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Kirschenprojekt

Uraltes Kulturerbe

Der Kirschanbau in Franken hat eine über 1000-jährige Geschichte. Bäume und Obst prägten die Landschaft und ihre Menschen.

 

Obstbaumgürtel säumen Dörfer und Gehöfte, Wegränder und Ackerraine, blühende Bäumen verwandeln Orte in duftende Idyllen. Heute können sich nur noch wenige Dörfer an ihren eigenen Streuobstwiesen erfreuen. Fast jeder zweite Streuobstbaum fiel in Franken der Säge zum Opfer. 

Vom Kloster Weißennohe breitete sich lange Tradition des Kirschanbaus in Franken vor 1000 Jahren aus. Die Baumbestände deckten einst den Eigenbedarf an Obst, Most, Saft, und Marmelade und dienten als Nebenerwerb. Sie schützen vor Wind, mildern Nachtfrost und spenden Frischluft.

Im Laufe der Zeit züchtete man für jeden Zweck und für jeden Geschmack passende Kirschsorten: die frühe „Großrote“ als saftige Kirsche zum Marmeladekochen oder „Schneiders späte Knorpel“ als knackige Herzkirsche zum Einwecken. Die Vielzahl alter Lokalsorten ist ein Stück fränkische Heimatgeschichte.

Auch die alten Kirschhäuschen stellen eine kulturhistorische Besonderheit dar. In ihnen stellten die Bauern die gefüllten Kirschkörbe während der Ernte kühl unter. Außerdem lagerten sie hier ihre Arbeitsgeräte wie Leitern und Körbe.