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Grünes Band soll UNESCO-Welterbe werden – Neue Bundesregierung muss Unterstützung voranbringen

BN appelliert an die Bayerische Staatsregierung, sich für die Nominierung als Welterbestätte einzusetzen. Mit dem Bund an einem Strang ziehen.

08.12.2021

Der BUND Naturschutz in Bayern begrüßt, dass die Ampel-Koalition ihre Unterstützung für das Grüne Band Europa im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat und fordert Bayern auf, nachzuziehen. „Als Anrainerland hat Bayern eine besondere Verantwortung für die Erinnerungskultur und die ökologische Vielfalt. Wir wollen das Grüne Band Europa als herausragendes Natur- und Kulturerbe nominieren und hoffen dabei auf Unterstützung durch die bayerische Staatsregierung. Die Landesregierung muss mit dem Bund an einem Strang ziehen, um die Nominierung zu realisieren“, so der BN-Vorsitzende Richard Mergner. „Das Grüne Band hat sich vom Todesstreifen zum Lebensraum für seltene Arten entwickelt. Was gibt es schöneres für eine Welterbestätte?“

Auf Einladung des BUND kamen am 9. Dezember 1989 erstmals über 400 Naturschützer*innen aus Ost und West im oberfränkischen Hof zusammen und hoben das Grüne Band aus der Taufe. Mit dem Grünen Band hat der BUND eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands geschaffen. Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen ist heute nicht nur ein Refugium für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein Ort, der an Demokratie, Freiheit und Frieden erinnert.

Der Ehrenvorsitzende des BUND Naturschutz und Beauftragter des BUND Bundesverbandes für das Grüne Band Prof. Dr. Hubert Weiger betont: „Das Naturschutzprojekt Grünes Band ist auch ein Kulturprojekt: Beiderseits der einstigen Grenze finden sich wertvolle Natur und historische Relikte der Zeitgeschichte, deren Sicherung und Sichtbarmachung im Kontext einer Kulturerbestätte wichtig ist. Der Deutsche Kulturrat als größter Verband der Kulturschaffenden in Deutschland unterstützt unser gemeinsames Ziel, das Grüne Band Deutschland und das Grüne Band Europa nicht nur zum Weltnaturerbe, sondern auch zum Weltkulturerbe zu machen.“

Mehr Informationen:
Der BUND setzt sich seit über 30 Jahren für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein. Vier Fünftel des Grünen Bandes sind bereits als Nationales Naturmonument geschützt. Der BUND hat 2002 ein Grünes Band durch Europa erstmals vorgeschlagen und ist ein Initiator der Grüne Band Europa Initative, die sich für Schutz und Entwicklung des Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Der BUND Fachbereich Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentraleuropäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der paneuropäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. Der BUND ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.“). Das Grüne Band Deutschland gilt als „Rückgrat“ im Bundeskonzept der Grünen Infrastruktur und als „Leuchtturmprojekt“ in der Nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt.

Für Rückfragen:
Felix Hälbich,
Pressesprecher, Referent für Medien und Kommunikation
Tel. 089/514697611; 0171 3375459
E-Mail: felix.haelbich@bund-naturschutz.de