MenuBUND Naturschutz in Bayern e. V.

BUND Naturschutz: Aktiv im Fischotterschutz

In Mitteleuropa klafft eine riesige Lücke in den Fischottervorkommen. Bayern kommt als mögliches Brückenland eine Schlüsselposition zu. Mit dem Projekt „Otterfranken“ hat der BUND Naturschutz (BN) gemeinsam mit Partnern erste Brückenpfeiler aufgestellt.

Fischotter schaut aus Wasser
Hoffentlich weiter Richtung Westen unterwegs: der Fischotter (Foto: Ralph Frank)

Der Fischotter ist eine hoch bedrohte Tierart. In weiten Teilen Deutschlands gilt er als vollständig ausgerottet. Nach Oberfranken wanderten die Tiere in den letzten Jahren aber gespeist aus tschechischen und thüringischen Populationen wieder ein. Um dem Otter den Weg Richtung Westen zu ebnen, startete die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken gemeinsam mit dem BN und anderen starken Partnern 2007 das Projekt „Otterbahnen nach Oberfranken“ kurz „Otterfranken“. Das mittelfristige Ziel: Dem Fischotter die Ausbreitung Richtung Westen zu erleichtern. Die langfristige Hoffnung: Die in den europäischen Fischotterbeständen klaffende Verbreitungslücke zu schließen.

Internationale Zusammenarbeit für den Eurasischen Fischotter

Die Fischotter-Experten erkundeten die tatsächlichen und potenziellen Lebensräume des schwimmenden Jägers entlang der oberfränkisch-tschechischen Grenze. Sie kartierten 26 oberfränkische Flussläufe, deren Gewässerqualität und mögliche Barrieren (z. B. Brücken oder Straßen) für die Ausbreitung des Fischotters und schnürten einen „Maßnahmenplan Otterfranken“. Außerdem setzten sich die Fachleute im Projekt mit dem Konfliktfeld „Teichwirtschaft und Fischotter“ auseinander und führten viele Gespräche mit Teichwirten, Verbänden und Fischereibehörden. Ihr Fazit: Konflikte werden am besten vermieden, indem mögliche Streitfälle von Anfang an offen angesprochen und gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungswege entwickelt werden. Außerdem startete das Team einen regen Austausch mit den tschechischen Kollegen, der hilft, den reichen Erfahrungsschatz des Nachbarlandes im Fischotterschutz und -management zu nutzen.

Dringend nötig: Brücken für den Otter und Beratung für Teichwirte

Fischotterschutz in der Warteschleife: Zwei Fischotter liegen auf einem Stein
Fischotterschutz in der Warteschleife: Lange Zeit standen die Räder im Ministerium still (Foto: Wolfgang Willner)

Das Projektteam hat ideale Voraussetzungen für weitere Folgeprojekte erarbeitet. Die grundlegenden Daten können helfen, die bereits bestehenden Fischotter-Lebensräume in Bayern zu verbessern und weitere als Trittsteine Richtung Westen zu schaffen. Leider konnte sich die bayerische Staatsregierung bisher nicht durchringen, ein Folgeprojekt zu finanzieren. Die diesbezüglichen Bemühungen des BUND Naturschutz und seiner Partner liefen bisher ins Leere. Der BN mahnt hier dringenden Handlungsbedarf an. Und auch in Bezug auf das Konfliktfeld Fischotter-Teichwirtschaft gibt es noch jede Menge zu tun. Zu Projektende hin bestand noch viel Diskussions- und Informationsbedarf. In Hinblick auf eine zukünftig hoffentlich vermehrte Wiederbesiedlung von Bayern rät der BN mögliche Konflikte von vornherein mit guter Öffentlichkeitsarbeit und einer Otter-Beratungsstelle zu entschärfen.