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B 26n mit Kostenexplosion - Bundesrechnungshof bestätigt Kritik des BUND Naturschutz

Der Bundesrechnungshof hat in seinem Gutachten vom Dezember 2023 eine umfassende Neuberechnung zu Kosten und erwartetem Nutzen der B 26n durch die Landkreise Main-Spessart und Würzburg eingefordert. Begründet wird dies mit einer Kostenexplosion von 172 Millionen Euro auf inzwischen 650 Millionen Euro bei gleichzeitiger Halbierung des Nutzens. Der BUND Naturschutz fordert daher, die Planungen für eine B 26n einzustellen.

17.01.2024

„Es ist an der Zeit, diese umweltschädliche Planung der B 26n endlich einzustampfen“, so Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN). „Die explodierenden Kosten und extremen Eingriffe in Natur und Landschaft stehen einer modernen Mobilitätswende entgegen“, so der Vorsitzende weiter.

Wie der Bundesrechnungshof ausführte, erkannten das Bundesministerium für Digitales und Verkehr sowie die Straßenbauverwaltung, dass sich das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) der B 26n durch die enorm gestiegenen Kosten und eine geänderte Planung verringern würde. Die Straßenbauverwaltung ermittelte deshalb ein überschlägiges NKV von 2,3. Ursprünglich wurde dieses noch mit 5,6 berechnet. „Die neuere Berechnung entsprach aber nicht der Methodik, die angewandt wurde, als das Projekt B 26n in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wurde. Es ist davon auszugehen, dass der Nutzen-Kosten-Faktor sogar noch weiter abgerutscht ist“, kritisiert Erwin Scheiner, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Main-Spessart und Mitglied im BN-Arbeitskreis Verkehr, das Festhalten an der B 26n.

Der Bundesrechnungshof (BRH) bezweifelt in seinem Gutachten auch die Sinnhaftigkeit der B 26n, da ja viele Maßnahmen wie unter anderem der Ausbau der A3 und A7 schon umgesetzt sind oder aktuell werden. Die Verkehrsbelastung der B 26 sowie der B 26a lag auf den für die Planung der B 26n relevanten Teilstücken in den Jahren 2010 bis 2021 deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts. Sie stagnierte sowohl für den Personen- als auch für den Schwerverkehr beziehungsweise sank sogar leicht, stellt der BRH fest.

Steffen Jodl, BN-Regionalreferent für Unterfranken: „Klima- und Biodiversitätskrise erfordern intelligentes Gegensteuern. Landschaft und Natur mit hohen Millionenbeträgen zuzubauen, führt dagegen in eine Sackgasse und verstärkt die bestehenden Krisen. Die B 26n muss daher weg!“