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Grünes Band als einzigartiges Natur- und Kulturerbe erhalten

Erfreuliche Nachricht für das Grüne Band: Der länderübergreifende Biotopverbund soll durch den Ankauf einer vier Hektar großen Fläche nahe des Nationalparks Bayerischer Wald gestärkt werden. Bei einem Besuch von Umweltminister Glauber wirbt der BN dafür, das Grüne Band als UNESCO-Welterbestätte vorzuschlagen.

02.08.2021

Seit knapp zwei Jahren läuft das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ im Vernetzungsgebiet Innerer Bayerischer Wald unter Federführung des BUND Naturschutz (BN) mit seinem international tätigen Fachbereich Grünes Band. Umweltminister Thorsten Glauber besuchte heute eine der Projektflächen: "Mit der Vernetzung des Grünen Bandes mit dem 'Lichtwald Finsterauer Reuten' stärken wir die biologische Vielfalt in der gesamten Region. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Biotopverbund geleistet. Der Bayerische Naturschutzfonds unterstützt das Gesamt-Projekt mit rund 415.000 Euro. Zusammen mit der Erweiterung des Nationalparks zum größten Wald-Nationalpark Deutschlands entsteht hier ein großer Mehrwert für die Natur und die Region. Naturnahe, ökologisch gesunde Wälder sind heute nötiger denn je: für die Artenvielfalt, als Kohlenstoffspeicher im Klimawandel und als wertvolle Wasserspeicher angesichts zunehmender Dürren und Sturzfluten."

„Mit dem Ankauf der vier Hektar großen Fläche ‚Lichtwald Finsterauer Reuten‘ gelingt es, in unmittelbarer Nähe zum Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald eine für den grenzübergreifenden Offenland-Lebensraumverbund zentrale Fläche zu sichern. Diese stellt als Teil einer einstigen Gemeindeweide zudem ein wertvolles Relikt kulturhistorischer Nutzungsformen und als Standort einer früheren Zollhütte zugleich ein historisches Zeugnis an die Überwindung des Eisernen Vorhangs dar“, erklärt der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. „Als herausragendes Natur- und Kulturerbe wollen wir das Grüne Band Europa als UNESCO-Welterbestätte nominieren und hoffen dabei auf Unterstützung durch die bayerische Staatsregierung.“

Die beiden stellvertretenden BN-Vorsitzenden Doris Tropper und Beate Rutkowski unterstreichen diese Forderung: „Das Grüne Band hat sich vom Todesstreifen zum Lebensraum für seltene Arten entwickelt. Was gibt es schöneres für eine Weltkulturstätte?“ Bereits auf rund 30 Hektar Fläche in zehn Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau werden konkrete Maßnahmen für den Arten- und Lebensraumschutz umgesetzt – erste vielversprechende Erfolge zeigen die Wirksamkeit.

Tobias Windmaißer, BN-Projektmanager für das Vernetzungsgebiet Innerer Bayerischer Wald, erläuterte: „Von unseren Maßnahmen profitieren die für den Bayerischen Wald typischen und gefährdeten Arten wie Arnika, Fieberklee, Breitblättriges Knabenkraut, Waldbirkenmaus, Haselhuhn, Kreuzotter oder Violetter Feuerfalter. Historische Nutzungsformen, wie die sogenannten Wässerwiesen, die die Vielfalt an Lebensräumen und Arten gefördert haben, werden in Teilbereichen wieder reaktiviert.“ Die Maßnahmenumsetzung erfolgt in Kooperation mit lokalen Landwirtinnen und Landwirten. Aber auch modellhafte Kooperationen werden erprobt, bei denen beispielsweise Blühmischungen statt Mais für Biogasanlagen eingesät werden.

Der „Innere Bayerische Wald“ ist eines von bundesweit fünf Vernetzungsgebieten am Grünen Band entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Das Gebiet erstreckt sich im Landkreis Freyung-Grafenau über die Kommunen Neuschönau, Hohenau, Mauth-Finsterau, Philippsreut, Hinterschmiding, Haidmühle, Grainet, Neureichenau, Ringelai und Freyung. Im Austausch mit dem Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite werden gezielt grenzübergreifende Biotopverbundachsen gefördert. Das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ wird von Oktober 2019 bis September 2025 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN), der der bayerische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist, setzt sich seit 1989 für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein. Er hat 2002 ein Grünes Band durch Europa vorgeschlagen und ist damit ein Initiator der Grüne Band Europa Initative, die sich für Schutz und Entwicklung des über 12.500 Kilometer langen Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Der BUND Fachbereich Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentraleuropäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der paneuropäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. BN und BUND sind Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.“).

Weiterführende Informationen zur Quervernetzung des Grünen Bandes