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Reichswaldinitiativen gründen großes Bündnis „Rettet den Reichswald“

Auf Initiative einiger Bürgerinitiativen hat der BUND Naturschutz ein großes Bündnis „Rettet den Reichswald“ gebildet, mit dem die geplanten Reichswaldeingriffe wie ICE-Werk, Amazon-Ansiedlung, Gewerbegebiete, Sandabbau, Straßenbau, PWC-Anlage oder Juraleitung P53 koordiniert angegangen werden sollen. Die Abwehr eines ICE-Werks im Wald und die Durchsetzung der Alternative Hafen stehen derzeit im Fokus. Aktuell werden diesbezüglich die Einwendungen im Raumordnungsverfahren gesammelt, das am 4.5.22 von der Regierung Mittelfranken eingeleitet wurde. Dem Bündnis schlossen sich bereits der Landesbund für Vogelschutz und fünf Bürgerinitiativen an. Über das Bündnis Feucht sind weitere BIs wie Pro Grün Feucht und Basisgruppen wie der DAV Feucht, die Jägervereinigung und etliche Parteien vertreten. Das Bündnis der Trassengegner mit etlichen lokalen BIs im Reichswald ist ebenfalls vertreten.

05.05.2022

„Wie schon in den 1970er Jahren brauchen wir ein gemeinsames Vorgehen aller waldliebenden Bürgerinnen und Bürger, damit die grüne Lunge des Großraums nicht weiter durchlöchert wird. Immer wieder wird der Reichswald als billige Flächenreserve missbraucht. Heute befinden wir uns mitten in der Klimakrise. Deshalb stehen wir zur Verkehrswende und stellen den Bedarf des ICE-Werks nicht in Frage. Aber wir akzeptieren das Werk nicht im schützenswerten Reichswald, es gibt alternative Standorte wie den Nürnberger Hafen, die deutlich umweltverträglicher sind“, so Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN.

„Wir stehen als lokale Bürgerinitiative zum ersten Mal in solch einer Auseinandersetzung. Wir brauchen hier die Unterstützung aller Waldschützerinnen und Waldfreunde, damit wir nicht unter die ICE-Räder kommen. Deswegen sind wir froh, dass alle an einem Strang ziehen“, so Rolf Wirth für die BI Harrlach im Bündnis.

Auch in Feucht und Röthenbach bei St. Wolfgang wächst der Widerstand gegen die Standortvorschläge Muna Feucht und südlich der Muna/Jägersee weiter. „Wer meint, uns ginge es nur um unseren Wald vor der Haustür, täuscht sich. Uns geht es um den ganzen Reichswald“, so Sophie Wurm vom Bündnis Feucht, in dem zahlreiche Parteien und Vereine zusammengeschlossen sind. „Wir werden das Raumordnungsverfahren nutzen, um den Protest noch weiter zu verstärken“, so Barbara Dorfner, Sprecherin der BI Röthenbach.

„Unser alternativer Vorschlag für das ICE-Wartungswerk im Nürnberger Hafen ist planerisch und technisch machbar. Nur aus politischen Gründen will die Bahnspitze den Hafenstandort nicht haben. Letztlich wird sich die Frage stellen, ob der Bund, die Bahn, der Freistaat und die Bayernhafen GmBH die Schonung des klimatisch für die ganze Region so wichtigen Bannwalds höher bewerten, als die Aufwendungen, die beim Standort Hafen erbracht werden müssten“, so Klaus-Peter Murawski, 1. Vorsitzender BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Stellungnahmen und Sammeleinwendungen im Raumordnungsverfahren

„Natürlich werden wir auch all unseren Fachverstand einbringen, um das europäische Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald zu retten. Die Vogelschutz-Richtlinie der EU sieht bei erheblichen Eingriffen zwingend eine Alternativenprüfung vor, die wir hier bislang vermissen“, so Helmut Beran, Geschäftsführer des Landesbund für Vogelschutz LBV.

Im Bündnis wurde bereits eine gemeinsame Sammeleinwendung erarbeitet, die die fachlichen Stellungnahmen der Verbände und Bürgerinitiativen im Raumordnungsverfahren mit Rückenwind versehen soll. Ab sofort werden die Sammellisten verbreitet und Einwendungen gesammelt. In Kürze wird auch eine Online-Einwendungsmöglichkeit freigeschaltet.

Unser Appell an alle Waldfreund*innen lautet für das angelaufene Raumordnungsverfahren: Bitte unterschreiben Sie die Sammeleinwendungslisten zum Raumordnungsverfahren ICE-Werk. Alle Waldinitiativen im Bündnis „Rettet den Reichswald“ haben diese und sammeln an Infoständen, bei Protestveranstaltungen und in lokalen Geschäften.

Unter www.bund-naturschutz.de  kann in Kürze auch online unterschrieben und es können Sammellisten heruntergeladen werden.

Das Bündnis „Rettet den Reichswald“ besteht aus:

  • BUND Naturschutz in Bayern e.V., Landesverband
    BN-Kreisgruppen Erlangen, Nürnberg-Stadt, Nürnberger Land, Schwabach, Roth, Neumarkt, Fürth-Stadt (wg Trinkwasser Harrlach),
  • Landesbund für Vogelschutz e.V.
  • Bürgerinitiative „Kein ICE Werk bei Harrlach",
  • Bürgerinitiative Röthenbach bei St. Wolfgang/Reichswald bleibt e.V.
  • Bürgerinitiative Kein ICE-Werk Schwarzenbruck
  • Bündnis "Rettet den Reichswald" Feucht mit LBV Ortsgruppe Feucht, BN-Ortsgruppe Feucht, BN-Ortsgruppe Wendelstein, DAV Sektion Feucht, BI Kein ICE-Werk in und südlich der Muna, Waldsiedlung Weißensee Feucht e.G., BI Pro Grün in Feucht und Moosbach, Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung Feucht, BI Ja zum Reichswald-Nein zur Juratrasse Feucht, Jagdschutz- und Jägerverein Nürnberger Land, SPD Feucht, SPD-Ortsvereine Wendelstein, CSU Feucht, Bündnis 90-Die Grünen Feucht, Bündnis 90-Die Grünen Wendelstein, UCS Die Unabhängigen Feucht, Freie Wähler Feucht
  • Bürgerinitiative gegen die Waldzerstörung
  • Bündnis der Trassengegner
  • Bürgerinitiative Feucht JA zum Reichswald - NEIN zur Juratrasse

Weitere Initiativen und Verbände dürften noch hinzukommen, wenn sie die nächste Sitzung hatten.

Sie alle eint, dass sie für den gesamten Reichswald einstehen. Der Vorwurf mancher politischer Funktionsträger, hier agierten Bürger*innen nach dem Motto „Not in my backyard“ wird durch das Bündnis wiederlegt.