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Jahreshauptversammlung BMW: Mit Vollgas gegen Mensch und Natur

BMW schüttet auf Jahreshauptversammlung Rekord-Dividende aus. BUND Naturschutz in Bayern, JBN und der Dachverband der Kritischen Aktionäre fordern, mehr Geld in Klimaschutz und Klimafolgen-anpassung zu investieren und weniger ressourcenfressende und klimaschädigende Autos zu produzieren. Protest auch gegen geplanten BMW-Autobahn-Anschluss quer durchs Hasenbergl.

11.05.2022

Klimakatastrophe, Coronakrise, Halbleitermangel konnten der Bilanz der BMW Group nichts anhaben: 2021 erzielte der bayerische Autobauer einen Rekordgewinn von 12,5 Milliarden Euro. Rekordverdächtig auch die Dividende, deren Ausschüttung auf der heutigen Jahreshauptversammlung in München beschlossen werden soll: satte 3,8 Milliarden Euro. Zustande gekommen ist diese riesige Summe unter anderem durch Zugriff auf Kurzarbeitergeld aus Steuermitteln, durch die Auflösung von Rückstellungen aus dem Diesel-Abgaskandal, vor allem aber weil so viele ressourcenfressende und klimaschädigende Autos auf die Straßen gesetzt wurden wie nie zuvor.

„BMW: Mit Vollgas gegen Mensch und Natur“ lautet entsprechend das Motto, unter dem der BUND Naturschutz in Bayern e.V., die Jugendorganisation JBN, der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sowie andere Umwelt- und Klima-Aktivist*innen heute vor der BMW-Zentrale im Münchner Norden protestierten. „Mit Blick auf die Klimakatastrophe ist es schwer zu ertragen, dass BMW immer mehr und immer größere, schwerere stählerne CO₂-Schleudern in die Welt setzt und dabei die Klimakatastrophe ignoriert. Noch immer sind 90 % Verbrenner und der Anteil großer Limousinen und SUV steigt stetig, das muss sich ändern“, sagte bei der Kundgebung der BN-Vorsitzende Richard Mergner.

Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionär*innen ergänzt: „Es ist nicht akzeptabel, dass der BMW-Vorstand die dadurch erzielten Gewinne direkt an die Familie Quandt/Klatten und die anderen Aktionär*innen durchreicht. Stattdessen müsste der Konzern das Geld in die Abmilderung und die Anpassung an die existenzielle Herausforderung der von BMW mitverursachten Klimakatastrophe und den Umbau des Konzerns investieren. Die Transformation des Unternehmens im Zeichen von Klima- und Verkehrswandel und die für den Betrieb zukünftiger kleiner und ressourcenschonender Elektro-Fahrzeuge notwendige Infrastruktur wird Milliarden kosten. Hier muss BMW selbst aktiv werden, statt sich wieder aus Steuermitteln bezuschussen zu lassen.“

Gegen Mensch und Natur handelt BMW auch direkt vor der eigenen Haustür: Der Konzern macht massiv Druck für den Bau eines eigenen Autobahnanschlusses, der durch Ausbau und Verlängerung der Schleißheimer Straße quer durchs Hasenbergl, ein marginalisiertes Viertel im Münchner Norden, zur A99 geschlagen werden soll. „Wenn der BMW-Autobahnanschluss trotz aller Widerstände kommt, werden Grünstreifen, Parks, Sport- und Spielplätze zerstört und mehr Abgase, Lärm und eine riesige Tunnelbaustelle entstehen“, kritisierte Richard Mergner bei der Protestkundgebung. „Mit dieser Unternehmenspolitik aus dem letzten Jahrhundert handelt der bayerische Großkonzern direkt gegen die Interessen von Menschen, Natur und Klima.“

Gegenanträge:
https://www.kritischeaktionaere.de/bmw/grosse-limousinen-und-suv-sind-ressourcenfresser-unsere-gegenantraege/


Fragen an die BMW AG:
https://www.kritischeaktionaere.de/hauptversammlung-2022/warum-wird-nicht-mehr-in-den-konzernumbau-und-in-die-entwicklung-umweltfreundlicher-und-ressourceneffizienter-fahrzeuge-investiert/