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Sauberes Wasser, blühende Äcker ­und zufriedene Schweine

Anlässlich eines Besuchs des BN-Vorsitzenden Richard Mergner auf dem Hof von LVÖ-Vorsitzendem Hubert Heigl, betonen beide Organisationen die zentrale Rolle des Ökolandbaus für den Natur- und Ressourcenschutz sowie eine gesellschaftlich erwünschte Tierhaltung.

Glückliche Schweine mit Ringelschwänzen bei Familie Heigl

vlnr: BN-Vorsitzender Richard Mergner, LVÖ-Vorsitzender Hubert Heigl mit Gattin Evi, BN-Agrarreferentin Marion Ruppaner und Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Regensburg Raimund Schoberer.

21.07.2020

Der ökologische Landbau bietet ein umfassendes Natur- und Umweltschutzpaket: Er ist angewandter Klimaschutz, bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Arten in der Agrarlandschaft, und schützt Grundwasser und Gewässer vor schädlichen Nitrat- und Phosphateinträgen. Die Tiere werden mit artgerechtem Ökofutter, Stroheinstreu, mehr Platz im Stall und Zugang zu Frischluft im Außenbereich aufgezogen.

„Mit dem Ausbau des Ökolandbaus können viele der aktuellen Umweltprobleme in der Landwirtschaft durch einen ganzheitlichen Ansatz gelöst werden“, erläutert Richard Mergner, BN Vorsitzender. „Um das jetzt im bayerischen Naturschutzgesetz verankerte Ausbauziel von 30% für den Ökolandbau bis 2030 zu erreichen, müssen die Anstrengungen der bayerischen Staatsregierung jedoch noch weiter erhöht werden“, so Mergner, und weiter: „Beispielsweise muss ein Bioanteil von mindestens 30% als Vorgabe in der staatlichen bayerischen Außer-Haus-Verpflegung, in Kantinen und bei Veranstaltungen, festgeschrieben werden. Regional alleine reicht nicht aus.“

Um das Potenzial von Kantinen, Mensen und Betriebsrestaurants für den Absatz von Bio-Produkten zu erschließen, bedürfe es darüber hinaus auch staatlich finanzierter Zuschüsse für Beratung und Zertifizierung. Ökolandbau und die Verarbeitung von ökologisch erzeugten Lebensmitteln müssen in allen relevanten Ausbildungsgängen fest verankert werden.

Auch Investitionen in Verarbeitungsanlagen, die für die Belieferung von Großverbrauchern notwendig sind, müssen gefördert werden.

„Mehr Ökolandbau tut Bayern gut. Deswegen muss die Staatsregierung noch mehr für den Ökolandbau tun. Das Bayerische Naturschutzgesetz mit dem Ausbauziel 30% Ökolandbau bis 2030 erteilt hierfür den klaren Handlungsauftrag“, betont Hubert Heigl, 1. Vorsitzender der LVÖ Bayern.

Gesellschaftliche Leistungen des Ökolandbaus

Eine umfangreiche aktuelle Studie unter Federführung des staatlichen Thünen-Instituts aus 2019 hat die positiven Leistungen des Ökolandbaus für Umwelt und Gesellschaft bestätigt. Eine Zunahme der Biodiversität ist z.B. für die Ackerwildkraut- und die Saumvegetation festgestellt, genauso wie für die Anzahl der blütenbesuchenden Insekten. Auch die Vielfalt der angebauten Kulturen bei Ackerbaubetrieben ist größer.

Durch die flächengebundene Tierhaltung wird am Biobetrieb nur so viel Gülle oder Festmist produziert, wie der Betrieb tatsächlich an Dünger für den eigenen Pflanzenbau benötigt (Kreislaufwirtschaft). So werden u.a. Grundwasser und Atmosphäre vor schädlichen Einträgen geschützt.

Die Ergebnisse der Arbeit wurden als Thünen‐Report 65 veröffentlicht, online abrufbar unter: https://www.thuenen.de/de/infothek/publikationen/thuenen‐report/ dort die Nr. 65 aufrufen

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, 0911 81 87 8 – 20, oder mobil: 0160 76 14 336
marion.ruppaner@bund-naturschutz.de
Cordula Rutz, Geschäftsführerin LVÖ Bayern, 089 4423190-11, oder mobil: 0170 1768498

Ein Betriebsspiegel der Familie Heigl ist zu finden unter:
https://www.lfl.bayern.de/iab/landbau/166357/index.php

Die beiliegenden Bilder können bei Nennung des Bildautors BN kostenfrei verwendet werden.