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Grünten bleibt erstmal von Großerschließung verschont – Weg frei für naturnahen Tourismus

Der BUND Naturschutz und die Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ begrüßen die Aufgabe der heftigen Erschließungspläne am Grünten. Jetzt müssen gemeinsam naturnahe Tourismuskonzepte für den „Wächter des Allgäus“ entwickelt werden.

 

25.01.2023

„Einmal mehr wird am Grünten klar: Großerschließungspläne in den bayerischen Alpen stoßen auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung und lassen sich nicht mehr durchsetzen“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. „Jetzt geht es darum, gemeinsam mit Bürger*innen, Tourismuswirtschaft und Umweltverbänden ein naturnahes Tourismuskonzept für den Grünten zu entwickeln, bei dem die Tier- und Pflanzenwelt nicht unter die Räder kommt. Wir fordern Wirtschaftsminister Aiwanger auf, Fördermittel von Schneekanonen und Seilbahnen in naturnahe Tourismuskonzepte umzulenken. “

Adrian Gioja, Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet den Grünten“ ergänzt: „Wir blicken optimistisch in die Zukunft und wollen uns bei den vielen Unterstützer*innen bedanken, nur gemeinsam war dieser Erfolg möglich! Es ist nun an der Zeit, zusammen an einer zukunftsfähigen Alternative für unser aller Grünten zu arbeiten.

„Das Erschließungsvorhaben hätte erhebliche Eingriffe in geschützte Biotope und das europäische Fauna-Flora-Habitat-Gebiet mit sich gebracht. Es ist gut, dass diese Pläne jetzt vom Tisch sind“, so Alfred Karle-Fendt, von der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

Mit dem ehemals geplanten Sommer- und Winterausbau am Grünten wären über 5,5 ha Flächenversiegelung, 3,3 ha Bergwaldrodung und ca. 10 ha Zerstörung oder Beeinträchtigung von Biotopen verbunden gewesen. Mehr Verkehr und Tagestourismus wären die Folge gewesen. Es drohten Beeinträchtigungen von Schutzgebieten (FFH-Gebiet, Landschaftsschutzgebiet).

Geplant war:

  • Eine neue 10er-Gondelbahn auf neuer Trasse im Landschaftsschutzgebiet mit einer Transportkapazität von 1500 Personen pro Stunde.
  • Große, bis zu vierstöckige Gebäude im Bereich der Talstation, der Mittelstation und der Bergstation.
  • Zwei Großgastronomie-Angebote im Bereich des Grüntengrates (Bergstation und Grüntenhütte) mit Veranstaltungen und Feiern bis tief in die Nacht hinein mit Sonderfahrten der Seilbahn.
  • Ein Ausbau des Skigebiets mit einer Vergrößerung der künstlichen Beschneiung von 9 auf 24 ha. Das Skigebiet liegt in einer Höhenlage zwischen 900 und 1500 m.
  • Ergänzend dazu solle ein neues, zwei Fußballfelder großes Speicherbecken mit einem Volumen von über 43.000 m³ gebaut werden, dessen Dämme 15 m hoch würden.
  • Für die über 100 neuen Beschneiungsschächte für Schneekanonen wären erhebliche Erdbaumaßnahmen am ganzen Berg, u. a. in geschützten Biotopen notwendig gewesen.
  • Darüber hinaus hätten in Shops diverse Outdoorangebote, wie Gleitschirmfliegen oder ein Kletterausrüstungsverleih angeboten werden sollen. Auch Trailrunning-Events waren geplant.
  • Zur Erschließung des Berges war eine zusätzliche neue 6 km lange Erschließungsstraße geplant, welche durch geschützte Biotope, Waldmoore und Bergwälder, z. T. Schutzwälder geführt hätte.
  • Im Bereich der Talstation wäre ein vierstöckiges Parkhaus, ein Parkplatz und eine 7 m breite Zufahrtstraße in geologisch labilem Gebiet entstanden.

Mit den Ausbauten wäre ein erheblicher Tagesausflugsverkehr generiert worden, welcher aus Klimaschutzsicht zu vermeiden ist. Denn ca. 75 % der Klimagasemissionen des Alpentourismus kommen aus dem Verkehr. Zudem hätten die Investitionen nach Ansicht des BN eine erhebliche Beeinträchtigung des europäischen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets „Grünten“ zur Folge gehabt. Durch den Massenansturm am Berg wären europäisch geschützte Lebensraumtypen zerstört worden. Zuletzt wurde von Seiten der Gemeinde versucht, eine abgespeckte Version des Vorhabens zu verwirklichen. Aber auch dieser Versuch scheiterte letztendlich an den Grundbesitzern am Grünten.