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40 Jahre erfolgreicher Artenschutz für den Luchs

Schon Anfang der 1970er-Jahre bereitete der BUND Naturschutz (BN) die Rückkehr des Luchses nach Bayern vor. In den 1980er-Jahren kam er schließlich – und braucht unseren Schutz heute mehr denn je.

Dass der Luchs seit einigen Jahrzehnten wieder durch Bayerns Wälder schleicht, geht auf das Engagement des BUND Naturschutz zurück. Der Verband hat die Rückkehr des Pinselohrs fachlich und finanziell vorbereitet, unterstützt und es mit viel Überzeugungsarbeit und Hartnäckigkeit geschafft, dass sich der Großteil der Bevölkerung heute über die Anwesenheit dieses faszinierenden Tieres in unseren Wäldern freut. Heute ist es eine verbohrte, von Vorurteilen getriebene Minderheit, die der großen Waldkatze feindselig gegenübersteht. So werden im Bayerischen Wald immer wieder Luchse illegal getötet. Der BN wird den Luchs weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Verfolgung schützen und zählt dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung und der Politik. Denn die erfolgreiche Rückkehr des Luchses darf nicht im Bayerischen Wald enden!

Wie alles begonnen hat

Die Idee, den ausgerotteten Luchs nach Bayern zurückzuholen, entwickelte der damalige BN-Vorsitzende Hubert Weinzierl gemeinsam mit seinem Freund und Mitstreiter Professor Bernhard Grzimek bereits in den 1960er-Jahren. In den 1970er-Jahren wurden dann die ersten Luchse im Bayerischen Wald in die Freiheit entlassen. Der Durchbruch gelang allerdings erst einige Jahre später: In einer offiziellen Wiedereinbürgerungsaktion wilderten Projektmitarbeiter 17 der großen Waldkatzen im Bereich des heutigen Sumava-Nationalparks in Tschechien aus. Ein Vorhaben, das ohne die finanzielle Unterstützung des BUND Naturschutz so nicht möglich gewesen wäre. Vermutlich waren es Nachkommen dieser tschechischen „Pionier-Luchse“, die in den 1980er-Jahren nach und nach die Grenze überquerten und bayerische Lebensräume zurückeroberten.

Schon damals brauchte der Luchs Schutz

Aufgrund der Aktivitäten des BUND Naturschutz konnten diese ersten Luchse in Bayern heimisch werden und sich fortpflanzen. Gerade in den ersten Jahren musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um Bevölkerung, Nutztierhalter und Jägerschaft für die Rückkehr des Pinselohrs in die bayerischen Wälder zu gewinnen.

Der BN ist es auch, der 1997 gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Naturpark Bayerischer Wald das erste große Luchssymposium veranstaltet und dort alle Interessenvertreter an einem Tisch versammelt. 1998 richtet der BUND Naturschutz dann gemeinsam mit anderen Umweltverbänden einen „Luchsfonds“ ein. Nutztierhalter, denen Schäden durch den Luchs entstanden sind, können nun entschädigt werden. Ein wichtiger Schritt, um Konflikte zu entschärfen.

Das Luchsprojekt Bayern

Nach den traurigen Erfahrungen mit dem Bär Bruno erhöhen der BN und andere Naturschutzverbände 2006 den Druck auf die bayerische Regierung. Endlich zeigt diese sich bereit, Managementpläne für die Großbeutegreifer Bär, Wolf und Luchs zu erstellen und sich damit vernünftig auf die Rückkehr der „großen Drei“ vorzubereiten.

Zwei Jahre später veröffentlicht die Staatsregierung den ersten bayerischen Luchs-Managementplan. Der BUND Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Wildland Stiftung der Bayerischen Jägerschaft werden mit der Umsetzung betraut. 2010 übernehmen die Verbände zwei Jahre lang die Trägerschaft für das bereits 1996 gestartete „Luchsprojekt Bayern“. Diese drei Verbände und nun auch der WFF bilden seit 2009 den „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“, der bei Einzelschäden durch Wolf, Bär und Luchs  mit Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds Ausgleichszahlungen an Betroffene organisiert und so den Luchsmanagementplan in Bayern umsetzt und die Akzeptanz bei Betroffenen erhöht. www.luchsprojekt.de

Über Grenzen hinweg denken

Heute ist klar, dass eine langfristig überlebensfähige Luchspopulation nicht auf Schutzgebiete beschränkt leben kann; der gefleckte Jäger braucht riesige Reviere. Wie zu Beginn der Luchsrückkehr nach Bayern ist es deshalb wieder an der Zeit, über Ländergrenzen hinweg zu denken, forschen und handeln. Ein erfolgreicher Artenschutz für den Luchs muss die Populationen von Deutschland, Tschechien, Österreich und der Slowakei miteinander verbinden. Das 2013 gestartete deutsch-tschechische Projekt TransLynx, das der BUND Naturschutz unterstützt, ist ein guter Ansatz in diese Richtung.