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Preisverleihung am 12. Juli 2018

Die Gewinner der Wiesenmeisterschaft 2018 im Donau-Isar-Hügelland stehen fest. Sie wurden im Rahmen eines Festaktes im Landshuter Salzstadel geehrt. Eigentlich gibt es nur Gewinner, so der Tenor der Veranstalter, weil alle Beteiligten zur Erhaltung von Artenvielfalt und Naturschönheit in ihrem Landkreis beitragen.

 

Die Wiesenmeister 2018 auf der Bühne des Salzstadels in Landshut; Foto: Marion Betzler, BN

In Grußworten und Fachvorträgen wurden die Verdienste der Bäuerinnen und Bauern ausführlich gewürdigt.

Grußworte

Marion Ruppaner
Fotos: Marion Betzler
Dr. Thomas Keyßner

Nach einer musikalischen Eröffnung und Begrüßung durch Marion Ruppaner (BUND Naturschutz) und Dr. Thomas Keyßner (2. Bürgermeister der Stadt Landshut) sprachen zunächst Jakob Opperer (Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft), Hubert Bittlmayer (Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Rainer Haselbeck (Regierungspräsident von Niederbayern), Fritz Wittmann (stellvertr. Landrat von Landshut) und Josef Egger (stellvertr. Landrat von Kelheim).

Jakob Opperer
Hubert Bittlmayer
Rainer Haselbeck
Fritz Wittmann

Eine Auswahl an Zitaten:

„… Leistungen derjenigen honorieren, die den Spagat zwischen Naturschutz und Landwirtschaft schaffen“ (Jakob Opperer)

„Fehlentwicklungen müssen korrigiert werden … wir können alle etwas dafür tun, wir können alle mithelfen, von der Ladentheke bis zum Hausgarten.“ (Hubert Bittlmayer)

„… müssen Zeichen setzen, dass es auch anders geht. 90 Prozent der extensiv bewirtschafteten Flächen gingen verloren … Restflächen müssen nicht nur erhalten, sondern auch wieder vermehrt werden. Dazu sollte auch die Beratung ausgebaut werden“ (Rainer Haselbeck).

„… für uns Kinder waren die Wiesen auch Spielwiesen“ (Fritz Wittmann).

„lebensnotwendig, dem Trend entgegenzuwirken, die Grünlandverluste stoppen“ (Josef Egger).

Josef Egger
Richard Mergner

BN-Vorsitzender Richard Mergner wies in seinem Vortrag darauf hin, "dass artenreiche Wiesen oft nur noch Relikte in einer ansonsten höchst intensiv genutzten Agrarlandschaft sind", und er mahnte dringend ein Umsteuern bei den agrarpolitischen Rahmenbedingungen an, da solche Naturschutzleistungen sonst nicht dauerhaft erhalten werden könnten. Er forderte „Verbindungsachsen für artenreiches Grünland“, aber auch „Produkte, denen man ansieht, ob ein Stück Wiese drinsteckt“

Fachvorträge

In seinem Fachvortrag erläuterte Dr. Gisbert Kuhn (LfL) das bereits seit 2002 laufende Grünlandmonitoring und ging dabei besonders auf die Entwicklung der Kennartenliste ein, die im KULAP-Programm B40 „Artenreichen Grünland“ eine tragende Rolle spielt. Seine Mitarbeiterin Dr. Sabine Heinz stellte das „Transfer“-Projekt der LfL vor, das mit Mähgutübertragungen und Streifenansaat operiert.

Dr. Gisbert Kuhn
Dr. Sabine Heinz

Die Preisträger

Nach den Fachvorträgen wurden die Preisträger vorgestellt. Keiner musste den Saal mit leeren Händen verlassen. Insgesamt 35 Verbände und Organisationen haben die Wiesenmeisterschaft logistisch und mit unterschiedlichsten Geld- und Sachpreisen unterstützt. Alle Teilnehmer erhielten darüber hinaus eine Urkunde, ein Poster sowie ein Foto und die Artenliste ihrer Wiese.

Blick in den Saal beim Klaviervortrag von Peter Papritz;
Foto: Sabine Heinz, LfL
Die Preise warten auf die Gewinner
Foto: Marion Betzler, BN

Sechster Platz: Robert Maier

Die Gratulanten vlnr: Regierungspräsident Rainer Haselbeck; Hubert Bittlmayer, StMELF; Frau und Herr Maier; Richard Mergner, BN-Vorsitzender; Gemeinderat Klaus Schneider in Vertretung von Bürgermeisterin Katharina Rottenwallner; Jakob Opperer, Präsident der LfL; Dr. Sabine Heinz, LfL; Marion Ruppaner, BN
Foto: Heinrich Inkoferer
Extensivwiese "Anger"; Foto: Inge Steidl

Den Sechsten Preis, einen Geschenkkorb mit regionalen Produkten, erhielt Robert Maier aus Walzenöd bei Altfraunhofen (Landkreis Landshut).

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Fünfter Platz: Maria Berger

Preisträgerin Maria Berger mit Tochter und dem Umweltreferenten der Stadt Mainburg Konrad Pöppel, Foto: Heinrich Inkoferer
Die Bergschneider Wiese; Foto: Inge Steidl

Fünfte wurde Maria Berger aus Ebrantshausen (Landkreis Kelheim). Sie erhielt dafür einen Geldpreis über 100 Euro.

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Vierter Platz: Maria Eichstetter

Mutter und Tochter Eichstetter mit dem Elsendorfer Bürgermeister Markus Huber, Foto Artur Schmidt, BN
Wiese Rehmoosgraben; Foto: Inge Steidl

Den vierten Preis in Höhe von 150 Euro errang Maria Eichstetter aus Elsendorf (Landkreis Kelheim). Die junge Betriebsleiterin hatte als gelernte Physiotherapeutin nach eigener Aussage zunächst „mehr Ahnung von autochthoner Rückenmuskulatur als von autochthonen Pflanzen“, sich dann aber mit viel Lust in die neue Materie eingearbeitet. Der plötzliche Tod von Vater Alois Eichstetter im Herbst 2016 war eine Zäsur für die Familie, die schon 1988 mit der Zucht von Hochlandrindern begonnen hatte. Bei der Preisverleihung dankte sie deshalb allen voran den Eltern, die den Betrieb lange vor dem Bioboom und teilweise auch gegen Widerstände aufgebaut hatten. Als „zweite Generation“ sieht sich Maria Eichstetter in der Verantwortung für den Fortbestand von Hof und Betrieb. „Ich bin stolz und glücklich, dass ich in dieser Familie das machen darf“, sagte sie unter großem Beifall der Zuhörer.

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Dritter Platz: Familie Oswald

Familie Oswald mit Gratulanten und dem Pfeffenhausener Bürgermeister Karl Scharf; Foto: Artur Schmidt, BN
Mähwiese Schlachtfeld, Foto: Inge Steidl

Der dritte Preis in Höhe von 200 Euro geht an Hans-Georg und Ruth Oswald aus Oberlauterbach bei Pfeffenhausen, Landkreis Landshut. Der Berufsimker betont: „Der Lebensraum muss für die Bienen stimmig sein und dabei „zählt jede einzelne Art, die vorhanden ist.“ Das heißt, die Wiese ernährt in erster Linie die Honigbienen, sie liefert Kräuter, die für die Gesundheit der Bienenvölker unerlässlich sind. Der so erzeugte Honig und andere Bienenprodukte wie Wachs oder Propolis werden per Direktversand an Kunden in ganz Deutschland geliefert. BN-Agrarreferentin Marion Ruppaner hebt zum Schluss noch einmal hervor, dass sich die Familie Oswald mit ihrem Betriebskonzept erfolgreich gegen den Trend des Höfesterbens gestemmt und gezeigt hat: Auch ein Neustart ist möglich!

Einen Beitrag über die Wiesenmeisterschaft finden Sie im  Blog der Familie Oswald

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zweiter Platz: Edeltraud Melzl-Butz

Die Schar der Gratulanten mit Familie Butz und Mathilde Haindl, 2. Bürgermeisterin von Rottenburg. Ganz rechts: Dr. Sabine Heinz, LfL; Foto: Artur Schmidt, BN
Die Feuchtwiese "Ratzentümpel"; Foto: Inge Steidl

Den zweiten Preis, einen Gutschein für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 300 Euro, gewann Edeltraud Melzl-Butz aus Viehhausen bei Rottenburg (Landkreis Landshut). Mit leichtem Schauder denkt sie an den Moment vor über 20 Jahren zurück, als sie den „Ratzentümpel“ erstmals betrat: Die Pflanzen, fast nur Schilf und Binsen, waren „doppelt so groß wie ich“. Trotzdem stand für sie von vornherein fest: „Wir schaffen das und irgendwann steh‘ ich in der Blumenwiese.“ Doch nicht nur der Anblick ist jetzt ein Genuss. Dass artenreiche Wiesen auch der Tiergesundheit dienen, davon ist die erfahrene Biobäuerin fest überzeugt: „Unsere Mastrinder essen ausschließlich solche Magerpflanzen und Aufwüchse von Wiesen, die nur zwei- oder dreimal gemäht werden“. Auch für die Milchkühe gibt es „als Nachspeise Homöopathie“ direkt von der Blumenwiese.

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Erster Platz: Andreas Strasser

Frau und Herr Strasser mit Josef Fedlmaier, Gemeinderat aus Geisenhausen, Foto Artur Schmidt, BN
Die Siegerwiese "Buckel"; Foto: K. Feicht

Den ersten Preis, einen Gutschein für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 500 Euro erhielt Andreas Strasser aus Stützenbruck bei Geisenhausen (Landkreis Landshut). Ein verdienter Lohn für den engagierten Landwirt mit einem Herz für Wiesen, wie Marion Ruppaner in ihrer Laudatio hervorhob. Strasser erinnerte sich an die Anfänge der späteren Siegerwiese: „Wie ich ein Bub war, war das noch Ackerland“. Als später das Futter für den wachsenden Viehbestand knapp wurde, wurde der Ackerstreifen am Waldrand mittels Mähgutübertragung von Straßenrändern und Brachen allmählich in artenreiches Grünland überführt. „Mein Medizinalfutter für Kühe und Kälber“, sagt Strasser. Während das Ackerland arrondiert ist, liegen die 15 ha Grünland auf gut 30 kleine Teilstücke um die Hofstelle verstreut. Das „Aufsammeln“ ist arbeits- und zeitintensiv. Andreas Strasser hat aber nicht nur ein „Händchen“ für seine Wiesen, er gibt seinen großen Erfahrungsschatz im Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) auch an junge Berufskollegen weiter.

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Keine Konkurrenten: Ruth Oswald (3. Platz) gratuliert dem frischgebackenen Wiesenmeister
2018 Andreas Strasser
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Pressemitteilung

Die Pressemitteilung zur Preisverleihung finden Sie hier

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