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Knoblauchkröte (Pelobates fuscus): Steckbrief

Den Knoblauchgeruch, dem die Kröte ihren Namen verdankt, sondert sie in Stresssituationen ab. Das abgegebene Sekret dient der Feindabwehr der eher nachtaktiven Tiere.

Diese urtümliche und sehr versteckt lebende Art ist hauptsächlich im nordbayerischen Raum verbreitet. Sie ist jedoch fast nie zu beobachten, da sie sich meist versteckt. Als Landlebensraum benötigt sie sandige, lockere Böden, in die sie sich tagsüber eingraben kann. Nachts wird sie aktiv und geht auf die Suche nach Insekten, Schnecken und Würmern. Ihre Lebensräume sind strukturreiche landwirtschaftliche Nutzflächen mit Ackerrandstreifen, Raine und Brachflächen. Bei Gefahr gräbt sie sich blitzschnell rückwärts in den Untergrund ein. Gelingt ihr das nicht, so bläst sie sich auf, um größer zu wirken und gibt dabei ein nach Knoblauch riechendes Sekret ab.

Als Laichgewässer nutzt sie nährstoffreiche Tümpel und Teiche mit reichem Pflanzenbewuchs. Hier wachsen ihre Kaulquappen innerhalb weniger Wochen zu einer stattlichen Größe von bis zu zwölf Zentimetern heran – nicht selten werden die Kaulquappen für kleine Fische gehalten.

Auch hinsichtlich der Balz unterscheidet sie sich von anderen Amphibienarten: Die Männchen rufen gewöhnlich unter Wasser mit einem Laut, der an ein dreimaliges Klopfen erinnert. Ist ein paarungswilliges Weibchen in der Nähe, wird es an den Hinterbeinen umklammert, was Knoblauchkröten zu einer stammesgeschichtlich ursprünglichen Art macht. Der Laich wird in dicken Gallertschnüren mit bis zu sieben Zentimetern Länge und bis zu zwei Zentimetern Durchmesser an Pflanzen angeheftet.

Nach dem Schlüpfen müssen die Kaulquappen vor allem fressen, ihre Hauptaktivität gilt der Nahrungsaufnahme. Sie fressen Algen, alte Pflanzen, aber auch gestorbene Tiere – denn sie müssen bis zum Sommer neun bis zwölf Zentimeter lang werden. Nach der Metamorphose sind sie nur noch zwei bis drei Zentimeter lang, so dass sie an Land vor dem Winterschlaf nochmals auf futterreiche Bereiche angewiesen sind.

Die Knoblauchkröte ist nach Roter Liste Bayern stark gefährdet (Status 2). Sie genießt auch europaweit einen besonderen Schutzstatus (FFH-Art).

Merkmale der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)

  • Größe: 4 bis 6 cm, selten 8 cm
  • Relativ glatte Haut
  • Gelb-braun marmoriert mit unregelmäßigen länglichen braunen sowie kleinen roten Flecken (vor allem auf den Flanken)
  • Stirnhöcker
  • Keine Ohrdrüse
  • Senkrechte Pupille („Katzenaugen“)
  • Wissenschaftlicher Name: Pelobates fuscus

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Krötenfrösche (Pelobatoidea)
Familie: Europäische Schaufelfußkröten (Pelobatidae)
Gattung: Europäische Schaufelfußkröten (Pelobates)
Art: Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)