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Ackerwildkräuter gesucht! Wettbewerb für Landwirte in Oberfranken ausgeschrieben

Blütenvielfalt am Acker: Ob ökologischer oder konventioneller Anbau – Mitmachen und anmelden bis zum 20. April 2020 lohnt sich beim diesjährigen Ackerwildkraut-Wettbewerb des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) e.V., der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), des Bioland-Verband und dem BUND Naturschutz in Bayern (BN). Zum vierten Mal suchen die Veranstalter den artenreichsten Acker, dieses Mal in Oberfranken.

Ackerwildkräuter im Wintergetreide, Foto: Martin Sommer, DVL

03.03.2020

Ackerwildkräuter wie Rittersporn, Kornrade und Lämmersalat waren durch viele Jahrhunderte bunte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Landwirtschaft führt seit Jahrzehnten dazu, dass Äcker auf nährstoffarmen Böden aufgegeben und bewirtschaftete Äcker durch den Einsatz von Kunstdüngern und Herbiziden intensiviert wurden. Fruchtfolgen sind vergleichsweise einseitig geworden.

Diese Faktoren tragen zu einem immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker bei. „Der Verlust an Ackerwildkräutern führt auch zu Verlusten bei den bestäubenden und auf Ackerwildkräuter spezialisierten Insekten, wie z.B. Wildbienen. Der Lebensraum Acker verarmt leider zunehmend, so dass auch die Vögel der Feldflur immer weniger Nahrungsgrundlage haben, und auch hier drastische Rückgänge stattfinden“, erläutert Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin.

Ziele des Wettbewerbs

Ziel des Wettbewerbs ist es, diesen oft unscheinbaren Arten wieder mehr Beachtung zu schenken. „Prämiert werden Äcker, auf denen zwischen der Feldfrucht auch noch seltene Ackerwildkräuter wachsen. Sie können einen sehr wertvollen, bisher unterschätzten Beitrag zur Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen liefern. Der Ackerwildkraut-Wettbewerb kann aufzeigen, wie sich Interesse am Naturschutz und Landwirtschaft vereinen lassen,“ so Maike Fischer, Projektleiterin beim DVL.

Manfred Rauh, Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband (LPV) Lichtenfels ergänzt dazu: „Wir möchten Landwirtinnen und Landwirte auszeichnen, die einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung von Ackerwildkräutern leisten“.

Kartierer nimmt Artenvielfalt auf

Zwei getrennte Wertungssysteme für ökologische und konventionelle Erzeuger ermöglichen allen Landwirten, sich trotz unterschiedlicher Produktionsweisen für den Wettbewerb zu qualifizieren. Die Veranstalter freuen sich über die Anmeldung jedes landwirtschaftlichen Betriebs in Oberfranken, der seltene Arten in seinem Acker vermutet. Ein Mitarbeitender des Projektteams wird im Frühsommer alle gemeldeten Ackerflächen kartieren, und sich dazu vorab mit der Landwirtin oder dem Landwirt in Verbindung setzen. Die erhobenen Daten werden den Landwirten zur Verfügung gestellt und vertraulich behandelt.

Anmeldefrist 20. April 2020

Anmeldeformulare liegen bei den Ämtern für Landwirtschaft und den Landschaftspflegeverbänden aus. Eine Anmeldung ist bis zum 20. April erforderlich, z.B. online unter www.lfl.bayern.de/Ackerwildkraut-Wettbewerb – wobei nur die ersten 50 Anmeldungen berücksichtigt werden können.

In beiden Kategorien gibt es für den jeweils 1. und 2. Platz Gutscheine für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 300 € und 200 €, die Drittplatzierten und alle weiteren Preisträger erhalten Sachpreise und eine Artenliste ihres Ackers. Die Prämierung der Siegeräcker findet am 16. September 2020 im Wettbewerbsgebiet statt.

Hintergrund

Zum Hintergrund des Wettbewerbs erläutert Dr. Franziska Mayer vom Institut für Agrarökologie der Landesanstalt für Landwirtschaft: „Wir sind dafür verantwortlich, die Pflanzenarten weiter zu erhalten, für die wir durch unsere Landwirtschaft erst den passenden Lebensraum geschaffen haben: unsere Ackerwildkräuter. Ihre Vielfalt ging in den letzten Jahrzehnten allerdings immer stärker zurück und viele gehören inzwischen zu den seltenen und gefährdeten Pflanzenarten.“ Vor sechs Jahren begann der Wettbewerb im Bezirk Unterfranken und folgte dann im zweijährigen Rhythmus mit zunehmender Teilnehmerzahl in der Oberpfalz und in Niederbayern. In diesem Jahr zeigt sich Bürgermeister Bernhard Storadtaus Ebensfeld, der selbst Biobauer ist, sehr erfreut, dass der Wettbewerb in diesem Jahr in der Region Oberfranken ausgetragen wird. 

„Wir hoffen auf eine rege Teilnahme, denn natürlich geht es uns nicht nur um die Sieger! Für jeden Bauern ist es eine tolle Chance zu erfahren, was auf seinen Äckern wächst und die eine oder andere schöne Überraschung zu entdecken!“ spricht Katharina Schertler von Bioland die Betriebe an.

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BUND Naturschutz, 0911/81878-20;
Franziska Mayer, LfL, 08161/71-5821;
Maike Fischer, DVL, 0981 / 1800 99-17,
Katharina Schertler, Bioland Bayern,  0821/34680-121

Das Projekt Ackerwildkraut-Wettbewerb wird gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale, der Regierung von Oberfranken aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten