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Erfolge und Projekte: Im Einsatz für Bayerns Flüsse

Die Geschichte des BUND Naturschutz (BN) ist eine des Kampfes für Flüsse und Auen in Bayern. Dass die Donau heute in einigen Abschnitten noch frei strömen darf, ist nicht zuletzt dem Engagement unserer Aktiven zu verdanken. Erfahren Sie hier mehr zu unseren Erfolgen und Projekten!

Im Einsatz für Bayerns Flüsse

Seit über 50 Jahren setzt sich der BUND Naturschutz für lebendige Flüsse ein. Bis in die 1970er-Jahre wurden Gewässer massiv begradigt und gestaut – was zu einem riesigen Verlust von naturnahen Lebensräumen und damit auch von Artenreichtum führte. Der BN setzt sich seit Jahrzehnten für ein Umdenken im Schutz von Fließgewässern ein.

Gerettete Flusslandschaften

Dank jahrzehntelangem Widerstand blieben wichtige Flussabschnitte und Auengebiete erhalten: die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen, die Litzauer Lechschleife, das Hafenlohr- und Rotmaintal sowie die Waldnaab-Aue. Auch die Partnachklamm und die Pupplinger Au an der Isar wurden vor der Verbauung bewahrt.

Vernetzt für naturnahe Flüsse

Seit mehr als 20 Jahren schließt sich der BN mit anderen Gruppen zu Flussallianzen zusammen, etwa für Isar, Mangfall, Vils und Main. An der Mittleren Isar entstand seit 2020 auf über 2.300 Hektar Bayerns größter Naturwald – begleitet vom BN in einem Forschungsprojekt mit Universitäten.

Beim Schutz von Fließgewässern geht es heute um das gesamte Ökosystem. Das Motiv für den Schutz unserer Flussökosysteme hat sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Erst war es der Schock über Schmutzfrachten, Schaumteppiche und tote Fische, über Regulierungen und Stauungen. Heute geht es um weit mehr: Es geht um die Bewahrung und vor allem die Wiederherstellung der Dynamik und Artenvielfalt von Fluss- und Aue-Ökosystemen. Dafür brauchen Gewässer wieder mehr Raum.

Gewässerschutz in Bayern

Frei fließende Flüsse und intakte Auen sind nicht nur „Hot Spots“ der Artenvielfalt, sie bieten uns auch einen hervorragenden natürlichen Hochwasserschutz. Es lohnt sich also nicht nur ihrer Schönheit wegen, sie zu schützen. Das wissen die Aktiven vom BN seit langem.

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Zäh errungene Erfolge

Schon in den 1950er-Jahren konnten mit Unterstützung des BN einige wertvolle Flussabschnitte vor der Verbauung gerettet werden. Erste Flurbereinigungsmaßnahmen gab es bereits nach dem Ersten Weltkrieg. Damals wurden Bäche oft begradigt, um Land urbar zu machen. Durch den Energiehunger der Wirtschaftswunderzeit ging es dann den Flüssen vollends “an den Kragen”. Es wurden zahllose Stauwehre zur Energiegewinnung gebaut. Professor Otto Kraus, Bayerns erster hauptamtlicher Naturschützer, setzte sich vehement gegen diese Verbauung ein. Seine wenigen, auch mit Unterstützung des BN, damals zäh errungenen Erfolge retteten Juwelen des Artenreichtums, zum Beispiel

  • die Pupplinger Au an der Isar,
  • die Partnachklamm und
  • die Litzauer Lechschleife.

BN legt Flusskonzept vor

Der Großteil der Flüsse wurde aber durch Stauwehre und Kanäle verbaut. Bis in die 1970er-Jahre wurde gestaut und begradigt, was das Zeug hielt. Man wollte Siedlungen und Ackerland vor Hochwasser schützen und überflutetes Land als Gewerbe-, Siedlungs- oder Anbauflächen für die Landwirtschaft gewinnen. Ziel aller Maßnahmen war es, Wasser durch Entwässerung und Begradigung schnell aus der Landschaft abzuleiten.

1974 legte der BN dann ein Konzept für ökologische Schutzbereiche in Bayerns Flusslandschaften vor. Allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Verbauung unserer Flüsse zu einem enormen Verlust von naturnahen Lebensräumen und damit von Artenreichtum führt. 

Beim fortwährenden Kampf gegen Ausbaupläne konnte der BN dann auch große Erfolge verzeichnen: Zu den wichtigen Siegen des Naturschutzes gehören heute die Rettung

  • des Donaudurchbruchs,
  • der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen,
  • der Litzauer Schleife,
  • des Hafenlohrtals,
  • des Rotmaintals,
  • des Püttlachtals,
  • der Salzach und der
  • Waldnaab-Aue oberhalb von Falkenberg in der Oberpfalz.

All diese Siege gingen mit einem vom BN unterstützten Prozess des Umdenkens in der Wasserwirtschaft einher. So gibt es heute glücklicherweise zahlreiche Renaturierungsprojekte an bayerischen Gewässern – nicht selten genau dort, wo BN-Gruppen sich seit vielen Jahrzehnten für lebendige Flüsse einsetzen. Und auch wenn diese Vorhaben noch zu wenige und oft zu langwierig sind, so weisen sie doch in die richtige Richtung.


Flussallianzen in Bayern

Allianzen von Umweltorganisationen setzen sich heute für eine konsequentere Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und Natura 2000 ein. Die Europäische Kommission hat diese wegweisenden Vorgaben erlassen, doch sie werden von den Mitgliedstaaten, gerade auch von Deutschland, zu zögerlich umgesetzt. Oft können nur wenig anspruchsvolle Maßnahmen durchgeführt werden, weil die nötige Fläche nicht verfügbar ist und mehr Dynamik für unsere Flüsse letztlich auch den Mut zum “Zulassen” erfordert.

Daher haben sich schon vor mehr als 20 Jahren und verstärkt in den letzten zehn Jahren die Gewässerschützer*innen im BUND Naturschutz mit anderen Gruppen zusammengeschlossen. Sie alle eint das Ziel naturnäherer Flüsse. Diese Flussallianzen für die Isar, die Mangfall, die Vils, den Main und viele andere sind schlagkräftiger und verleihen den Flüssen eine mächtige Stimme.


Erfolge und Projekte im Fluss- und Auenschutz