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Bayerischer Naturschutzpreis für Gerhard Kneitz

Der BUND Naturschutz hat am 17. November 2013 den Zoologen und Umweltschützer Prof. Dr. Gerhard Kneitz mit dem Bayerischen Naturschutzpreis geehrt. Es ist die Würdigung eines Lebenswerkes im Dienste des Natur- und Umweltschutzes.

Der Elfenbeinturm der Wissenschaft war ihm von Anfang an zu eng und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hatten nicht nur Veröffentlichungen, sondern auch Taten zur Folge. Professor Dr. Gerhard Kneitz, Jahrgang 1934, war nicht nur angesehener Zoologe, sondern auch engagierter Umweltschützer: Er begründete die Kreisgruppe Würzburg des BN und war viele Jahre deren Vorsitzender, 1975 war er Mitbegründer des deutschen Dachverbandes Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Mit der Verleihung des Naturschutzpreises würdigt der BUND Naturschutz Kneitz‘ herausragende Lebensleistung als Wissenschaftler, Naturschützer und Künstler, seinen Einsatz für die wissenschaftliche Erforschung der Ökologie von Kulturlandschaften, für die Rettung der Hochrhön und der alten Haustierrasse Rhönschaf sowie für vier Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement im BN und BUND.

Im Bild von links: BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger, Gerhard Kneitz mit Ehefrau Inge, stellvertretender BN-Landesvorsitzender Sebastian Schönauer (Foto: Eva Rieger)

„Der Naturschutz profitiert noch heute von seinen Forschungen“, hob der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger in seiner Laudatio hervor. Die Themen des Biologen seien der Rückgang der Artenvielfalt und die Erforschung von Eingriffen in den Naturhaushalt gewesen. „Ihm ist schon als junger Mensch klar geworden, dass man sich nicht in den Elfenbeinturm zurückziehen darf, sondern aktiv werden muss“, so Weiger. Er erinnerte an Pioniertaten von Kneitz wie die Eröffnung des Ökoladens in Würzburg oder die Organisation des ersten deutschen Natuschutztages 1986, im Jahr der Atomkatastrophe in Tschernobyl.

Ein „sehr, sehr dankbarer“ Geehrter erinnerte in seiner Rede an die furchtbare Umweltverschmutzung der 70er- und 80er-Jahre: Fischsterben, offene Mülldeponien, großflächiges Waldsterben. Kneitz, der 1992 mit der BUND-Delegation an der UN-Klima-Konferenz in Rio teilnahm, hob das Leitbild der Nachhaltigkeit hervor, das damals festgelegt wurde, aber bis heute nur schwer umzusetzen sei.
Die Ehrung fand im Kunstforum Ostdeutsche Galerie statt, in dem auch eine Auswahl von Kneitz’ prägnanten, kleinformatigen Zeichnungen ausgestellt war.

Der Bayerische Naturschutzpreis ist die höchste Auszeichnung des BUND Naturschutz, des ältesten und größten Natur- und Umweltschutzverbandes in Bayern. Damit ist der Preis die bedeutendste Naturschutzauszeichnung Bayerns. Der BUND Naturschutz verleiht den Preis seit über 30 Jahren an hoch verdiente Persönlichkeiten für ihr herausragendes Wirken im Natur- und Umweltschutz.