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Ohne Barrieren mehr Leben im Fluss

Alle zwei Jahre wird weltweit der Tag der Wanderfische gefeiert. Damit soll die Öffentlichkeit aufgerüttelt werden: Ohne frei fließende Flüsse bleiben insbesondere Wanderfische Dauerkandidaten auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Dieses Jahr war der Termin für den Aktionstag für den 16. Mai angesetzt. Wegen der Corona-Pandemie kann er nun nicht wie geplant stattfinden. Dafür erklären Experten in Interviews, warum sich der Rückbau von Querbauwerken in unseren Gewässern lohnt.

Kiesbänke am Zusammenfluss von Saalach und Salzach (Foto: Erich Prechtl)

13.05.2020

Der globale Aktionstag am 16. Mai 2020 sollte zusammen mit der internationalen Tagung „Dam Removal goes Alps“ in Holzhausen am Ammersee begangen werden. Geplant wurde der Expertenaustausch zu Dammrückbau von den Organisationen WWF Deutschland, Schweiz und Österreich zusammen mit der World Fish Migration Foundation, aqua viva, European Rivers Network, sowie den regionalen Partnern BUND Naturschutz, Bayerischer Kanuverband und Landesfischereiverband Bayern.

Dann kam die Pandemie. Die Tagung und der Tag der Wanderfische mussten verschoben werden, jeweils um ein Jahr bzw. auf den 24. Oktober 2020. Zwei geplante Gastredner der Tagung erklären nun in Interviews, warum es sich lohnt, Barrieren in unseren Flüssen zu entfernen – für die Wanderfische, aber auch für die Gesellschaft.

Markus Brandtner ist als Bauingenieur am Wasserwirtschaftsamt Weilheim für den Bereich Wasserbau und Gewässerentwicklung zuständig. Er hat 2019 den Rückbau eines Wehres an der Windach in der Nähe des Ammersees begleitet. Im Interview (PDF) erzählt er, wie es dazu kam, warum in der ehemaligen Restwasserstrecke heute wieder das Leben pulsiert, und wie den Fischen in der Windach insgesamt „wie-der auf die Flossen geholfen“ werden soll.

Beth Lambert, Direktorin der Abteilung „Renaturierungsökologie“ im „Amt für Fische und Wildtiere“ in Massachusetts, USA, hat in zehn Jahren den Rückbau von über 50 Querbauwerken begleitet. Für sie gibt es nichts Besseres als einen Fluss zu sehen, der nach einem Dammrückbau wieder zum Leben erwacht. Beth Lambert beteuert im Interview: „Dammrückbau ist eine kluge Investition, gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten“. Denn Dammrückbau schafft Arbeitsplätze und er befreit Dammbesitzer von ihrer Verantwortung, sich um teilweise schon baufällige Infrastrukturen zu kümmern und ihre Standsicherheit zu garantieren. Das vollständige Interview in englischer Sparache finden Sie im Video unten.

Die Organisatoren von „Dam Removal goes Alps“, darunter der BUND Naturschutz, führen 2020 eine Reihe von weiteren Interviews mit Expert*innen durch, die über das Jahr hinweg auf der Tagungsseite veröffentlicht werden: www.wwf.de/damremoval-alps2020. Es wird jeweils ein aktuelles Thema in Bezug auf Dammrückbau und Flussrenaturierung aufgegriffen.