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Bobbahn Königssee: BN lehnt aufwändigen und kostenintensiven Wiederaufbau der zerstörten Bahn ab

Risiko einer erneuten Zerstörung durch Extremwetterereignis ist hoch. BN schlägt daher lediglich Sicherstellung des Trainingsbetriebs vor. Klare Ablehnung des derzeit geplanten Startturms für Betrieb des Herrenweltcups.

26.01.2024

Der Landesverband des BUND Naturschutz in Bayern und die BN-Kreisgruppe Berchtesgadener Land sehen den geplanten aufwändigen und sehr kostenintensiven Wiederaufbau der durch ein Unwetter 2021 zerstörten Bobbahn am Königssee sehr kritisch und lehnen diesen ab. „Die Schäden belaufen sich auf 53,5 Millionen Euro!“, betont der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe. „Ein kostenintensiver Wiederaufbau an diesem Standort wäre äußerst riskant. Trotz eingeplanter zusätzlicher Schutzmaßnahmen kann sich die Katastrophe von 2021 mit der fortschreitenden Klimaerhitzung und damit einhergehenden vermehrten Extremwetterereignissen jederzeit wiederholen. Wir haben Verständnis für die Anliegen der Aktiven und sehen auch den Wirtschaftsfaktor. Hier muss aber einfach die Vernunft siegen. Das Projekt ist völlig überzogen und muss deutlich heruntergefahren werden. Wir plädieren dafür, die Kunsteisbahn lediglich für einen Trainingsbetrieb - so wie jetzt auch schon – weiterhin nutzbar zu machen. Da es drei weitere Kunsteisbahnen in Deutschland gibt, sind genügend Orte für Weltcup und Meisterschaften vorhanden.“ 

Der Kreistag Berchtesgadener Land hat den aufwändigen Wiederaufbau kürzlich beschlossen. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sich der Standort sogar für die Olympischen Spiele 2026 bewirbt. Um auch für Herrenrodelwettkämpfe gerüstet zu sein, soll ein Startturm neu gebaut werden. „Der 22 Meter hohe Startturm fürs Herrenrodel entspricht in Bayern einem Hochhaus und würde mit den dafür notwendigen Schutzzäunen ganz erheblich das Landschaftsbild in Nachbarschaft zum Nationalpark und dem Königssee stören“, sagt Rita Poser, BN-Kreisvorsitzende im Berchtesgadener Land. „Die Bewerbung für die Olympischen Spiele soll hier offensichtlich Fakten schaffen!“ 

Der BN kritisiert in diesem Zusammenhang insbesondere, dass es noch nicht einmal ein geologisches Gutachten gibt. „Der BN hatte dieses schon mehrfach gefordert. Dass dieses nach wie vor mit Hinweis auf Absprachen mit dem Landesamt für Umwelt vehement verweigert wird, spricht Bände. Offenbar will man hier ein Projekt mit langfristig unkalkulierbarem finanziellem Risiko einfach durchziehen.“   

Hintergrundinformationen: 

Gegen Steinschlag sind neue Schutzzäune mit über 800 m Länge geplant, verbunden mit massiven Eingriffen in die Natur am Rand des Alpennationalparks. Trotzdem gewähren sie keinen Schutz vor großvolumigem Steinschlag oder gar Felssturz. Wie die Planer selber feststellen, gelten die Berechnungen zudem nur, wenn der Schutzwald erhalten bleibt. Dieser ist durch die Klimakrise und eine hohe Verbissquote bei Jungbäumen aber in akuter Gefahr. Eine für den Klingerbach notwendige Geschiebedosiersperre kann nur über den bayerischen Wildbachfonds finanziert werden, weil dafür die 53 Millionen Euro nicht ausreichen. Schon 2012 musste der Landkreis zwei Millionen Euro nachzahlen, da die Kalkulation die Kosten nicht deckte.