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Stadtbäume gießen
Heiße Temperaturen und anhaltende Trockenheit bestimmen das Wetter der letzten Sommer. Gerade in den Städten staut sich die Hitze, da sich die Gebäude und Straßen stark aufheizen, die Wärme speichern und reflektieren. Darunter leidet auch die Stadtnatur. Was Sie für die Bäume in Ihrer Stadt tun können und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier.
- document.getElementById('c235984').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">1 Hilfsbedürftige Bäume erkennen
- document.getElementById('c235987').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">2 Stadtbäume gießen
- document.getElementById('c235989').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">3 Baumscheiben bepflanzen
- document.getElementById('c235991').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">4 Patin für einen Stadtbaum werden
- document.getElementById('c272017').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">5 Fragen und Antworten zum Gießen von Bäumen
- document.getElementById('c235999').scrollIntoView({ behavior: 'smooth' }), 10);">6 Weitere Tipps und Infos zu Stadtbäumen
Hilfsbedürftige Bäume erkennen

Gelbe Braunkronen und abgeworfenes Laub im Sommer? Das ist ein häufiges Zeichen dafür, dass der Baum stark unter Trockenstress leidet.
- Wassermangel zeigt sich oft zuerst an der Baumspitze: Die Blätter werden kleiner und dürr. Je länger die Trockenheit anhält, desto größer werden die Lücken.
- Die Blätter rollen sich ein, vergilben und werden schließlich abgeworfen. Zurück bleibt eine schüttere und durchsichtige Baumkrone.
- Gefährdet sind vor allem junge Bäume, da diese besonders viel Wasser zum Anwachsen und Gedeihen benötigen.
- Außerdem leiden Bäume an Straßen und auf Plätzen mehr als in Parks: Beton- und Asphaltflächen heizen sich stark auf, speichern die Wärme und reflektieren sie. Eine stark versiegelte Umgebung, verdichtete Böden und kleine Baumscheiben erhöhen den Hitzestress für Bäume.
- Am besten ist es natürlich, es kommt erst gar nicht so weit. Deshalb sollten Stadtbäume ausreichend große Baumscheiben mit genügend Wurzelraum und lockerem, unverdichtetem Boden bekommen - und bei Bedarf bewässert werden.
Stadtbäume haben ein hartes Leben, vor allem Straßenbäume. Sie sind Hitze, Autoverkehr, Wassermangel und Nährstoffarmut ausgesetzt. Die meist ohnehin zu kleinen Baumscheiben werden oft niedergetrampelt. Streusalz, Abgase, Hundekot und -urin sowie wilde Ablagerungen machen ihnen zusätzlich zu schaffen.
Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels brauchen wir das Grün in der Stadt. Denn Stadtbäume spenden Schatten, reduzieren die Staubbelastung und entlasten die Atmosphäre, indem sie CO2 in Sauerstoff umwandeln. Sie dienen als Lebensraum für Eichhörnchen, Vögel und Insekten. Sie durchlüften den Boden, speichern Wasser und können dadurch Gefahren, beispielsweise durch Starkregen, abmildern. Zudem kühlen Bäume ihre Umgebung - angesichts der immer heißeren Sommer ein wichtiger Faktor im städtischen Klima. Kurzum: Bäume sind echte Alleskönner.
Trotzdem werden es jährlich immer weniger Bäume in den Städten. Mehr und mehr Grünflächen und Bäume fallen der stetig fortschreitenden Bebauung und Flächenversieglung zum Opfer. Nachbepflanzungen können den Verlust großer und alter Stadtbäume für das Stadtklima und die Tierwelt dabei nicht ausreichend kompensieren.
Städte und Kommunen müssen mittelfristige Strategien entwickeln, um Regenwasser besser speichern zu können. Neben der Entsieglung der Flächen und der Ausbreitung der Grünanlagen, gehört auch das Sammeln von Wasser in Sickergruben und ausreichend große Pflanzgruben für das Wurzelwerk der Bäume zu den notwendigen Maßnahmen.
Aber auch jeder Einzelne kann helfen, gerade in den heißen Sommermonaten. Denn viele Städte haben durch Personalmangel oder zu extreme Trockenheit keine ausreichenden Kapazitäten um alle Bäume genügend zu bewässern. Wie Sie helfen können, erfahren Sie auf dieser Seite.
Stadtbäume gießen

Prinzipiell gilt: Wenn es trocken aussieht, können Sie den Baum gießen. Das ist grundsätzlich erlaubt und man muss auch keine Angst haben, dass ein Baum zu viel gegossen wird.
- Mit etwa 100 Liter in der Woche gießen.
- Besser einmal wöchentlich die gesamte Wassermenge ausbringen als täglich eine kleinere Menge. So kann das Wasser tiefer in den Boden sickern und verdunstet nicht so schnell.
- Gießen Sie die Bäume am besten frühmorgens oder spät am Abend. Dann ist es nicht so heiß und das Wasser verdunstet weniger schnell.
- Feuchten Sie die Erde um den Baum zuerst an, damit der Boden das Wasser besser aufnehmen kann und es nicht direkt wieder abfließt.
- Formen Sie bei Bedarf aus Erde einen Gießring um den Baum herum, damit das Wasser nicht davonfließen kann.
- In einigen Städten kann man Bewässerungssäcke ausleihen. Diese werden am Baum befestigt und geben kontinuierlich Wasser ab.
Gemeinsam kann man mehr erreichen. Fragen Sie Ihre Nachbarn, ob man nicht gemeinsam den Bäumen vor der eigenen Haustür helfen möchte. Gemeinschaftliches Gießen erleichtert die Versorgung der Bäume und bringt gleichzeitig Freude und Spaß.
Baumscheiben bepflanzen

Boden aufnahmefähiger für Wasser machen
- Mit Baumscheibe ist der nicht versiegelte Boden rund um den Baumstamm gemeint.
- Ist dieser Bereich mit Pflanzen bewachsen, lockert das den Boden auf, so dass das Wasser besser versickern kann.
- Die Pflanzen schützen zudem vor direkter Sonneneinstrahlung und somit auch vor schneller Verdunstung.
Erde lockern, Pflanzensorten wählen
- Lockern Sie zuerst die Erde um den Baum herum auf. Dabei sollten die Baumwurzeln nicht beschädigt werden.
- Schütten Sie zusätzlich bis zu zwei Zentimeter Erde auf.
- Pflanzen Sie möglichst robuste und insektenfreundliche Gewächse um den Baum. Heimische Bodendecker und Stauden schützen den Boden vor Verdunstung und bieten Insekten reichlich Futter.
- Geeignete Wildblumen, Stauden und Knollenpflanzen
Beim zuständigen Amt nachfragen
- Für eine Anmeldung bzw. Genehmigung fragen Sie einfach bei Ihrem zuständigen Grünflächenamt nach.
- Im Normalfall wird es von den Städten und Kommunen gern gesehen, wenn sich Bürger um die Bepflanzung von Baumscheiben kümmern möchten.
Patin für einen Stadtbaum werden

Als Patin kümmern Sie sich um Ihren Stadtbaum
- Viele Stadtgartenämter können wegen angespannter Finanzlage nur für die Basisversorgung gestresster Straßenbäume sorgen. Stadtbäume sind deshalb auf die zusätzliche Betreuung und Pflege durch engagierte Anwohner angewiesen.
- Die Kommunen freuen sich deshalb in aller Regel, wenn sich Bürger*innen bei ihnen melden, um selbst für die Baumscheiben zu sorgen. Die Idee, Pate für einen ausgewählten Baum, eine Baumscheibe oder ein Pflanzbeet zu werden, ist schon in etlichen Städten auf höchst positive Resonanz gestoßen und zum Erfolgsmodell eines nachhaltigen Bürgerengagements geworden.
So werden Sie Patin eines Stadtbaums
- Pate für einen Stadtbaum zu werden, ist meist ein Kinderspiel. In aller Regel reicht es, sich formlos per Brief, Anruf oder Mail bei der Stadtverwaltung oder beim Stadtgartenamt zu melden und dabei möglichst schon den "Wunschbaum" (zum Beispiel mit Straßenname und Foto) anzugeben.
- Mehr dazu erfahren Sie hier: Pate für einen Stadtbaum werden
Fragen und Antworten zum Gießen von Bäumen
Sommerlicher Blattabwurf zeigt zunächst, dass ein Baum auf Belastungen reagiert. Ein Blattverlust im Sommer bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Baum abstirbt oder akut krank ist. Auslöser können Trockenheit und Hitze sein, aber auch Wurzelprobleme, Staunässe, Schädlinge oder Krankheiten.
Bei Hitze und trockener Luft verlieren Blätter viel Wasser durch Verdunstung. Kann der Baum diesen Wasserverlust nicht mehr ausreichend ausgleichen, gerät sein Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht. Manche Bäume werfen dann gezielt einen Teil ihrer Blätter ab, um ihre Verdunstungsfläche zu verkleinern und Wasser zu sparen. Andere verlieren Blätter erst, weil das Gewebe bereits durch Hitze und Wassermangel geschädigt wurde.
Ein gewisser Blattabwurf kann außerdem Teil der natürlichen Selbstregulation eines Baums sein, etwa wenn ältere oder stark beschattete Blätter abgestoßen werden.
Der Blattabwurf allein reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob ein Baum Wasser benötigt. Mit entscheidend sind das Alter des Baums, die Standortbedingungen, die Bodenfeuchte und die Witterung.
Junge Bäume sowie Bäume auf stark versiegelten oder verdichteten Standorten leiden deutlich häufiger unter Trockenstress und profitieren bei längeren Trockenphasen oft von zusätzlicher Bewässerung.
Der Blattabwurf sollte als Anlass verstanden werden, den Baum und seinen Standort genauer zu betrachten. Gerade während längerer Hitze- und Trockenperioden kann eine bedarfsgerechte Bewässerung dazu beitragen, die Vitalität eines Baums zu erhalten.
Stärkstes Entscheidungskriterium, ob ein Baum bewässert werden muss, ist das Alter. Besonders betroffen sind
- frisch gepflanzte Bäume (ca. erste drei bis fünf Jahre) und
- junge Straßenbäume,
weil das Wurzelsystem ist noch nicht ausreichend entwickelt und der Baum Trockenphasen schlechter abpuffern kann.
Zweiter wichtiger Faktor ist der Standort. Hohen Bewässerungsbedarf haben Bäume mit
- kleinen Baumscheiben,
- stark versiegelter Umgebung und auf Hitzeinseln zwischen Gebäuden und Straßen,
- verdichteten Böden,
- Standorten mit wenig durchwurzelbarem Boden
Geringeren Bewässerungsbedarf haben Bäume
- auf großen Grünflächen,
- in Parkanlagen mit unversiegeltem Boden,
- mit ausreichend großem Wurzelraum,
- mit einer guten Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
Aber auch Parkbäume können in Extremjahren betroffen sein, unter Wassermangel geraten und Blätter verlieren.
Wann und wie gießen?
- Gießen Sie bei Hitze möglichst morgens. Alternativ eignen sich auch die Abendstunden. Dann verdunstet weniger Wasser.
- Lieber seltener und durchdringend gießen als häufig nur kleine Mengen Wasser. So gelangt das Wasser in tiefere Bodenschichten und steht den Wurzeln länger zur Verfügung.
- Gießen Sie langsam und durchdringend. Lieber portionsweise als alles auf einmal, damit das Wasser versickern und die tieferen Wurzeln erreichen kann.
- Das Wasser sollte nicht direkt an den Stamm, sondern möglichst über die gesamte Baumscheibe beziehungsweise den Wurzelraum verteilt werden.
- Ist eine ausreichend große Baumscheibe vorhanden, sollte möglichst diese vollständig bewässert werden. Fehlt sie, bleibt oft nur das Gießen im unmittelbaren Umfeld des Stamms.
Wieviel gießen?
Der Wasserbedarf hängt unter anderem von Baumart, Baumalter, Kronengröße, Bodenart und den Standortbedingungen ab. Die folgenden Mengen dienen daher lediglich als grobe Orientierung:
- Jungbäume benötigen pro Gießgang etwa 50 bis 75 Liter, bei großer Hitze auch bis zu 100 Liter.
- Etablierte mittelgroße Bäume profitieren während längerer Trockenperioden von etwa 150 bis 200 Litern pro Gießgang beziehungsweise verteilt auf ein bis zwei durchdringende Wassergaben pro Woche.
- Sehr große Altbäume benötigen grundsätzlich sehr viel Wasser. An Standorten mit ausreichend großem Wurzelraum oder Grundwasseranschluss können sie sich häufig selbst versorgen. Eine zusätzliche Bewässerung kann jedoch bei außergewöhnlich langen Trockenperioden oder an schwierigen Standorten sinnvoll sein.
Was kann ich noch tun?
- Regenwasser hat Vorrang und sollte genutzt werden, wann immer es verfügbar ist.
- Trinkwasser sollte sparsam und gezielt eingesetzt werden, wenn keine Alternative besteht und dadurch wertvolle Bäume erhalten werden können.
- Besonders Jungbäume sowie Straßenbäume an schwierigen Standorten benötigen während längerer Trockenphasen häufig Unterstützung.
- Eine lockere Mulchschicht kann helfen, die Bodenfeuchte länger zu erhalten und die Erwärmung des Bodens zu reduzieren.
- Langfristig hilft Bäumen nicht nur das Gießen. Wer sich für gesunde Stadtbäume einsetzen möchte, kann seine Kommune dabei unterstützen, die Standortbedingungen zu verbessern – beispielsweise durch größere Baumscheiben, entsiegelte Flächen und ausreichend durchwurzelbaren Boden. Solche Maßnahmen erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und helfen Bäumen oft nachhaltiger als eine regelmäßige Bewässerung allein.
Der Widerspruch ist nur scheinbar vorhanden. Es geht darum, die Ressource Wasser sinnvoll einzusetzen.
- Bäume sind eine Investition in die Klimaresistenz unserer Städte. Ein gesunder Straßenbaum spendet Schatten, kühlt durch Verdunstung die Umgebung und reduziert die Aufheizung von Asphalt und Gebäuden. Das senkt die Temperatur in der Stadt und vermindert so die Verdunstung insgesamt. Das Wasser, das ein Baum erhält, kann also langfristig dazu beitragen, Wasserverluste zu verringern.
- Nicht alle Bäume müssen gegossen werden. Ältere Bäume mit tiefen Wurzeln kommen oft auch längere Trockenphasen ohne Hilfe zurecht. Besonders gefährdet sind dagegen:
- frisch gepflanzte Bäume (oft in den ersten drei bis fünf Jahren),
- Bäume in kleinen Baumscheiben,
- Straßenbäume, deren Wurzeln durch Pflaster und Leitungen stark eingeschränkt sind,
- Bäume in stark versiegelter Umgebung bzw. auf Hitzeinseln in der Stadt.
- Es geht um gezieltes statt verschwenderisches Gießen. Es geht nicht darum, täglich ein paar Liter auf den Boden zu sprengen. Sinnvoll ist vielmehr:
- selten, aber gründlich gießen,
- möglichst morgens oder abends,
- damit das Wasser tief einsickert und die Wurzeln erreicht.
- Wassersparen bedeutet Prioritäten setzen. Wenn Kommunen oder Behörden zum Wassersparen aufrufen, richten sich diese Appelle häufig gegen Verwendungen mit geringem gesellschaftlichem Nutzen, etwa:
- den Rasen dauerhaft grün halten,
- große Flächen tagsüber beregnen,
- Pools neu befüllen oder Autos waschen (je nach Region).
Das Gießen von Stadtbäumen ist dagegen aus den oben genannten Gründen besonders sinnvoll.
Langfristig braucht es andere Lösungen. Dauerhaft kann das Problem nicht durch immer mehr Gießen gelöst werden. Städte sollten deshalb zunehmend versuchen,
- Regenwasser zu speichern,
- versiegelte Flächen zu entsiegeln,
- größere Baumscheiben anzulegen,
- wasserspeichernde Böden zu schaffen,
- besser an den jeweiligen Standort angepasste Baumarten zu pflanzen.
Ziel ist, dass Bäume möglichst wenig zusätzliches Gießwasser benötigen.



