnatur- und Kulturerbe. Zum Jubiläum führte der BN unter anderem zwei mehrtägige Pressefahrten am Grünen Band Deutschland, eine viertägige Pressereise am Grünen Band Österreich-Ungarn-Slowakei und im September eine zentrale Feier auf Burg Lenzen durch. Ein großer Erfolg des vergangenen Jahres war auch die Bewilligung des sechsjährigen Projektes »Quervernetzung Grünes Band« durch das Bundesamt für Naturschutz. Mit diesem Projekt soll das Grüne Band in fünf Regionen – von Schleswig-Holstein bis ans Grüne Band Bayern-Tschechien – besser an bestehende Biotopverbundachsen angebunden werden.

Alpen

Das Interesse von Gesellschaft und Presse an Alpenthemen war auch 2019 ungebrochen hoch. Die Alpenexperten des BN bedienten zahlreiche Anfragen, außerdem gingen komplett überarbeitete, umfangreiche  Internetseiten zum Thema online. Besonders beschäftigt waren die Alpenfachleute mit dem Thema »E-Bike im alpinen Gelände«. Die vom BN erarbeiteten Vorschläge zur Neuregelung der E-Mountainbike-Nutzung wurden im Januar auf einem Symposium mit Verwaltung und anderen Verbänden diskutiert, später um rechtliche Handlungsempfehlungen ergänzt und im Herbst 2019 der Presse vorgestellt. Ebenso wurden die Vorschläge an Politik und Verbände zur weiteren Diskussion verschickt. Der BN beschäftigte sich auch intensiv mit der Zukunft des Tourismus im bayerischen Alpenraum. Diskutiert wurde unter anderem mit Alfred Bauer, Leiter des bayerischen Zentrums für Tourismus an der Hochschule Kempten und Dominik Siegrist, langjähriger Präsident der Alpenschutzorganisation CIPRA International. Zusammen mit anderen CIPRA-Mitgliedsverbänden hat der BN dem bayerischen Wirtschaftsministerium einen Vorschlag zur Neuorientierung der Seilbahnförderung vorgelegt.

Energie und Klimaschutz

Die Energie- und Klimaaktiven unterstützten 2019 nach Kräften die Fridays-for-Future-Bewegung, positionierten sich zum politischen Klimaschutz und setzten sich weiter gegen die Gefahren beim Abriss der AKW Isar 1 und Grafenrheinfeld ein.

Der BUND Naturschutz beteiligte sich an zahlreichen Aktionen der Fridays-for-Future-Bewegung und unterstützte deren Aktive vor Ort in ihrer Forderung, ehrlichen und konsequenten Klimaschutz als gesellschaftliche Aufgabe in regionalen und staatlichen Entscheidungen festzuschreiben.

Bereits seit 2016 setzt sich der BN-Landesverband zusammen mit Partnern für eine unabhängige, aber staatlich finanzierte Landesagentur für Klimaschutz und Energiewende in Bayern ein. Die formale Eröffnung der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) am Bayerischen Wirtschaftsministerium erfolgte Anfang Dezember 2019 in Regensburg, aber die Initiatoren der Allianz, auch der BN, sollen außen vor bleiben. Das Wirtschaftsministerium ging nicht auf die Forderungen der Allianz ein.

Zum Ende 2019 von der Staatsregierung vorgelegten Entwurf eines Klimaschutzgesetzes, hat sich der BN positioniert. Der Verband protestierte gegen diesen Vorschlag, der »alten Wein in alten Schläuchen« verkaufen will. Eine Handreichung liefert den Kreisgruppen künftig Argumentationshilfen zum Thema CO2-Bepreisung und Vorschläge, wie auf lokaler Ebene auf das enttäuschende Klimapaket der Bundesregierung reagiert werden kann.

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Klage des BN gegen die vom bayerischen Umweltministerium genehmigte Art und Weise des Abrisses des Atomkraftwerks Isar 1 und Grafenrheinfeld abgelehnt hat, legte der BN im Mai 2019 Revision ein.

Auch in puncto Öffentlichkeitsarbeit haben die BN-Energie-Aktiven einiges erreicht: 2019 wurde ein fachlicher Vorschlag für eine neu Position zur Freiflächen-Fotovoltaik erarbeitet.

Umweltpolitik

Thematische Arbeitsschwerpunkte des BN-Referats für politische Kommunikation waren 2019 das Volksbegehren zum Artenschutz, die Europawahl und die Umsetzung weiterer BN-Jahresschwerpunkte.

Mit rund 250 000 Flyern, Rathauslotsen, 500 Häkelbienen und verstärkter Social-Media-Arbeit warb der BUND Naturschutz für das Volksbegehren für den Artenschutz. Mit 18,4 Prozent wurde es der erfolgreichste Volksentscheid in der Geschichte Bayerns. Möglich wurde dieser Erfolg auch durch die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen und Aktiven.

Im Frühling beschäftigte die BN-Experten die anstehende Europawahl. Zur Meinungsbildung stellten sie Fragen an die Parteien. Die Antworten wurden auf 30 000 Türhängern an die Haushalte verteilt. Am 19. Mai nahm der BN außerdem mit einem großen Bündnis an der »Ein-Europa-Für-Alle»-Demo teil.

Zusammen mit dem Münchner Umweltinstitut und der österreichischen Umweltorganisation Global2000 setzte sich der BN mit 260 000 gesammelten Unterschriften außerdem gegen die Inbetriebnahme des veralteten slowakischen Reaktors Mochovce 3 ein. Mit teilweisem Erfolg: Der Reaktor muss neu überprüft werden.

Bei vielen Gesprächen mit Politiker*innen und anderen Beteiligten wurden außerdem die Themen der Zuschüsse im kommunalen Straßenbau, Naturwälder und Baumschutz intensiv bearbeitet.

Fridays for Future brachte das Thema Klimaschutz in die Gesellschaft. Der BN beteiligte sich an zwei Aktionstagen und führte Veranstaltungen zum Klimaschutz durch. Bei Politikergesprächen verwiesen die BN-Experten auf die Dringlichkeit des Themas, leider schlug sich dies nicht im Klimapaket der Staatsregierung nieder.

Der BN gewann durch neue Bündnisse und Partner an Stärke, etwa in dem Bündnis für ein nachhaltiges Lieferkettengesetz mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, Misereor und dem Bündnis für Toleranz. Darüber hinaus hat der Verband seinen Austausch mit der Politik verstärkt, beispielsweise mit dem politischen Herbstauftakt des BN. Mit zahlreichen weiteren Gesprächsterminen erhöhte der BN seine Präsenz im Landtag und in den  Ministerien deutlich.

Verkehr und Flächenschutz

Arbeitsschwerpunkte der BN-Verkehrsexperten waren 2019 die kommunale Verkehrswende und ein besserer öffentlicher Nahverkehr. Der Kampf gegen den nach wie vor ungebremsten Flächenverbrauch in Bayern bleibt ein Dauerbrenner.

2019 standen für den BN Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und entsprechende neue Finanzierungssysteme ebenso im Fokus wie das Thema Tempolimit und kommunalpolitische Forderungen zur Verkehrswende. Den 2018 erarbeiteten Vorschlag für eine Neuordnung der Zuschussrichtlinien für den kommunalen Straßenbau haben die Verkehrs-Fachleute des BN 2019 mit den Landtagsfraktionen von CSU, Freien Wählern, SPD und Grünen diskutiert. Für das Pilotprojekt »Verkehrsberuhigung in Ortsdurchfahrten statt Umgehungsstraßenbau « konnten Bad Endorf, Unterrödel und Bad Kohlgrub als neue Pilotgemeinden gewonnen
werden.

Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit hat der BN einiges erreicht: Die Internetseiten zum Verkehr wurden komplett überabeitet und gehen 2020 online. Eine gemeinsam mit den BN-Energie- und Abfall-Experten erarbeitete Position zur Elektromobilität ist bereits veröffentlicht.

Der Kampf gegen den Flächenverbrauch in Bayern geht weiter. In Niederbayern vor allem mit dem Widerstand gegen den Weiterbau der B15 neu sowie eine drohende Bannwald-Rodung für die Erweiterung eines Logistik-Unternehmens in Passau. Gerichtlich geht der BN inzwischen gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet Argental in Schwaben vor, um einen Präzedenzfall für eine neue Ausnahmeregelung vom Anbindegebot zu verhindern. Weitere Flächenverbrauch-Hot-Spots sind das geplante Gewerbegebiet Weiden West IV. Dort hat eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren begonnen. Auch der Einsatz für die Bewahrung der  artenreichen Schlämmteiche in Regensburg geht unvermindert weiter.

Landwirtschaft und Gentechnik

Das Volksbegehren »Rettet die Bienen« und die Bauernproteste haben die Themen Landwirtschaft und gesunde Ernährung 2019 in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Umfangreiche Pressearbeit und Gespräche mit der Landwirtschaft waren deshalb Arbeitsschwerpunkte der BN-Landwirtschaftsexperten. Auch die Arbeitsgruppe Landwirtschaft des Runden Tisches zum Volksbegehren wurde von ihnen begleitet.

Um den Absatz von Ökolebensmitteln weiter zu fördern und die eigenen Mitglieder zu motivieren, wurden außerdem eine Artikelserie für das BN-Mitgliedermagazin konzipiert und 150 staatliche Einrichtungen zu ihrem Einsatz von Biolebensmitteln befragt. Als Jurymitglied hat sich der BN überdies für die Ausweisung weiterer 15 Ökoregionen in Bayern eingesetzt, damit gibt es jetzt 27. Anlass zum Feiern waren zehn Jahre Wiesenmeisterschaft. Der Wettbewerb wurde evaluiert sowie eine Broschüre und eine Ausstellung zu Wiesen und Weiden in Bayern konzipiert. Bei einer Veranstaltung im Bayerischen Landwirtschaftsministerium wurden die Ergebnisse vorgestellt und mit Landwirten und Ministeriumsvertretern diskutiert.

Obwohl der Europäische Gerichtshof im Juli 2018 klargestellt hat, dass mit neuen Gentechnikverfahren wie CRISPR erzeugte Pflanzen, Tiere und Produkte auch dem EU-Gentechnikrecht unterworfen sind, ebbte die Diskussion in der Öffentlichkeit nicht ab. Die BN-Gentechnikexperten widmeten sich deshalb eingehend diesem Thema. Sie organisierten zwei Fortbildungsseminare zu den Risiken der neuen Gentechnikverfahren und eine  Festveranstaltung in München zu zehn Jahren gentechnikanbaufreies Bayern. Befördert wurde diese Entwicklung nicht zuletzt durch Akteure wie den BUND Naturschutz. Außerdem beteiligte sich der BN auch 2019 an Protestaktionen gegen die Patentierung von Pflanzen.

Wald

Der Klimawandel und das dadurch verursachte »Waldsterben 2.0« stellten die BN-Waldexperten im vergangenen Jahr vor neue Herausforderungen. Dazu kamen Dauerbrenner wie der dringend nötige Waldumbau, die Schwammspinner-Vergiftung und die Verbisssituation im Staatswald.

Der BUND Naturschutz hat im vergangenen Jahr wesentlich dazu beigetragen, dass der schlechte Zustand des bayerischen Waldes auf der Agenda der Politik gelandet ist. So haben die Fachleute des Verbandes das weithin zu beobachtende Sterben von Bäumen und Wäldern infolge der Klimakrise bei verschiedenen Veranstaltungen und Presseterminen thematisiert. Dabei prägten sie den Begriff »Waldsterben 2.0« und erhöhten den Druck auf die Politik, beim Klimaschutz energischer zu handeln.

Auch im vergangenen Jahr konnte der BN seine gute Zusammenarbeit mit der bayerischen Forstwirtschaft weiter pflegen und ausbauen: So starteten die Landesvorsitzenden des BN und des Bundes Deutscher Forstleute im Februar im Landkreis Coburg eine gemeinsame landesweite Veranstaltungsreihe, um die naturnahe Waldwirtschaft und den Waldnaturschutz zu stärken. Im September 2019 ehrte der BN den Leiter des Stadtforstamtes Lohr,
Bernhard Rückert, für seine herausragenden Verdienste bei der naturgemäßen Waldbewirtschaftung mit der Karl-Gayer-Medaille.

Kritik übte der BN an der Schwammspinner-Bekämpfung in Teilen Frankens. Dort haben per Hubschrauber durchgeführte Pestizideinsätze zur flächigen Vergiftung von Eichenwäldern geführt. Vor dem Hintergrund des  erfolgreichen Volksbegehrens »Rettet die Bienen« hält der BN solche Einsätze für nicht mehr zeitgemäß. Im Rahmen des Runden Tisches zum Volksbegehren setzte sich der BN vehement für mehr und größere Naturwälder im Staatswald ein.

Auch die Verbisssituation in manchen Staatswäldern gibt Anlass zur Sorge. So monierte der BN massive Schäden in den Forstbetrieben Rothenbuch und Oberammergau. Dort verhindern hohe Wildbestände, vor allem beim Rotwild, die notwendige Verjüngung der Staatswälder.

Wasser

Auch 2019 hatten die BN-Wasserexperten so manches Problemfeld zu beackern. Eines davon war der Dauerbrenner europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Daneben ging es um mehr Klimaschutz durch moorverträgliche Landwirtschaft, Hochwasserschutz und den Einsatz gegen neue Wasserkraftwerke.

Durch den Erfolg des Volksbegehrens Artenschutz sind nun endlich auch in Bayern Gewässerrandstreifen auf fünf Metern, an staatlichen Flächen bei Gewässern erster und zweiter Ordnung auf zehn Metern Breite verpflichtend. Die Ackernutzung ist dort verboten. Zudem ist eine weitere Entwässerung von Moor- und Anmoorböden künftig untersagt. Insgesamt haben Forderungen des BN nach moorverträglichen Nutzungsalternativen und Wiederanstau durch die verstärkte Klimaschutzdiskussion mehr Gehör bekommen.

In Zusammenhang mit der Europawahl und dem »Fitness-Check« haben die BN-Wasserexperten für eine ambitioniertere Umsetzung der WRRL geworben. Auch das EUVertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland  wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinie und unzureichender Düngeverordnung hat die Notwendigkeit eines besseren Grundwasserschutzes verdeutlicht. Der BN hat deutlich gemacht, dass die entsprechenden Probleme primär über eine Agrarreform gelöst werden müssen. Außerdem hat er zentrale Forderungen für den dritten Bewirtschaftungszeitraum der WRRL (2021 bis 2027) in das erste öffentliche Anhörungsverfahren eingebracht. In dieser Zeit wird sich entscheiden, ob der schon für 2015 geforderte gute Zustand der deutschen Gewässer doch noch erreicht werden kann. Außerdem hat der BUND Naturschutz die BN-Gruppen beim Einsatz gegen Wasserkraftwerke oder für naturverträglichen Hochwasserschutz unterstützt.

Umweltbildung

Umweltbildung gehört zu den zentralen Anliegen des BN. Mit generationenübergreifenden Bildungsangeboten wollen wir die Begeisterung für die Natur immer wieder neu wecken. Denn nur wer die Schönheit und Vielfalt von Flora und Fauna kennt, wird diese Güter auch schätzen und erhalten.

Die Rückkehr der großen Beutegreifer, das Insektensterben sowie Landwirtschaft und Biodiversität waren 2019 Arbeitsschwerpunkte im BN-Umweltbildungsjahr.

Unter der Leitung des BN-Bildungswerks hat die Ausstellung zum Umgang mit den großen Beutegreifern ihre Tour durch Bayern erfolgreich fortgesetzt. Die Ausstellung »Die großen 4« informiert interaktiv über die  Lebensweise von Bär, Wolf und Luchs und wird vom Wissenschaftstheater »Frl. Brehms Tierleben« begleitet. Sie war in Bayreuth, Theuern, Babenhausen, Fürth-Land, Arnschwang, Volkach und Regenstauf zu sehen. Für alle Aussteller  hatten die BN-Umweltbildungs-Experten im Frühjahr eine Fortbildung organisiert.

2019 konnte der BN erstmals zweitägige Fortbildungen für seine Aktiven im neuen Bildungshaus in Wartaweil am Ammersee anbieten. Mit Erfolg: In 15 Tagesseminaren haben sich Mitglieder unter anderem zu Pressearbeit,  Bauleitplanung und Baumschutz weitergebildet.

Zusammen mit dem Landesmediendienst beschaffte das Bildungswerk mehr als 80 Sach-, Informations und Spielfilme zu den Themen Energie, Klimawandel und Wald. Die Filme stehen für den Einsatz in der politischen  Bildung, Jugendarbeit und Schule sowie in der Erwachsenenbildung zur Verfügung.

Die Teilnehmerzahlen am vom BN organisierten Runden Tisch Umweltbildung in der Oberpfalz steigen. 2019 trafen sich die Partner im Walderlebniszentrum Riegling und an der Umweltstation Geozentrum Windischeschenbach. Wald und Geologie beziehungsweise Boden waren die beherrschenden fachlichen Themen. Auch politisch und programmatisch waren die BN-Umweltbildungsexperten aktiv. So haben sie bei den  Ministerien eine stärkere Verankerung der Themen Klimaschutz und Biodiversität im Schulalltag gefordert.

Im Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil galt 2019 das Jahresthema »Hilfe für Schmetterling & Co«. Im Februar kamen beim Landwirtschaftstag ein Biologe, ein Biolandwirt und ein Wildlebensraumberater zu Wort, aber auch konventionell arbeitende Landwirte wie die Kreisobmänner aus Starnberg, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen. Im Nachgang der Veranstaltung gab es eine gemeinsame Presserklärung: »BUND Naturschutz  und Bauernverband werben für mehr Artenvielfalt«.

Im März fand der Workshop »Die Wildbiene – fleißig, sanft und unentbehrlich « wegen großer Nachfrage gleich mehrmals statt. Im April konnte man in Wartaweil die Fotoausstellung der Kreisgruppe Landshut »Tatort Garten – Ödnis oder Oase« besuchen. Eröffnet wurde sie mit einer Diskussionsrunde, an der Vertreter der Kommunen, der Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Die Teilnehmer beim Kinder-Klima-Camp  legten einen Insektengarten mit Nisthilfen an, beobachteten das Insektenleben auf einer artenreichen Wiese und diskutierten das Thema »Bienen retten« mit Vertretern aus Politik und Verbänden. Bei den Wartaweiler  Gesprächen im Oktober schließlich waren die Inhaberin der Andechser Molkerei, Barbara Scheitz, und der Landschaftsökologe Alfred Ringler zu Gast.


Finanzen des BUND Naturschutz im Jahr 2019

Steigende Mitgliederzahlen und Spendeneinnahmen sichern die finanzielle Unabhängigkeit des BUND Naturschutz. Die Aufgaben des BN werden ständig mehr: Die Sicherung der Energiewende, das Engagement für weitere Nationalparke in Bayern, die Auseinandersetzung um das Volksbegehren für Artenschutz sowie die Unterstützung unserer Basisgruppen erfordern große Anstrengungen. Diese konnten nur bewältigt werden, weil sich immer mehr Menschen für eine Mitgliedschaft im BN entscheiden.

Einnahmen und Ausgaben

Der BUND Naturschutz lässt seinen Jahresabschluss – über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus – von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer unter die Lupe nehmen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Küffner & Partner prüfte die Zahlen im Frühjahr 2020 und bestätigte sie uneingeschränkt.

Mitgliederentwicklung

Ohne Mitglieder und Förderer wäre die wichtige Arbeit des BUND Naturschutz nicht möglich. Deshalb war es auch 2019 eines der zentralen Anliegen des BN, weitere Menschen von einer Mitgliedschaft zu überzeugen. Mit großem Erfolg!

Zum 31. Dezember 2019 hatte der BUND Naturschutz 248 597 Mitglieder und Förderer – ein neuer Höchststand. Die Zahl unserer Unterstützer ist damit seit über zehn Jahren kontinuierlich angestiegen. Über die Internetseite
des BN sowie über die Aktivitäten des Landesverbandes und der Kreisgruppen kamen rund 1700 Menschen neu zum BN. Eine Aufforderung, Mitglieder zu werben, gestaltete das Referat für jede Ausgabe des BN-Magazins. Beitrittskarten finden Interessierte in nahezu allen Veröffentlichungen des Verbands.

Sehr erfolgreich war auch die professionelle Mitgliederwerbung: Die Bund Naturschutz Marketing GmbH (BNM) warb an Infoständen, an der Haustür und bei Veranstaltungen. Etwa 5000 Mitglieder fanden so ihren Weg zum  BN. Unser langjähriger Partner HSP gewann über 4700 Menschen für eine Mitgliedschaft, weitere circa 400 entschieden sich, Förderer zu werden. 2019 befragte der BN seine Förderer telefonisch, ob sie ihren Beitrag freiwillig erhöhen möchten. Mehr als 2100 Förderer entschieden sich Mitglied zu werden, über 1300 erhöhten ihren Beitrag. Ein schöner Beweis für das Vertrauen in die Arbeit des BN!

Spenden

Als größter Natur- und Umweltschutzverband Bayerns kann der BUND Naturschutz auf seine Mitglieder und Förderer zählen. 2019 zeigten sich die Unterstützer an Weihnachten besonders großzügig und auch die zweckgebundenen Spendenaufrufe wurden gut angenommen.

Der BN verzeichnete einen Anstieg der Einnahmen bei den Spenden. Themen der zweckgebundenen Spendenaufrufe waren das Grüne Band, die Klimakrise und die Thematik Rechtshilfe.

Vor allem beim Thema Grünes Band zeigen sich viele Menschen besonders großzügig. Die Einnahmen aus dem Weihnachtsspendenaufruf lagen über den Erwartungen. Die Einkünfte aus Geldauflagen sind 2019 auf gleich niedrigem Niveau geblieben. Offenbar machen die Richterinnen und Richter in Bayern immer weniger von der Möglichkeit Gebrauch, gemeinnützigen Organisationen wie dem BN die Einnahmen aus Geldauflagen zukommen zu lassen.

Eine gute und intensive Betreuung seiner Spender liegt dem BUND Naturschutz besonders am Herzen. Die kompetente und freundliche Telefonkommunikation sowie die schnelle Bearbeitung der schriftlichen Anfragen rund  um das Thema Spenden bilden das Herzstück des umfangreichen Service in der Landesgeschäftsstelle.

2019 fanden zwei Erlebnistage statt, als Dankeschön für die großherzigen Zuwendungen. Reiseziele waren das Murnauer Moos, der Ismaninger Speichersee sowie der Besuch eines Biobauernhofes. Allen Spenderinnen und  Spendern sagt der BUND Naturschutz an dieser Stelle ein herzliches »Vergelt‘s Gott «.

Haus- und Straßensammlung

2019 gingen zum 36. Mal Tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Sammelbüchse oder -liste des BN von Haus zu Haus oder baten Passanten auf der Straße freundlich um eine Spende für den Naturschutz. Das Ergebnis kann sich wieder sehen lassen.

Am Ende der größten Sammelaktion zugunsten des Natur- und Umweltschutzes in Bayern konnten Einnahmen von 593 497 Euro verbucht werden. Der erfolgreichste Einzelsammler war Harald Freihoffer aus Deggendorf. Über 3000 Euro an Spenden konnte er dem BUND Naturschutz übergeben. Das bayernweit beste Ergebnis bei den Schulen erzielte das Louise-Schroeder-Gymnasium in München mit etwa 11 500 Euro; die zweitbeste Schule, das Luitpold-Gymnasium in München, hat rund 8100 Euro gesammelt.

Bei der Aktion »Naturbotschafter – im Einsatz für Bayerns Natur« sammelten Gruppen von Kindern beziehungsweise Jugendlichen Spenden für die Natur. Die Kinder bekommen Vorschläge für Sinnsprüche und Gedichte, die sie als »Naturbotschaft« aufsagen und auf Kunstkarten gedruckt an Spender verschenken können. Für den BUND Naturschutz ist die Haus- und Straßensammlung eine unverzichtbare Geldquelle – für den Ankauf wertvoller Biotope ebenso wie für die Finanzierung landesweiter Aktionen, etwa zum Schutz der Donau, zum Ausbau der Erneuerbaren Energien oder  zum Artenschutz. Dies muss weiterhin unabhängig von Wirtschaftsunternehmen, Parteien und Lobbygruppen stattfinden, die natürlich stets eine »Gegenleistung« für finanzielle Zuwendungen erwarten. Nur wenn der BN seine  Unabhängigkeit wahrt, kann er in der politischen Diskussion authentisch argumentieren und vorherrschenden Meinungen glaubwürdige Alternativen entgegensetzen.

Stiftung

Die Aufgabe der BUND Naturschutz Stiftung ist es, Zuwendungen dauerhaft zu erhalten und aus den Erträgen ihres Vermögens Projekte für Erhalt und Schutz unserer Umwelt zu finanzieren. Somit bietet die BUND Naturschutz Stiftung allen Naturfreundinnen und Naturfreunden die Sicherheit, dass Zuwendungen nicht kurzfristig ausgegeben werden, sondern langfristig zur Finanzierung wichtiger Projekte beitragen.

Stiftungen sind auf „ewig“ angelegt. Dies bedeutet, dass das Stiftungskapital auf Dauer erhalten bleiben muss und der einmal festgelegte Stiftungszweck nicht mehr geändert werden darf. Der in der Satzung der BUND Naturschutz Stiftung festgelegte Stiftungszweck ist der Erhalt und die Wiederherstellung unserer Lebensgrundlagen auf vielfältige Weise und mit verschiedenen Schwerpunkten. Die BUND Naturschutz Stiftung wurde im Jahr 2007 gegründet und startete im Jahr 2009 mit einem Stiftungskapital von 50.000 Euro. Seither wird ihr Bekanntheitsgrad durch gezielte Maßnahmen kontinuierlich erhöht. Hierzu zählen die Erstellung einer eigenen Homepage, einer ausführlichen Broschüre und eines Flyers. Broschüre und Flyer wurden bereits häufig angefordert und verschickt.

Auch konnte durch mehrere Zustiftungen das Gründungskapital auf rund 900.000 Euro erhöht werden. Seit dem Jahr 2012 sind nun auch Ausschüttungen erfolgt, wenn auch in noch überschaubarem Rahmen. Diese Ausschüttungen gingen zum Beispiel nach Wartaweil oder an Umweltprojekte in Nürnberg, Passau und Kulmbach, die alle mit dem BUND Naturschutz in Verbindung stehen. Mittlerweile wurden auch Unterstiftungen gegründet. 

Wir hoffen, dass wir durch weitere Zustiftungen die Erträge und damit die Ausschüttungen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen und damit sinnvolle Projekte für Natur und Umwelt unterstützen und die Ziele des BN auch auf diesem Wege umsetzen können.