MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Geschichte von 1950 bis 1960

1955

Nach dem Tod Frickhingers wird Universitätsprofessor Dr. Eduard Brenner, ehemals Staatssekretär, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zu den zentralen Themen des BN in der Zeit des Wiederaufbaus und Wirtschaftsbooms gehört neben der Sicherung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten vor allem der Ausbau der Wasserkraft, Flurbereinigung und Fremdenverkehr - zum Beispiel Bergbahnen, Wochenendhäuser-, der Gewässer- und Ödlandschutz sowie die „Zersiedelung der freien Natur“.

Aufgrund der engen Verbindungen zu Staat und Verwaltung verfolgt der BN meist einen konzilianten Kurs. Diese Strategie ist nicht unumstritten. So kostet Brenner seine kompromissbereite Haltung im Konflikt um den Lechausbau 1958 das Amt des BN-Vorsitzenden.

1958

Der Landschaftsarchitekt und ehemalige NS-„Reichslandschaftsanwalt“ (zuständig für die landschaftliche Einbindung der Autobahnen) Professor Alwin Seifert übernimmt den BN-Vorsitz bis Mai 1963. Seifert setzt sich für einen anthropozentrischen und planungsorientierten Naturschutz ein, zu dessen Instrumenten neben dem Arten- und Biotopschutz auch eine naturverbundene Landschaftsgestaltung gehört.

Zusammen mit Otto Kraus, dem langjährigen Leiter der Bayerischen Landesstelle für Naturschutz und Ausschussmitglied des BN, gelingt es Seifert, die Litzauer Schleife am Lech bei Schongau vor der Zerstörung zu retten. Weiter werden die Naturschutzgebiete Höfats, Gungoldinger Heide, Schellenbergmoos und Löser Hang bei Brückenau gesichert.