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BN sieht autobahnparallele Trasse am umweltverträglichsten

Die Planungen für die ICE-Neubautrasse zwischen Augsburg und Ulm laufen auf Hochtouren. Der BUND Naturschutz (BN) hat sich seit mehreren Jahren mit dem Projekt beschäftigt und ist im Projektkoordinierungsrat und im Dialogforum vertreten. Im Austausch mit den betroffenen Kreis- und Ortsgruppen hat der BN eine Positionierung erarbeitet.

22.06.2021

„Wir unterstützen einen viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Augsburg–Ulm“, erläutert der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe. „Ohne eine mas­sive Verlagerung von Personen- und Güterverkehr auf die Bahn ist die Ver­kehrswende im Sinne der Pariser Klimaziele nicht machbar. Dazu muss aber die umweltverträglichste Variante gewählt werden.“

„Sowohl ein Ausbau der Bestandsstrecke als auch Neubautrassen quer durch die Landschaft sind mit erheblichen Eingriffen in Natur und Umwelt verbun­den“, so Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben und Mitglied im Projektkoordinierungsrat. „Wir sprechen uns daher für eine enge Trassen­bündelung an die Autobahn A8 aus.“

„Entlang der bestehenden Bahnstrecke Augsburg–Dinkelscherben liegen zahlreiche naturschutzfachlich wertvolle Flächen, wie das europäisch ge­schützte Schmuttertal, die von einem Neubau in diesem Korridor betroffen wären“, erläutert Johannes Enzler, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Augsburg und Mitglied im Projekt-Dialogforum. „Dagegen könnten Regional­bahnhalte in Adelsried und Zusmarshausen an der Neubaustrecke entlang der A8 einen bisher mit dem ÖPNV schlecht versorgten Raum erschließen.“ 

„Im Landkreis Günzburg drohen durch die südlichen Variantenvorschläge er­hebliche Eingriffe in das Mindel-, Kammel- und Günztal sowie die dazwischen liegenden Waldbereiche“, so Alexander Ohgke, Vorstandsmitglied der BN-Kreisgruppe Günzburg und Mitglied im Projekt-Dialogforum. „Eine Bündelung der Trasse mit der A8, so wie auch bei der Neubaustrecke von Ulm nach Wendlingen realisiert, ist die einzig vernünftige Variante.“

„Der Landkreis Neu-Ulm ist ohnehin schon sehr zersiedelt und von ver­schiedensten Verkehrstrassen zerschnitten. Im Pfuhler Ried ist eine weitere Zerschneidung von letzten naturnahen Bereichen nicht akzeptabel“, so Petra Wolf, Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Neu Ulm. „Daher macht es Sinn, im Landkreis Neu-Ulm die Bestandstrasse bis zur A8 auszubauen.“

„Neben den naturschutzfachlichen Prüfungen fordert der BN eine Klima­verträglichkeitsanalyse der Neubautrasse. Darin muss geprüft werden, ob die­ses Neubauvorhaben einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele leisten kann. Nur wenn dies bejaht werden kann, hat die Neu­bautrasse eine Berechtigung“, ergänzt Gernot Hartwig, Sprecher des BN-Landesarbeitskreises Verkehr.

Auch mit einer Neubautrasse entlang der A8 sind erhebliche Eingriffe in Natur und Umwelt, wie z. B. Waldrodungen, verbunden. Diese müssen aber auf ein Mindestmaß reduziert werden. Dazu sind nach Ansicht des BN auch noch Tras­senanpassungen im Vergleich zu den von der Bahn vorgelegten Planungen not­wendig.

In einem Hintergrundpapier hat der BN schon früh einen möglichen Ausbau der Bestandstrasse und einen Neubau entlang der Autobahn untereinander abgewogen. Das Ergebnis finden Sie hier:

Position_Bahnausbau_Augsburg-Guenzburg-Ulm.pdf (bund-naturschutz.de)

Der BN weist explizit darauf hin, dass die hier gemachte Einschätzung auf Basis bisher vorliegender Erkenntnisse und Unterlagen zustande gekommen ist. Wir behalten uns vor, bei neuen Erkenntnissen die Positionierung fortzuschreiben.

Informationen zu den von der Bahn vorgeschlagenen Neubautrassenvarianten finden Sie unter www.augsburg-ulm.de.