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Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)

Familie: Hörnchen (Sciuridae)

Unterfamilie: Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae)

Tribus: Baumhörnchen (Sciurini)

Gattung: Eichhörnchen

 

Auch heute noch ist das Eichhörnchen eines der bekanntesten Charaktertiere unserer Heimat. Ihr Name stammt ursprünglich wahrscheinlich nicht von der „Eiche“ oder den „Eicheln“, sondern dem althochdeutschen „aig“, was so viel wie „sich schnell bewegen“ bedeutet (vergleiche „agil“). Die wissenschaftliche Bezeichnung „Sciurus“ setzt sich aus dem altgriechischen „skia“ (Schatten) und „oura“ (Schwanz) zusammen.

 

Körperbau und Fell

Die Tiere haben eine Körperlänge von 20 – 25 cm. Charakteristisch ist der beinahe ebenso lange buschige Schwanz. Eichhörnchen wiegen zwischen 200 und 480 g. Ihre Farbe variiert von hellrot bis fast schwarz. Die Unterseite ist stets weiß. In offenen Biotopen und Laubwäldern mit warmem, trockenem Klima sind die rotbraunen Eichhörnchen bestimmend, während in dunklen, feucht kühlen Nadelwäldern meist die schwarzbraunen Tiere überwiegen. Diese Verteilung ist durch die Anpassung an die unterschiedlichen Lebensräume entstanden.

Ihr Winterfell reicht von hell- bis dunkelgraubraun. In der kalten Jahreszeit haben die Tiere an den Ohrspitzen auffällige Haarbüschel (so genannte Pinsel), die im Sommer nur angedeutet sind. Auch die Hand- und Fußflächen sind im Winter dicht behaart. Das Sommerfell ist heller und stärker rot gefärbt, als das Winterfell.

Nicht verwechseln sollte man die Tiere mit dem verwandten Grauhörnchen, die ursprünglich aus Nordamerika stammen.

 

Verbreitung

Eichhörnchen sind in den Waldregionen Eurasiens von England über ganz Europa und Asien bis Japan verbreitet.

 

Lebensweise

Eichhörnchen leben außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger. Sie sind tagaktiv und als Baumbewohner an eine kletternde Lebensweise bestens angepasst. Mit ihren spitzen Krallen und den kräftigen Hinterbeinen können sie selbst an glatten Baumstämmen flink klettern. Auch der große Schwanz dient dem Halten des Gleichgewichtes beim Klettern. Ebenso bremst er den Sprung aus großer Höhe. Im Winter wärmt er.

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf sondern Winterruhe. Nur zur Nahrungsaufnahme verlassen sie gelegentlich ihr Nest. Vor dem Winter sammeln sie Vorräte, die sie vergraben, in Baumhöhlen verstecken oder in Rindenritzen und Astgabeln festklemmen.

 

Ernährung

Die Tiere sind Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Baumsamen (Nadelbaumsamen, Bucheckern, Eicheln, Haselnüssen etc.). Auch Triebe, Beeren, Obst, Rinde, Knospen und Pilze gehören neben Vogeleiern und Jungvögeln, Kerbtieren und Schnecken zu ihrer Nahrung.

 

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit jagen die Männchen die Weibchen bei wilden Hetzjagden quer durch das Revier. Paarungszeit ist meist im Frühjahr bzw. ausgehenden Winter und im Frühsommer. Hoch in den Baumkronen bauen Eichhörnchen kugelförmige Reisignester (Kobel). Nach einer Tragzeit von 38 Tagen bringen sie ca. 3-5 Junge zur Welt. Der Nachwuchs ist blind und  nackt und wird im Nest gesäugt (Nesthocker). Neun Wochen dauert es bis die Jungtiere das Nest verlassen. Bereits vor der Geburt werden alle Männchen vom Nest vertrieben. Nach einem Jahr sind die Jungen geschlechtsreif. Die Weibchen werfen bis zu zwei Mal pro Jahr.

 

Natürliche Feinde

Natürliche Feinde der Hörnchen sind Greifvögel wie der Habicht oder kleine Räuber, z.B. der Baummarder. Die Baummarder verfolgen die Eichhörnchen durch die Bäume und sind ihnen durch ihre höhere Sprungkraft überlegen. Oftmals hilft den Eichhörnchen nur der Sprung von der Baumspitze zum Erdboden; eine Fähigkeit, die Marder nicht beherrschen.

 

Gefährdungsgrad in Bayern:

Rote Liste Bayern (2005): nicht gefährdet 

 

Quellen:

Steinbachs Naturführer, 2003, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co.

www.wikipedia.de

 

 

 

 

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