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Natürlich gärtnern: Tipps für naturgemäße Gartenarbeit

Mit unseren praktischen Tipps fördern Sie gleichzeitig den Umweltschutz und eine reichhaltige Blütenvielfalt in Ihrem Garten. Angefangen bei der Wahl von Saatgut und Pflanzen bis hin zur richtigen Bodenkontrolle und -pflege.

Was soll ich pflanzen? Der naturnahe Garten

Ein Naturgarten setzt sich im Wesentlichen aus vier Elementen zusammen: einmal einem Bestand aus heimischen Sträuchern. Außerdem aus einer blumenreichen Wildblumenwiese oder Blühfläche, einem Staudenbeet und bei ausreichendem Platzangebot einem Bestand an heimischen Laubbäumen.

Wildblumenwiese – Wildblumenbeet

Beim Kauf der Wildblumensamen sollte man darauf achten, dass es sich um eine möglichst blütenreiche Mischung aus heimischen Wildblumenarten handelt. Eine Vielfalt an Samen kann im Gartenfachhandel bestellt werden.

Gute Beispiele für Wildblumen sind: Bitterkraut, Bunte Kronwicke, Dost (Wilder Majoran), Einjähriges Silberblatt , Gemeine Kratzdistel, Glockenblume, Herzgespann, Hornklee, Kornblume (Wildform), Nachtviole, Natternkopf, Quirlblütiger Salbei, Skabiosen-Flockenblume, Teufelsabbiss, Tauben-Skabiose, Steinklee, Wegwarte, Wiesensalbei, Wiesenflockenblume, Wilde Karde, Wilder Thymian, Witwenblume.

Wichtige Raupenfutterpflanzen sind: Ackersenf, Barbarakraut, Brennnessel, Borretsch, Färberwaid, Gemeiner Hohlzahn, Hornklee, Hufeisenklee, Kratz- und Kohldistel, Bunte Kronwicke, Wiesen-Labkraut, Echtes Labkraut, Nachtviole, Pfefferminze, Roßminze, Einjähriges Silberblatt, Wilde Möhre, Raues Veilchen, Wald-Veilchen.

Staudenbeete

Einen großen Erfolg für Bienen und Hummeln haben wir im Garten mit einem Beet, das keine Arbeit macht, und das ganze Jahr blühend ist, z.B. mit Königskerze, weidenblütigem Ochsenauge,  Färberkamille, Karthäusernelke, Mohn, Wiesenraute, Fingerhut,Verbene, Glockenblume. Ein Kräuterbeet mit Gewürz- und Duftsträuchern der Familie der Lippenblütler, wie Thymian, Majoran, Rosmarin, Salbei, Lavendel, Blauer Ysop bietet Hummeln und Bienen gerade im Sommer Nektar und Pollen, wenn sie zum Blühen kommen.

Weitere Informationen:
Der blühende Staudengarten (PDF, Netzwerk Blühende Landschaft)
Liste blühender Stauden für den Garten (PDF, Netzwerk Blühende Landschaft)

Zwiebel- und Knollenpflanzen

Um die Blütenvielfalt zum Jahresbeginn zu vergrößern, empfiehlt sich das Setzen von Zwiebel- und Knollenpflanzen – zur Ergänzung der Aussaat. Manche wie Krokus und Schneeglöckchen sind als Frühlingsboten wohlbekannt, andere wie Schnittlauch und Bärlauch können auch unseren Speiseplan erweitern.

Die Zwiebeln sollten vor dem ersten Frost im Herbst ausreichend tief gepflanzt werden. Weitere Tipps und eine Liste insektenfreundlicher Pflanzenarten finden Sie hier (PDF, Netzwerk Blühende Landschaft)

Wildsträucherhecke

Bei den gepflanzten Sträuchern sollten möglichst heimische Arten ausgewählt werden. Als wichtigste Insektensträucher, die zahlreiche Falter, Hummeln und Wildbienen anlocken und einer Vielzahl von Schmetterlingsraupen als Futterpflanzen dienen, sind zu nennen: Schlehe, Faulbaum, Salweide, Reifweide und Lorbeerweide.

Heimische Laubbäume

Wer Platz hat, tut auch viel für die Natur, wenn er einen Bestand ökologisch wertvoller heimischer Laubbäume pflanzt. Von Größe und Standort her kommen Eiche, Pappel und Erle im Garten meist nicht in Frage. Doch heimische Laubbäume wie Birke, Hainbuche, oder Eberesche (Vogelbeere) kommen evt. in Frage. Des Weiteren sind Obstbäume, wie Gartenapfel, Birne oder Pflaume, die von hoher ökologischer Bedeutung für die heimische Tier-, Vogel und Insektenwelt sind wichtig. Die Beeren der Eberesche sind eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Vogelarten.

Gemüse

Im März und April ist es Zeit Pflanzen, beispielsweise auf der warmen Fensterbank, vorzuziehen: Sommerblumen, Paprika, Auberginen und Tomaten brauchen viel Sonne und mehr als nur frühlingshafte Temperaturen. Pflanztöpfe lassen sich aus alten Zeitungen, Kartons oder Eierschalen ganz leicht selbst basteln und müssen nicht zugekauft werden. Viele Blumensamen wie Ringelblumen, Tagetes, Trichtermalven, Wicken oder Kapuzinerkresse können im April jedoch auch direkt im Garten gesät werden.

Ebenfalls ab April können Kartoffeln in die Erde gelegt werden. Dafür eignen sich übrigens auch Kartoffeln aus der Küche, die schon zu keimen begonnen haben. Natürlich können auch viele weitere Gemüsearten den Weg in Ihren Garten finden. In Gärtnereien finden Sie beispielsweise Kohlrabi, Blumenkohl und verschiedene Salatarten. Zum Säen eignen sich zum Beispiel Rettich, Radieschen, Möhren, Mangold, Erbsen und Rote Beete. Haben Sie noch ein Plätzchen frei im Garten? Dann stecken Sie doch Knoblauchzehen in die Erde.


Alte Gemüsesorten kennenlernen – Nutzpflanzenvielfalt erhöhen

Mähroboter vermeiden

Ein absolutes Tabu im naturnahen und insektenfreundlichen Garten ist der Einsatz eines Mähroboters. Denn entgegen der Hinweise in den Bedienungsanleitungen werden diese oft auch nachts eingesetzt. Für Haus- und Wildtiere, insbesondere für Igel, kann das mit Verletzungen oder gar tödlich enden: Igel etwa laufen nicht weg, sondern rollen sich ein, wenn sie den Mäher bemerken – und werden dann von dessen Messern überrollt und verletzt. 

Zudem kommen Mähroboter in jede Ecke. Dadurch gibt es auch kein Versteck mehr für Amphibien, Spinnentiere und Insekten, wo die Roboter eingesetzt werden. Und diesen Nützlingen wird zudem noch die Nahrungsgrundlage entzogen, weil durch das permanente Mähen kein Wildkraut mehr zum Blühen zu kommt.

Auch Freischneider und Fadenmäher sind gefährlich für Nützlinge im Garten. Viele Verletzungen von Igeln gehen auf den Einsatz solcher motorisierten Geräte zurück, wenn damit unvorsichtig umgegangen wird und versteckte Tiere übersehen werden.

Tipps zum natürlichen Gärtnern im Frühjahr

  • Säen Sie jetzt Möhren, Spinat, Pastinaken, Schwarzwurzeln und Petersilie
  • Pflanzen Sie Frühblüher, wie Winterling, Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Krokus bereits im Herbst vor dem ersten Frost. Sie dienen als Nahrungsquelle für Bienen, die bereits früh im Jahr fliegen.
  • Bevorzugen Sie ökologisch erzeugtes Saatgut und einheimische Sorten, siehe auch Bio-Pflanzen für Balkon und Garten. (Weitere Informationen zu Saatgut unter www.saatgutkampagne.org)
  • Düngen Sie die Beete mit frischem Kompost
  • Reifer Kompost ersetzt Torf als Bodenverbesserer, siehe auch Torffreie Erde – den Mooren zuliebe
  • Auch für andere Gartenbewohner kann man mit einfachen Mitteln kleine Oasen schaffen. Ein zusätzlicher Komposthaufen mit viel holzigem, größerem Material eignet sich für Engerlinge: Pinselkäfer, Rosenkäfer, Nashornkäfer, Junikäfer, für Tausendfüßler und viele andere Insekten. Auch Wirbeltiere wie Igel, Blindschleiche und Ringelnatter fühlen sich dort wohl.
  • Ebenfalls helfen lässt sich mit einer Käfermiete: ein Haufen aus Holzrugeln, Rinde und Wurzelstücken ist der ideale Brutplatz für Käfer.
  • Obstbäume schützen Sie mit einem Kalkanstrich gegen Temperaturschwankungen
  • Sehr stark wachsende Obstbäume erst Ende März schneiden
  • Fördern Sie Nützlinge: mehr Tipps für natürlichen Pflanzenschutz
  • Bei Schneckenplage: Mulchreste entfernen
  • Beete mit Teststreifen prüfen. Kalken, wenn der Säurewert Kompost unter pH 6 liegt
  • Machen Sie wieder einmal eine Bodenuntersuchung (alle 3 - 5 Jahre). Damit vermeiden Sie Überdüngung und beugen Nährstoffmangel vor. Aus einer Übersichtsliste bayerischer Bodenlabors mit Kostenangaben können Sie das Labor in Ihrer Nähe wählen. Außerdem in der Liste enthalten: Adressen von Labors, die Rückstandanalysen z.B. in Hausstaub oder Innenraumanalysen machen.

Veröffentlichungen für Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer

Der Wildgarten

Hier finden Sie noch einmal ausführliche Pflanztipps für eine bunte Wiese, für das Staudenbeet und die Wildsträucherhecke, damit sich in Ihrem Garten nicht nur Menschen, sondern auch Vögel und Insekten wohl fühlen.
Darüber hinaus gibt der Rechtsanwalt Martin Klimesch Rechtstipps rund um den Naturgarten.

Die Broschüre zum Download finden Sie hier, ein gedrucktes Exemplar können Sie bestellen bei der BN Service GmbH

Erste Hilfe auf dem Weg zum Naturgarten

Kleiner Flyer, der kurz und knapp Antwort auf die am häufigsten gestellten Fragen gibt, was man im eigenen Garten für die Artenvielfalt tun kann.

Die Broschüre zum Download finden Sie hier, ein gedrucktes Exemplar können Sie bestellen bei der BN-Service GmbH.

 

Ausstellung naturnahe Gärten

Der BN hat 6 Rollups rund ums Thema naturnahe Gärten gestaltet:

  • Lebens-Raum schaffen – Paradiese für Tiere, Insekten und Pflanzen im Garten
  • Blumenwiese – Gönnen auch Sie sich ein buntes Blumenmeer in Ihrem Garten
  • Insekten bei der Arbeit – Fleißige Helfer für ein buntes Blütenmeer in Ihrem Garten
  • Wildkraut – Regulierung ohne Gift für einen gesunden Garten
  • Oasen für Schmetterlinge
  • Rekordverdächtige Schmetterlinge

Diese sechs Tafeln können als Ausstellung ausgeliehen werden. Mehr Informationen