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Allgäu-Airport beantragt Frachtflug-Infrastruktur für Amazon

Der Allgäu-Airport hat beim Luftamt Südbayern den Antrag auf ein Frachtflugverteilzentrum für den Online-Händler Amazon gestellt. Der BUND Naturschutz (BN) kritisiert diese Pläne scharf.

18.11.2021

„Waren mit dem Flugzeug zu transportieren ist die mit Abstand umweltschädlichste Form des Gütertransports“, so der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. „Daher lehnen wir die Pläne eines Amazon-Frachtverteilzentrums am Allgäu-Airport ab. Wenn wir die Klimaziele von Paris erreichen wollen, müssen wir jetzt den Güterverkehr auf die Schiene verlagern und nicht auf das Flugzeug.“

„Der Einstieg des Allgäu-Airport in den Frachtflugverkehr wird die Belastungen der Anwohner in der Umgebung des Flughafens noch weiter erhöhen“, befürchtet Helmut Scharpf, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu. „Der Einstieg in den Frachtflugverkehr bedeutet einen Dammbruch, obwohl die Lokalpolitik immer versprochen hat, dass der Allgäu-Airport ein reiner Passagierflughafen bleibt.“

Dass Amazon am Allgäu-Airport ein regionales Verteilzentrum bauen will, ist schon länger bekannt. Zuerst versuchte Amazon auf einer Gewerbefläche unterzukommen, welche den Allgäuer Städten und Landkreisen gehört. Nachdem dort keine Zustimmung zu erwarten war, will Amazon nun auf Flächen des Allgäu Airport selber bauen. Von einer Belieferung des Verteilzentrums mit Flugzeugen war nie die Rede.

Doch nun hat die Allgäu Airport GmbH beim Luftamt Südbayern einen Antrag auf ein Flugfrachtverteilzentrum für den Online-Händler gestellt. Die Genehmigung soll ohne Öffentlichkeitsbeteiligung als Änderung des Planfeststellungsbeschlusses von 2013 erteilt werden.

Transporte mit dem Flugzeug haben im Vergleich zu anderen Transportarten mit großem Abstand die schlechteste Klimabilanz. Laut Umweltbundesamt liegt die Klimawirkung des Flugverkehrs pro Tonnenkilometer um den Faktor 45 (internationale Flüge) bis 62 (nationale Flüge) höher als im Schienengüterverkehr.

Grafik "Klimawirkung im Güterverkehr in Deutschland 2017" siehe www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/texte_156-2020_oekologische_bewertung_von_verkehrsarten_0.pdf
Quelle: Umweltbundesamt 2020: Ökologische Bewertung von Verkehrsarten; Texte 156/2020

Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, muss Bayern bis 2035 klimaneutral sein. Ein Ausbau der Luftfrachtkapazitäten in Bayern steht diesem Ziel diametral entgegen. Der BUND Naturschutz fordert daher das bei der Regierung von Oberbayern angesiedelte Luftamt Südbayern auf, die Pläne am Allgäu Airport nicht zu genehmigen. Sollte es doch zu einer Genehmigung kommen, prüft der BN rechtliche Mittel.

Der Allgäu Airport hat in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro Subventionen aus Steuermitteln erhalten.